So starten Sie gut ausgerüstet in die Fahrradsaison!

Mit ansteigenden Temperaturen und merklich länger werdenden Tagen geht die Fahrradsaison wieder los! Nicht jeder nutzt sein Fahrrad ganzjährig und der ein oder andere Drahtesel braucht nach einigen Monaten Pause erstmal einen kleinen Frühjahrsputz und einen Sicherheitscheck.

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Hand putzt Hinterrad von Fahrrad

Wer sein Rad liebt, der putzt es

Wer sein Rad nicht mehr vor der Winterpause geputzt hat, sollte dies unbedingt als erstes tun. Hier empfiehlt es sich, sich etwas Zeit zu nehmen und alle Teile behutsam und sorgfältig mit einer Bürste und klarem Wasser zu reinigen. Wer mag, kann vorher Rahmen und Anbauteile mit Spülmittel-Lauge einsprühen. Verwinkelte Teile, wie Bremsen oder die Gangschaltung, können mit Hilfe einer alten Zahnbürste gesäubert werden.

Von Hochdruckreinigern besser die Finger lassen: Der hohe Druck spritzt das Wasser in die Kugellager und lässt diese rosten. Auch spezielle Konservierungssprays, die vor Nässe und Schmutz schützen sollen, kann man sich sparen. Diese Sprays verhindern das erneute Verdrecken des Fahrrads kaum.

Reifen prüfen

Auch ohne dass ein Loch im Reifen oder das Ventil kaputt ist, verliert der Fahrradschlauch über die Winterpause Luft. Ist der Luftdruck zu niedrig, fährt sich das Rad schwerer und die Reifen gehen schneller kaputt. Ob noch genug Luft auf dem Reifen ist, lässt sich am besten prüfen, indem man versucht mit dem Daumen den Reifen einzudrücken. Je nachdem wie sehr der Reifen nachgibt, muss neue Luft drauf.

Auf den Reifenflanken kann man den empfohlenen Luftdruck ablesen. Dieser liegt in der Regel im Bereich von 2,0 bis 4,0 Bar. Wer seinen Reifen mit einer Pumpe mit Druckanzeige aufpumpt, kann dann entsprechend der zu fahrenden Wege den Druck einstellen. Wer beispielsweise viel im Gelände und auf unbefestigten Strecken unterwegs ist, sollte den Luftdruck im unteren Bereich wählen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Reifen platzt. Reine Straßenfahrräder können hingegen einen Luftdruck von 3,5 bis 4,0 Bar vertragen.

Nach dem Aufpumpen sollten die Reifen einige Tage beobachtet werden, ob sich die Luft hält. Wenn nicht, ist eventuell ein Loch im Schlauch.

Haben die Reifen ein paar Jahre auf dem Buckel, die Flanken Risse und ist das Profil abgefahren, kann auch über eine Neuanschaffung nachgedacht werden.

Kettenpflege nicht vergessen!

Die Kette ist ein wichtiges Teil am Fahrrad, denn sie sorgt dafür, dass die Beinkraft auf das Rad übertragen wird. Damit dies reibungslos läuft, sollte auch die Kette regelmäßig mit Bürste und Wasser geputzt werden. Manchmal reicht es, einen geölten Lappen über die Kette laufen zu lassen, um den groben Schmutz zu entfernen.

Außerdem sollte die Kette ab und an geölt werden. Hierfür jedes einzelne Kettenglied tropfenweise mit Kettenöl benetzen, die Kette einige Male im Leerlauf drehen und das überschüssige Öle mit einem sauberen Lappen entfernen.
 

Generell ist es sinnvoll alle beweglichen Teile am Rad regelmäßig zu schmieren, zum Beispiel die Drehpunkte der Schaltung, die Pedale oder die Federgabel. Hierfür eignen sich dünnflüssige, harz- und säurefrei Bio-Kettenöle.

Sicherheitscheck 1: Bremse

Wenn die Bremsen nicht richtig funktionieren, kann es schnell gefährlich werden. Ein regelmäßiger Bremsencheck ist daher wichtig. Bei Felgenbremsen sollte dazu ein Auge auf die Beläge geworfen werden: Ist das Gummi soweit abgetragen, dass keine Rillen mehr zu erkennen sind, wird es Zeit für neue Beläge. Auch verschmutzte Bremsen haben Auswirkungen auf die Bremsleistung.
Die Bremsseile sollten Kappen am Ende haben und nicht beschädigt oder geknickt sein.
Zu locker eingestellte Bremsen können bei vielen Modellen über die Stellschraube am Bremszug fester gezogen werden. Die Seilzüge können eine Ölung vertragen, wenn sich die Bremsarme nur schwer bewegen lassen.

Sicherheitscheck 2: Licht

Funktionieren Vorder- und Rücklicht? Wenn nicht, sollten dies unbedingt repariert werden. Schauen Sie hierfür zuerst, ob alle Stecker der Kabel an den Leuchten und am Dynamo festsitzen oder ob die Birne kaputt ist.

Bei Pedelecs: Akku-Check

Ist der Akku nicht mehr voll funktionstüchtig, sollte dieser ausgetauscht werden. Auf keinen Fall sollte man versuchen, den Akku selbstständig zu reparieren. Bei falscher Handhabung besteht Lebensgefahr!

Wichtig: Bei Zweifel Reparaturen aus Sicherheitsgründen immer der Fachwerkstatt überlassen!

STVZO: Das verkehrssichere Fahrrad

Und diese Dinge dürfen laut Straßenverkehrszulassungsordnung (STVZO) am Fahrrad nicht fehlen und müssen funktionstüchtig sein, sonst gibt es Ärger bei der Polizeikontrolle:

  • Eine helltönige Klingel
  • Zwei voneinander unabhängig wirkende Bremsen (Vorderrad- und Hinterradbremse)
  • Großflächiger roter Z-Rückstrahler
  • Zwei rutschfeste Pedale mit gelben Reflektoren vorne und hinten
  • In jedem Rad zwei gelbe Speichenreflektoren oder reflektierendes Material (weiß) an Speiche, Felge, oder Reifen
  • Dynamo oder Lampen mit Akku- oder Batteriebetrieb. Letztere müssen tagsüber nicht mitgeführt werden, allerdings das Prüfzeichen des Kraftfahrt Bundesamtes tragen.
  • Rotes Rücklicht mit rotem Rückstrahler, weißer Scheinwerfer mit Frontreflektor. Rücklichter, die weiterleuchten, wenn das Fahrrad steht, machen den Radfahrer auch in Wartesituationen sichtbar.

Stand: März 2019