Sicher Radfahren in der dunklen Jahreszeit

Auch im Herbst und Winter verzichten viele nicht aufs Fahrrad. In diesen dunklen Monaten ist die richtige Beleuchtung besonders wichtig. Zudem sorgen Laub und Nässe, Glätte und Schnee für rutschige Straßen. Wie kommt man sicher ans Ziel?

Radfahrer bei Dunkelheit -Christopher-AdobeStock.com_.jpg

Radfahrer bei Dunkelheit

Radfahren liegt voll im Trend. Wer für kürzere Strecken das Rad nimmt, braucht oft nicht länger als mit dem Auto oder dem Bus. Dadurch werden nicht nur Kosten gespart und die Umwelt geschont, es hält auch noch fit und stärkt das Immunsystem.

Wer auch im Herbst und Winter bei Dunkelheit, Regen und Glätte sicher ans Ziel kommen möchte, muss sich beim Radfahren den Witterungsbedingungen anpassen.

Beleuchtung

Während der Dämmerung und erst recht während der Dunkelheit sieht man bis zu 80 Prozent schlechter als bei hellem Tageslicht.

Zu einem sicheren Radfahren in der Dunkelheit gehört die richtige Beleuchtung. Vorgeschrieben an Beleuchtungselementen sind ein weißer Scheinwerfer vorne und ein rotes Rücklicht hinten. Außerdem müssen vorne und hinten Reflektoren angebracht sein, die häufig im Licht verbaut sind. Ebenso gehören je Rad zwei gelbe Speichenreflektoren oder reflektierendes Material an Speiche, Felge oder Reifen dazu.

Viele Radfahrende schätzen Lampen mit Standlichtfunktion, leuchtet die Lampe doch weiter, wenn sie an der Ampel stehen. Während der Fahrt lädt sich der Kondensator auf, der dann genügend Energie für kurze Zwischenstopps hat. Wird die Beleuchtung statt mit einem Dynamo mit einer Batterie erzeugt, so ist zu bedenken, dass Batterien bei Kälte nicht so lange halten.

Statt einer dynamobetriebenen Beleuchtung ist seit einigen Jahren auch eine akkubetriebene Fahrradbeleuchtung zulässig. Diese lässt sich leicht am Fahrrad montieren. Stiftung Warentest hat im September 2020 akkubetriebene Front- und Rücklichter bewertet. Hierbei kostete beim Frontscheinwerfer der Testsieger über 100 Euro, doch verkehrssichere Modelle gibt es auch günstiger für 30 bis 40 Euro. Als Radfahrer sollte man beim Kauf auf die sogenannte K-Nummer bei der Lampe achten. Dieses Prüfzeichen wird vergeben, wenn die Lampe für den Straßenverkehr zugelassen ist.

Die Fahrradlampen vorne und hinten müssen dauerhaft leuchten. Blinkende Lampen sind nicht erlaubt, da andere Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeit dann schlecht einschätzen können. Bei ergänzenden Lichtern wie einer Helmlampe ist eine Blinkfunktion jedoch zulässig.

Diese Beleuchtungselemente tragen nur dann zur Sicherheit bei, wenn sie auch funktionieren und nicht kaputt oder verschmutzt sind. Wie beim Auto muss auch beim Fahrrad der Scheinwerfer richtig eingestellt sein, um einerseits den Weg für den Radfahrer gut auszuleuchten und andererseits den Gegenverkehr nicht zu blenden. Wie das Vorderlicht richtig eingestellt wird, zeigt der Beitrag „Welche Vorschriften müssen Fahrradleuchten erfüllen?“ des SWR-Marktcheck.

Wer ohne richtige Beleuchtung mit dem Rad im Dunkeln unterwegs ist, riskiert ein Verwarngeld. Eine Helmlampe ersetzt keinen vorderen Scheinwerfer und kein hinteres Rücklicht und stellt somit nur eine Ergänzung der Beleuchtung dar.

Auch ein Handylicht ersetzt keine Fahrradlampe.

Bekleidung

Trotz Licht wird bei Nebel und Regen der Radfahrer schlechter gesehen. Deshalb ist es sinnvoll, durch entsprechende Kleidung oder Reflektoren auf sich aufmerksam zu machen. Dabei spielt die Farbe der Kleidung eine wichtige Rolle. So sind dunkel gekleidete Personen erst aus 25-30 Meter Entfernung zu sehen, während Menschen mit heller Jacke bereits aus 40-50 Meter Entfernung erkannt werden. Trägt eine Person reflektierende Kleidung, wird sie bereits aus 140 bis 150 Meter Entfernung wahrgenommen und damit bis zu fünf Mal so früh wie bei dunkler Kleidung. Entsprechend diesem Sicherheitsaspekt ist es empfehlenswert, beim Kauf einer neuen Jacke oder Hose für Freizeitaktivitäten im Freien gleich ein Produkt zu wählen, das mit reflektierenden Elementen ausgestattet. Da die Herstellung von Kleidung mit Reflektorstreifen günstiger geworden ist, muss auch der Kunde für solche Produkte nicht mehr so viel Geld ausgeben. Jacken, Hosen und Schuhen von Kindern werden bereits häufig mit Reflektoren versehen.

Seine Lieblingsjacke mit Reflektorstreifen nachzurüsten ist auch leicht möglich, da es diese Streifen zum Aufnähen zu kaufen gibt.

Reflektierendes Fahrradzubehör

Wird ein neues Fahrradschloss oder eine neue Packtasche gebraucht, ist zu überlegen, ob man nicht gleich zu einem Artikel mit Reflektoren greift. Auf diese Weise ist die Packtasche doppelt nützlich.

Wer nicht viel Geld für neue Kleidung oder Fahrradzubehör mit reflektierenden Elementen ausgeben möchte, kann sich eine Warnweste anziehen. Da diese großzügig geschnitten ist, lässt sie sich leicht über eine Jacke tragen. Eine Warnweste ist nicht nur sehr auffällig, sondern auch für wenige Euros zu kaufen. Deshalb empfiehlt auch der ADAC das Tragen von Warnwesten.

Tempo runter

Radfahren bei Dunkelheit und Nässe, auf Laub oder Schnee erfordert ein angepasstes Verhalten. Zwar ist ein Aquaplaning beim Radfahren im Vergleich zum Auto aufgrund der geringeren Geschwindigkeit und der schmaleren Reifen nicht möglich, doch Nässe in Verbindung mit Laub kann gefährlich rutschig werden. Dies gilt auch für überfrorenen Schnee oder Glatteis.

Deshalb lieber langsamer und vorausschauend fahren. Auch abruptes Bremsen ist zu vermeiden, da ein nachfolgender Radfahrer kaum eine Chance hat zum Ausweichen.

Mehr Pflege für das Fahrrad

Das Rad braucht in der nassen Jahreszeit mehr Pflege, da Kette, Schaltung und bewegliche Teile unter der Feuchtigkeit leiden. Auch gestreutes Salz bekommt dem Rad nicht, weshalb es häufiger geputzt werden sollte. Damit es beim Rad nicht zu Schwergängigkeit bis hin zur Unbeweglichkeit kommt, ist vor allem die Kette regelmäßig zu reinigen und zu ölen. (fra)

Stand: Oktober 2020