Parkirrtümer: Falschparken ist teuer

Die Parkplatzsuche ist in vielen Städten schwierig und nicht immer erfolgreich. Parkt man an unerlaubten Stellen, riskiert man ein Knöllchen. Kann ich an einer kaputten Parkuhr unbegrenzt parken? Dürfen Männer ihr Auto auf Frauenparkplätzen abstellen? Informieren Sie sich, denn Falschparken kann richtig teuer werden.

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Parkplatz an der Autobahn

Zeitaufwändig und nervenaufreibend – so lässt sich vielerorts die Parkplatzsuche beschreiben. Wird das Auto dann an nicht erlaubten Stellen geparkt, riskiert man ein Bußgeld. Allein in Deutschland werden jährlich mehrere Millionen Euro an Bußgeldern für falsches Parken kassiert. Autofahrer können sich diesen Ärger ersparen, wenn Sie wissen, wo sie parken dürfen.

Was bedeutet „parken“, was „halten“?

Den Unterschied zwischen „parken“ und „halten“ sollte man kennen, da an manchen Stellen gehalten, aber nicht geparkt werden darf. Wird das Fahrzeug bis maximal drei Minuten abgestellt und der Fahrer ist in Fahrzeugnähe, spricht man von „halten“. Wer länger als drei Minuten sein Auto abstellt, parkt.
Beim „eingeschränkten Haltverbot“, meist als  Parkverbot bezeichnet, darf also bis zu drei Minuten gehalten werden.

Was sind die häufigsten Irrtümer rund ums Parken?

  • Bei kaputter Parkuhr parke ich kostenlos und zeitlich unbegrenzt
    Bei einem defekten Parkautomat ist zu schauen, ob in der gleichen Parkzone nicht ein funktionsfähiger Parkautomat vorhanden ist, um dort das Ticket zu ziehen. Ist dies nicht der Fall, muss eine Parkscheibe gut sichtbar ins Auto gelegt werden. Damit darf jedoch nicht beliebig lange geparkt werden, sondern nur bis zur angegebenen Höchstdauer.
     
  • Wenn laut Schild das Parken an Werktagen kostenpflichtig ist, ist es am Wochenende gratis
    Dies trifft nur für den Sonntag zu, nicht jedoch für den Samstag. Der Samstag zählt verkehrsrechtlich als Werktag, auch wenn viele Menschen an diesem Tag nicht arbeiten müssen.
     
  • Bei ordnungsgemäßem Parken passiert mir nichts
    Wer sein Auto ordnungsgemäß für längere Zeit parkt, ist verpflichtet, zweimal wöchentlich nachzusehen, ob der Parkplatz nicht in eine Haltverbotszone umgeändert wurde. Dies kann zum Beispiel bei Bauarbeiten oder einem Umzug der Fall sein. Während einer urlaubsbedingten Abwesenheit sollte man jemanden beauftragen nach dem Auto zu schauen. Sonst riskiert man bei einer Änderung der Parkzone in eine Haltverbotszone, dass das Auto kostenpflichtig abgeschleppt wird.
     
  • Zettel statt blau-weißer Parkscheibe
    Ein Schild weist häufig darauf hin, dass zum Parken eine Parkscheibe verwendet werden muss. Dabei gilt die Halbstundenregelung. Dies bedeutet, die Parkscheibe ist auf die nächste halbe Stunde nach der tatsächlichen Abstellzeit einzustellen. Wird das Auto um 9.10 abgestellt, ist die Parkscheibe auf 9.30 Uhr einzustellen. Wird die Höchstparkdauer überschritten, ist ein Bußgeld fällig.

    Wer keine Parkscheibe dabei hat, darf die Ankunftszeit nicht einfach auf einen Zettel schreiben und diesen im Auto ablegen. Denn das Aussehen der Parkscheibe ist vorgeschrieben. Sie ist elf Zentimeter breit und 15 Zentimeter hoch. Zudem muss sie blau-weiß sein. Da Parkscheiben gerne als Werbegeschenk verteilt werden, sollte man darauf achten, dass sie die richtige Farbe hat und die Vorderseite frei von Werbung ist. Es wurden schon Knöllchen verteilt, wenn die Parkscheibe pink statt blau war.
     
  • Auf dem Supermarktplatz parke ich umsonst
    Der Supermarktparkplatz steht nur für die eigenen Kunden für die Zeit des Einkaufens zur Verfügung.
    Bei manchen Supermärkten ist dafür eine Parkscheibe zu verwenden, da nur eine begrenzte Zeit geparkt werden darf. Wird diese vergessen, kann es teuer werden.
    Ist der Parkplatz nur über eine Schranke zugänglich, ist das kostenfreie Parken meist auch zeitlich begrenzt, zum Beispiel für 90 Minuten. Wer länger braucht, muss dann auch eine Gebühr bezahlen.
    Manche Supermärkte lassen ihre Parkplätze auch von beauftragten Parkplatzwächtern kontrollieren. Wer unberechtigt auf dem Firmengelände parkt, darf abgeschleppt werden.
     
  • Auf Frauenparkplätzen dürfen nur Frauen parken
    In Parkhäusern oder Tiefgaragen sind Frauenparkplätze eingerichtet, die sicherer sind dank ihrer Nähe zum Ausgang oder der Kameraüberwachung. Sie sind jedoch nicht in der Straßenverkehrsverordnung erwähnt. Deshalb müssen Männer, die auf Frauenparkplätzen parken, auch nicht mit einem Bußgeldbescheid rechnen. Doch die Höflichkeit gebietet es, dass Männer die Parkfläche den Frauen überlassen. Zudem kann ein Betreiber einer Großgarage eigene Nutzungsregeln aufstellen, die einzuhalten sind. Er kann von seinem Hausrecht Gebrauch machen, wenn seine Vorgaben missachtet werden.
     
  • Parken in zweiter Reihe mit Warnblinkanlage
    Das Parken in zweiter Reihe ist grundsätzlich verboten und kann mit einem Bußgeld bestraft werden. Lediglich Taxifahrer dürfen zum Ein- und Aussteigen der Fahrgäste in zweiter Reihe parken, sofern andere dadurch nicht gefährdet oder behindert werden.

    Das Halten in zweiter Reihe ist in der Regel nicht erlaubt. Eine Ausnahme ist zum Beispiel die Lieferung schwerer Produkte. Bei unerlaubtem Halten ist auch ein Bußgeld fällig und zwar in Höhe von 15 Euro, wird jemand behindert, sind es sogar 20 Euro.

    Wer in zweiter Reihe hält oder parkt, schaltet gern mal die Warnblinkanlage ein. Dies ist nach der Straßenverkehrsordnung jedoch nicht gestattet.

Wo ist das Parken erlaubt?

Parken ist überall dort erlaubt, wo es kein Haltverbot gibt bzw. wo ausdrücklich auf Parkflächen hingewiesen wird (Parkflächenmarkierungen oder Schilder mit weißem P auf blauem Grund).

Gibt es keine Parkflächenmarkierungen, darf der rechte Fahrbandrand oder ein Seitenstreifen als Parkfläche genutzt werden, sofern dort keine anderen Verkehrsteilnehmer behindert werden. In Einbahnstraßen ist das Parken auch am linken Fahrbahnrand erlaubt.

Keine Parkbereiche

Es gibt viele Bereiche, in denen das Parken nicht erlaubt ist, zum Beispiel

  • Geh- und Radwege
    Auf Geh- und Radwegen ist das Parken nicht erlaubt. Auch das Auto halb auf den Bürgersteig zu stellen ist nicht zulässig.
    Lässt ein Schild das Parken auf Fuß- und Radwegen zu, unterliegen abgesenkte Bordsteine oder Schachtdeckel weiterhin einem Parkverbot.
     
  • Kreuzungsnähe
    Fünf Meter vor und hinter Kreuzungen oder Einmündungen ist das Parken verboten.
     
  • Einfahrten
    Das Auto darf nicht vor Einfahrten abgestellt werden. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist dies nur zulässig, wenn die Einfahrt nicht behindert wird.

Zudem gibt es nicht zulässige Parkflächen, auf die Schilder und Markierungen hinweisen:

  • Haltestelle
    Es besteht ein Haltverbot 15 Meter jeweils vor und hinter den Haltestellenschildern.
     
  • Vorfahrtsstraße
    Außerhalb von Ortschaften besteht auf den Vorfahrtsstraßen ein Parkverbot. Innerhalb geschlossener Ortschaften ist das Parken – soweit es nicht anders geregelt ist - erlaubt.
     
  • Einseitige Fahrstreifenbegrenzung
    Auf einer Fahrbahnseite mit durchgezogener Linie ist das Parken nur zulässig, wenn der Abstand zwischen dem geparkten Auto und der durchgezogenen Linie mindestens drei Meter Platz beträgt. Ist der Abstand geringer ist, ist es nicht erlaubt, da andere an der Durchfahrt behindert werden.
     
  • Andreaskeuz
    Innerhalb geschlossener Ortschaften besteht ein Parkverbot bis fünf Metern und außerhalb von Ortschaften bis 50 Metern vor dem Andreaskreuz.

Bußgelder für falsches Halten und Parken

Wird man erwischt, wenn das Auto falsch gehalten oder geparkt wird, kann dies richtig teuer werden. Für das Parken an unerlaubten Stellen wie zum Beispiel auf dem Schwerbehinderten-Parkplatz oder auf dem Gehweg können 35 bzw. 30 Euro Bußgeld fällig sein. Auch nicht platzsparendes Parken wird mit zehn Euro bestraft. Wer in einer  Feuerwehrzufahrt parkt und dabei Rettungsfahrzeuge behindert, zahlt nicht nur 65 Euro Bußgeld, sondern erhält auch  noch einen Punkt in Flensburg.

Zum Bußgeldkatalog: Halten und Parken im deutschen Straßenverkehr

Wissen Sie nun Bescheid? Quiz zum Mitraten

Wer sich nun mit den Parkirrtümern auskennt, kann das Quiz rund um das Parken sicherlich gut und richtig lösen.

zum Quiz des SWR: Raten Sie mit: Sitzen Sie Park-Irrtümern auf?

Stand: April 2017