Motoröl – Korrekte Füllmenge beugt teuren Schäden vor

Wenn die Öl-Warnleuchte im Auto angeht, kann es schon zu spät sein: Der Motorölstand ist zu niedrig, teure Motorschäden drohen. Auch zu viel eingefülltes Öl kann gravierende Schäden an Motor oder Katalysator hervorrufen. Worauf sollten Autofahrer beim Motoröl achten? Wie häufig muss der Ölstand kontrolliert werden, und was ist beim Nachfüllen zu beachten?

Kontrolle des Ölstandes © Ralf Geithe - Fotolia.de_.jpg

Kontrolle des Ölstandes

Ölstand regelmäßig prüfen

Ein korrekter Ölstand ist für Funktion und Lebensdauer des Motors sowie weiterer Teile des Autos sehr wichtig. Zwar wird der Ölstand bei modernen Autos durch Sensoren überwacht, dennoch empfiehlt sich die regelmäßige manuelle Kontrolle durch den Autofahrer. Warum?

Zum einen melden die Sensoren einiger moderner Autos Ölstandveränderungen erst nach einer gewissen Fahrstrecke – beispielsweise nach 30 Kilometern ununterbrochener Fahrt. Doch häufig werden Autos im Kurzstreckenbetrieb bewegt und erreichen diese Strecke nur selten. Ein zu niedriger Ölstand wird dann gegebenenfalls erst sehr spät - oder im schlimmsten Fall zu spät - bemerkt.

Zum anderen meldet bei vielen Fahrzeugen die Elektronik einen kritischen Ölstand erst, wenn der Motor fast trockengefahren ist. Weiterfahren ist ab dann praktisch nicht mehr möglich. Denn wenn im Motor zu wenig Öl vorhanden ist, kann er nicht mehr ausreichend geschmiert werden. Sobald Metall auf Metall reibt entstehen ernste Motorschäden.

Aber auch ein zu hoher Ölstand (siehe unten) kann zu Motorschäden führen. Dieser kann unter anderem durch Ölverdünnung mit Kraftstoffrückständen insbesondere bei Dieselautos entstehen, wenn diese viel im Kurzstrecken- oder Stadtverkehr mit häufigen Kaltstarts betrieben werden.

Es empfiehlt sich daher insbesondere für Viel- und Kurzstreckenfahrer, den Ölstand etwa alle 1.000 Kilometer oder einmal im Monat zu prüfen. Auch vor einer längeren Fahrt, beispielsweise einer Urlaubsreise, sollte man nach dem Ölstand schauen. Dies geschieht entweder mit dem Ölpeilstab oder bei einigen moderneren Autos mithilfe des Bordcomputers.

Der korrekte Ölstand

Vor der Überprüfung des Ölstandes muss der Motor etwa zehn Kilometer gefahren und auf Betriebstemperatur gebracht werden, da Messungen bei kaltem Motor zu ungenauen Ergebnissen führen. Anschließend sollte man den Motor abstellen und etwa fünf Minuten warten, bis das Öl in die Ölwanne zurückgelaufen ist. Wichtig ist, dass das Fahrzeug bei der Messung auf einer ebenen Fläche steht.

Zur Messung wird der Ölmessstab herausgezogen und mit einem fusselfreien Tuch oder Papiertuch abgewischt. Dann wird er in den Schaft bis zum Anschlag kurz zurückgeschoben, wieder herausgezogen und anschließend der Ölstand abgelesen. Zur Bestimmung der Ölmenge im Motor besitzt der Ölmessstab eine obere und eine untere Markierung. Der Ölstand ist dann korrekt, wenn sich der mit Öl benetzte Bereich zwischen den beiden Markierungen befindet. Reicht der Ölfilm nur an oder sogar nur bis unter die Minimal-Markierung heran, muss umgehend Öl nach Vorschrift der Betriebsanleitung des Autos nachgefüllt werden. Besitzer von Autos mit elektronischer Ölmessung führen die Kontrolle mithilfe des Bordcomputers durch. Die dafür zu befolgenden Schritte sind der Betriebsanleitung des Fahrzeugs zu entnehmen.

Motoröl auffüllen

Welches Motoröl verwendet werden kann, ist in aller Regel ebenfalls der Betriebsanleitung zu entnehmen. Auch im Internet lassen sich Informationen über die für das jeweilige Fahrzeug zulässigen Ölsorten finden. Im Zweifel gibt die Fachwerkstatt Auskunft. Manche Hersteller schreiben bestimmte Motoröle vor. Diese Vorschriften sind unbedingt einzuhalten, damit man weder die Gewährleistungsansprüche verliert noch einen Schaden riskiert. Da ein bestimmtes, spezielles Öl möglicherweise nicht überall zu erhalten ist, sollte immer ein kleiner Vorrat im Auto mitgeführt werden.

Viele Hersteller raten dazu, Motoröl dann nachzufüllen, wenn die untere Markierung des Peilstabes erreicht ist. Wie viel man jeweils nachfüllen muss, richtet sich nach den Vorschriften des Autoherstellers. Die Differenz zwischen der unteren und der oberen Markierung des Peilstabes entspricht in der Regel etwa einem Liter.

Zum Nachfüllen den Einfüllstutzen am Motor öffnen und das Öl langsam und vorsichtig einfüllen. Es empfiehlt sich, beim Nachfüllen zwischendurch den Ölstand zu kontrollieren und nur so viel Öl einzufüllen, bis der korrekte bzw. maximal zulässige Ölstand erreicht ist.

Zu viel ist zu viel!

Vorsicht: Zu viel Öl ist ebenso schädlich wie zu wenig Öl! Deshalb ist beim Nachfüllen oder auch beim Ölwechsel strikt darauf zu achten, dass die Maximal-Markierung nicht überschritten wird. Ein zu hoher Ölstand kann beispielsweise dazu führen, dass durch bewegliche Teile im Motor das Öl aufgeschäumt wird. Damit verliert es seine Schmiereigenschaften, was zu kapitalen Motorschäden führen kann.

Zu viel Öl kann auch die Dichtungen beschädigen und/oder in den Verbrennungsraum gelangen und dort unvollständig verbrannt werden. Das dabei entstehende Abgasgemisch beschädigt unter Umständen den Katalysator. Bei Dieselmotoren („Selbstzünder“) besteht die Gefahr, dass überschüssiges Öl zu unkontrollierten Verbrennungsreaktionen und als deren Folge zu Motorschäden führt.

Falls versehentlich zu viel Öl eingefüllt wurde, muss die überschüssige Menge umgehend in einer Werkstatt abgesaugt werden. Auch bei deutlich zu hohen Ölständen, die durch Ölverdünnung entstanden sind (siehe oben), sollte unbedingt die Werkstatt aufgesucht und nötigenfalls ein Ölwechsel durchgeführt werden.

Stand: September 2018