Frühjahrsputz - der Winterdreck muss weg!

Der Frühling ist da, mit ihm die ersten wärmenden Sonnenstrahlen, und dem Autobesitzer bietet sich ein trauriges Bild: Das geliebte Vehikel sieht arg mitgenommen aus – Streusalz und Straßenschmutz haben sich regelrecht in den Lack gegraben. Innen riecht es außerdem muffig, die Fußmatten sind verdreckt, und die Scheiben sind von innen trüb geworden. Zeit also für einen gründlichen Frühjahrsputz! Worauf es dabei ankommt und welche Dinge dabei besonders beachtet werden sollten, lesen Sie hier.

Autowaschanlage Maria.P. - Fotolia.com_.jpg

Mann reinigt ein Auto in der Waschanlage

Außenreinigung

Die Reste von Streusalz und hartnäckige Verschmutzungen müssen runter vom Lack. Bevor man sein Auto jedoch in die Waschanlage fährt, sollte es gründlich vorgereinigt werden. Die meisten Waschanlagen bieten dafür eine Vorwäsche mit Hochdruckreiniger an. Der Grund: Wenn die feinen Schmutzpartikel vor der „Bürstenmassage“ nicht mit dem Dampfstrahler entfernt werden, wirken sie wie Schleifpapier und hinterlassen hässliche Kratzer im Lack.

Nach der Wäsche empfiehlt sich eine Lackinspektion. Der Streusplitt oder andere kleine Steinchen haben möglicherweise kleine Steinschlagschäden im Klar- bzw. Decklack hinterlassen. Schlimmstenfalls sind diese „Geschosse“ sogar durch alle Lackschichten bis auf das Blech durchgedrungen. Diese kleinen Schäden sollten so bald wie möglich mit einem passenden, in der Autowerkstatt erhältlichen, so genanntem „Lackstift“ ausgebessert und mit Klarlack überlackiert (besser gesagt, mit feinem Pinsel getupft) werden, damit keine Folgeschäden wie Roststellen entstehen können. Ist schon eine Roststelle vorhanden, sollten Sie diese nur selbst behandeln, wenn Sie in solchen Dingen erfahren sind. Ansonsten sind diese Schäden ein Fall für die Fachwerkstatt bzw. den Lackierbetrieb.

Anschließend wird der Lack, sofern erforderlich, aufpoliert oder zumindest mit Hartwachs versiegelt. So konserviert, ist er in der Regel für mehrere Monate gegen Witterungseinflüsse gut geschützt.

Unterbodenwäsche

Eine Unterbodenwäsche ist sinnvoll, da sich Streusalz, Dreck und Feuchtigkeit an vielen zum Teil schwer zugänglichen Stellen des Fahrzeugunterbodens festsetzen und dort zu Rostbildung führen können. Doch Vorsicht: Die automatische Unterbodenwäsche von Waschanlagen spritzt das Wasser mit hohem Druck unkontrolliert auf den Unterboden, und dies kann unter Umständen zu Schäden an Mechanik und Elektronik führen. Zudem werden einige Stellen kaum oder gar nicht erreicht. Daher raten einige Experten dazu, die Unterbodenwäsche mit dem Dampfstrahler und mittlerem Druck von Hand vorzunehmen. Beauftragen Sie gegebenenfalls mit dieser Arbeit eine Autowerkstatt.

Motorwäsche

Ein Blick unter die Motorhaube offenbart: auch hier hat der Winter seine Spuren hinterlassen. Oberflächliche Verunreinigungen sind vor allem eines: hässlich. Außerdem können sie bei dauerhafter Einwirkung auf die elektrischen Bauteile zu Störungen führen. Auch hier gilt: Wenn Sie sich eine Motorwäsche nicht selbst zutrauen, oder es aus Umweltschutzgründen nicht zulässig ist (Ölrückstande können ins Grundwasser gelangen!), lassen Sie sie im Bedarfsfall in der Werkstatt machen. Das kostet nicht die Welt, und sorgt dafür, dass nicht aus Unachtsamkeit oder Unkenntnis die Elektronik in Mitleidenschaft gezogen wird.

Innenreinigung

Anschließend wird der Innenraum einer Frühjahrskur unterzogen. Zunächst werden alle Fußmatten herausgenommen und gründlich gesäubert. Unter den Fußmatten, im Kofferraum und unter den Sitzen wird mit dem Staubsauger – den man häufig als stationäres Gerät an Tankstellen oder auf dem Gelände von Waschanlagen vorfindet – loser Schmutz und Staub entfernt. Feuchte Stellen müssen gründlich getrocknet werden. Dafür eignet sich beispielsweise Zeitungspapier. Stoff- und Lederpolsterung werden einer Sichtkontrolle unterzogen und gegebenenfalls mit den entsprechenden Mittel wie Polsterreinigungsschaum oder Lederpflege behandelt.

Scheiben putzen

Durch den Betrieb der Klimaanlage bzw. der Lüftung lagert sich an den Innenseiten der Autoscheiben ein schmutziger Belag an, der die Sicht behindern kann. Mit Mikrofasertuch oder haushaltsüblichem Glasreiniger und einem sauberen Geschirrtuch beseitigt man den Schmutzfilm im Handumdrehen (Empfehlung der Redaktion!). Das oft empfohlene Küchenpapier ist nicht immer geeignet, da es nicht selten Schlieren auf dem Glas hinterlässt. Hier gilt: ausprobieren, was am besten funktioniert.

Wischerblätter prüfen

Vereiste Scheiben ruinieren selbst die besten und teuersten Wischerblätter in Sekunden – wenn man den Scheibenwischer aus Versehen oder absichtlich bedient hat, bevor das Eis vollständig abgekratzt wurde. Wenn Ihnen das Missgeschick passiert ist, hilft nur eines: Austauschen! Denn schmierende Wischerblätter behindern die Sicht und stellen ein Sicherheitsrisiko dar.

Ballast abwerfen

Alles, was nicht mehr unbedingt im Fahrzeug bleiben muss, kommt jetzt raus. Dazu zählen Schneeschaufel, Handfeger, Schneeketten, eventuell das Starthilfekabel etc.. Denn jedes Kilogramm zusätzliches Gewicht bezahlen Sie durch Mehrverbrauch teuer an der Tankstelle. Das Gleiche gilt für im Sommerhalbjahr nicht mehr benötigte Dachträger jeglicher Art, die den Luftwiderstand und damit den Spritverbrauch erhöhen.

Reifenwechsel

Sind alle vorgenannten Arbeiten erledigt, kommt schließlich der Wechsel von Winter- auf Sommerbereifung an die Reihe. Bevor Sie sich selbst an die Arbeit machen, den Reifenhändler oder die Werkstatt damit beauftragen, prüfen Sie die Profiltiefe der Winterpneus. Liegt diese unter vier Millimeter, sind die Reifen für die kommende Wintersaison nach den allgemeinen Empfehlungen des ADAC und der Reifenhersteller nicht mehr optimal geeignet. Dann können sie bei dieser Gelegenheit gleich entsorgt werden. Dies gilt auch für ein Reifenalter jenseits von sechs oder sieben Jahren, da dann die Gummimischung verhärtet und die Wintertauglichkeit stark eingeschränkt ist.

Für Sommerreifen gilt: selbst wenn der Gesetzgeber lediglich ein Minimalprofil von 1,6mm vorschreibt, wird von Fachleuten eine Mindestprofiltiefe von drei Millimetern angeraten. Falls Ihre Sommerreifen dieses Profil nicht mehr aufweisen sollten, lassen Sie am besten Neureifen aufziehen.

Sind die Sommerräder montiert, sollte umgehend deren Luftdruck geprüft und bei Bedarf auf die vorgeschriebenen Füllwerte eingestellt werden. Die Füllwerte hängen unter anderem vom Beladungsstatus des Fahrzeugs ab. Sie finden sie in der Bedienungsanleitung Ihres Fahrzeugs oder häufig auch an der Innenkante der Fahrertür bzw. am Tankdeckel. Luftdruckmess- und Füllgeräte befinden sich an jeder Tankstelle.

Reifen lagern

Die Winterräder werden vor dem Einlagern gründlich von Schmutz- und Salzresten gereinigt. Hierzu benutzt man am besten einen Felgenreiniger und einen Dampfstrahler. Was dann noch nicht verschwunden ist, wird mit einer Felgenbürste entfernt. Nach dem Trocknen werden die Räder bzw. die Reifen entsprechend ihrer bisherigen Achsen-Position markiert. Dies geschieht am einfachsten mit Kreide. Danach lagern Sie die Räder bzw. Reifen an einem kühlen, trockenen und Licht-geschützen Ort, beispielsweise im Keller Ihres Hauses. Hierfür gibt es spezielle Aufbewahrungsständer – „Felgenbaum“ genannt. Kompletträder können Sie auch übereinander gestapelt lagern. Es wird empfohlen, zuvor den Luftdruck um etwa 0,5 bar zu erhöhen. Reifen, die nicht auf Felgen aufgezogen sind, lagert man stets aufrecht stehend. Dabei sollten sie hin und wieder etwas gedreht werden, um Standplatten zu vermeiden.

Stand: März 2017