Auto: Freie Sicht bei Schnee und Eis

Wer im Winter sein Auto im Freien parken muss, dem bleibt der morgendliche Frühsport mit Freikratzen der vereisten Scheiben nicht erspart. Nicht nur die Scheiben, auch Beleuchtung und Kennzeichen müssen schneefrei sein. Wie werden die Scheiben einfach und schnell vom Eis befreit? Und wofür sind Socken hilfreich?

Auto von Schnee und Eis befreien_Kitty - AdobeStock.jpeg

Auto von Schnee und Eis befreien

Beim Autofahren kommt im Winter vieles zusammen: Glatte Straßen, Dunkelheit, vereiste Scheiben. Dabei ist jetzt gutes Sehen für ein sicheres Fahren besonders wichtig. Deshalb sollten die Scheiben nicht nur sauber, sondern auch von Schnee und Eis befreit sein. Doch was tun, wenn die Scheibe zugefroren ist? Mit diesen Tipps haben Sie einen klaren Durchblick und kommen sicher ans Ziel.

Vor dem Starten nicht nur die Scheiben frei kratzen

Bevor man losfährt, ist das Auto gründlich von Schnee und Eis zu befreien.

  • Kein Schnee auf Beleuchtung, Autodach, Motorhaube und Kennzeichen
    Auf dem Dach, der Motorhaube oder den Leuchten darf kein Schnee liegen. Wer den Schnee nicht entfernt, riskiert, dass der Schnee während der Fahrt aufgewirbelt wird. Dadurch wird die Sicht im eigenen Auto wie in den nachfolgenden Autos beeinträchtigt.
    Auch der Schnee auf dem Autodach ist vollständig wegzuwischen. Er ist gefährlich, weil er bei starkem Bremsen auf die Frontscheibe rutschten kann und dadurch die Sicht komplett blockiert ist.
     
  • Scheiben dauerhaft frei von Eis und Schnee
    Es genügt nicht, in der Frontscheibe ein kleines Guckloch frei von Eis und Schnee zu machen. Denn nach der Straßenverkehrsverordnung dürfen Sicht und Gehör des Fahrzeugführers durch Besetzung, Ladung, Geräte oder Fahrzeugzustand nicht beeinträchtigt werden. Und durch vereiste Scheiben wird die Sicht eindeutig behindert. Deshalb müssen alle Scheiben frei ein. Die Heckscheibe ist nur dann davon ausgenommen, wenn zwei Außenspiegel die Sicht nach hinten gewährleisten.
    Wer sich nicht daran hält, riskiert ein Verwarngeld von zehn Euro; wird dadurch ein Unfall verursacht, sind 35 Euro Bußgeld fällig.

    Selbstverständlich sollte auch sein, dass nicht nur bei Fahrtantritt die Scheibe frei ist, sondern auch während der Fahrt. Dies setzt eine funktionierende Scheibenwischanlage mit intakten Scheibenwischern und genügend Frostschutzmittel voraus. Deshalb sollte im Winter regelmäßig überprüft werden, ob nicht Frostschutzmittel nachgefüllt werden muss.

Schnelleres, aber auch teures Eiskratzen, wenn der Motor läuft

Mancher denkt, dass das Eiskratzen doch viel schneller und einfacher ist, wenn der Motor läuft. Dies stimmt tatsächlich, ist aber gesetzlich nicht erlaubt und kann deshalb richtig teuer werden. Wenn ein Auto still steht, darf es nämlich nach dem Kraftfahrzeuggesetz nicht mehr Rauch, üblen Geruch oder schädliche Luftverunreinigungen verursachen als bei ordnungsgemäßem Betrieb. Deshalb ist der Motor auch bei Wartezeiten vor Bahnübergängen oder längeren Staus abzustellen. Zudem schadet das Warmlaufen des Motors nicht nur der Umwelt durch die vermehrte Abgabe von Abgasen, sondern auch dem Motor selbst.

Vereisen der Scheiben verhindern mit Folie oder Salz

Am besten ist es natürlich, wenn die Scheiben erst gar nicht vereisen. Dies ist durch mehrere Maßnahmen zu erreichen:

Folien halten eisfrei, Pappe nicht

  • Für die Frontscheibe des Autos gibt es im Fachhandel oder Baumarkt Folien für wenige Euros zu kaufen. Die Folie wird abends auf die Scheibe gelegt und mit den beidn Vordertüren rechts und links eingeklemmt. Wenn morgens die Folie vereist ist, ist es ratsam, diese in einen kleinen im Kofferraum befindlichen Plastikeimer oder eine Plastikwanne zu legen. So wird durch das Auftauen der Folie der Kofferraum nicht nass.

    Wer es noch günstiger möchte, nimmt zum Abdecken einen stabilen Plastikmüllsack, der an den beiden Längsseiten aufgeschnitten und über die Scheibe gelegt wird. Dann ist er nur noch in den Türdichtungen einzuklemmen. Darauf haftender Schnee und Eis lassen sich leicht abschütteln.
     
  • Wer nicht nur die Scheiben, sondern das ganze Auto vor Schnee und Eis schützen möchte, hüllt sein Auto in komplette Kunststoffabdeckungen ein. Diese sind auch für wenig Geld zu kaufen. Bei großen Fahrzeugen ist das Überstülpen über das Fahrzeug alleine etwas umständlich. Leichter geht es dann zu zweit.
     
  • Vom Abdecken der Scheiben mit Pappe oder Papier ist abzuraten, da diese schnell durchnässen und dann auf der Scheibe festfrieren.

Hausmittel: Zwiebel, Salz und Essig

  •  Zwiebel, Essig: Angeblich soll bei nur geringen Minusgeraden auch das Einreiben der Scheibe mit einer Zwiebelhälfte oder das Aufsprühen eines Essig-Wasser-Gemisches im Verhältnis eins zu drei die Eisbildung verhindern. Bei der Überprüfung der Essig-Methode musste aber bei minus vier Grad Celsius schon ordentlich gekratzt werden.
     
  • Salzwasser: Bekannt ist, dass das Salz den Gefrierpunkt des Wassers absenkt. Deshalb wird im Winter vorsorglich Salz auf Straßen und Gehwege gestreut, um diese eisfrei zu halten. Dieser Effekt kann auch für eisfreie Scheiben sorgen. Dazu werden zwei bis drei Esslöffel Salz in einem halben Liter lauwarmem Wasser aufgelöst. Mit einem mit der Salzlösung befeuchteten Schwamm werden nun die Autoscheiben abgewischt. Nun braucht man nur noch die Feuchtigkeit auf den Scheiben trocknen lassen.
    Diese Methode eignet sich, wenn die Temperaturen noch nicht zu sehr gefallen sind.

Gebäudenah parken

Die Scheibe bleibt meist auch eisfrei, wenn das Auto nah an einem Haus parken kann, am besten mit der Windschutzscheibe zur Hauswand hin.

Was tun, wenn die Autoscheiben vereist sind

Je nachdem, ob man Muskelkraft, Chemie oder Energie einsetzen möchte, gibt es verschiedene Methoden, die Scheiben vom Eis zu befreien. Die häufigsten Methoden sind:

  • Eiskratzer
    Ein Eiskratzer sollte in jedem Auto sein. Je nachdem, wie dick die Eisschicht ist, braucht man viel Kraft und Geduld. Um morgens nicht zu spät zur Arbeit zu kommen, sollte man schon fünf bis zehn Minuten dafür einplanen. Oftmals erhält man Eiskratzer als Werbegeschenk, doch deren Qualität ist nicht immer die beste. Besser ist es, lieber drei bis sechs Euro für einen guten Eiskratzer auszugeben. Gute Eiskratzer haben eine Sägezahnkante, um eine dicke Eisschicht anzurauen. Mit der glatten Kante und der bei manchen Eiskratzern vorhandenen Gummilippe wird der Wasserfilm abgezogen. Angenehm ist es, wenn am Eiskratzer ein Handschuh angebracht ist, da dieser die Finger vor der Kälte schützt.
     
  • Enteisungsspray
    Mit einem Enteisungsspray hat man in wenigen Minuten die Autoscheiben eisfrei. Auch hier sind hochwertige Produkte zu bevorzugen, da diese Lack und Scheibenwischerblätter nicht angreifen und auch keinen Schmierfilm auf der Scheibe hinterlassen. Hierzu gehören Sprays mit einem hohen Alkoholanteil auf Glykolbasis.
    Ist die Eisschicht sehr dick, reicht das Spray alleine nicht aus. Dann muss man zunächst unterstützend mit dem Eiskratzer tätig werden.
     
  • Heizgeräte und Wärmeflasche
    Als Alternative zur Standheizung können Heizlüfter verwendet werden, die über die Bordspannung oder mit 230 Volt Netzspannung betrieben werden. Dafür muss man aber reichlich Zeit einplanen, denn je nach Leistungsstärke des Gerätes dauert es 20 bis 30 Minuten, bis die Scheiben eisfrei sind.

    Etwa gleich lang dauert es, wenn eine mit heißem Wasser gefüllte Wärmeflasche aufs Armaturenbrett gelegt wird und durch die Wärmeabstrahlung das Eis auf der Windschutzscheibe zum Schmelzen bringt.

Auf keinen Fall

  • Heißes Wasser verwenden
    Von heißem Wasser ist dringend abzuraten, auch wenn es schnell und effektiv ist. Doch dadurch kann auch die komplette Scheibe kaputt gehen, da es durch die hohen Temperaturunterschiede zu Spannungsrissen kommt. Passiert dies bei der Windschutzscheibe, darf mit dem Auto nicht mehr gefahren werden, da die Sicht erheblich behindert ist.

    Mancher Autofahrer hat aber mit lauwarmem Wasser, also um die 20 Grad Celsius, keine schlechten Erfahrungen gemacht. Wird das lauwarme Wasser über die vereisten Scheiben gegossen, taut das Eis auf und muss dann gleich mit dem Abzieher abgezogen werden, damit es nicht wieder anfrieren kann. Sicherheitshalber sollte vor dem Ausprobieren dieser Methode beim Autohändler nachgefragt werden, ob diese Methode problemlos anzuwenden ist.
     
  • Scheibenwischer einsetzen
    Wer es eilig hat, lässt schon mal die Scheibenwischer laufen, um die Scheibe eisfrei zu bekommen. Dies schadet jedoch der Scheibenwischeranlage, da der Motor nicht genügend Kraft hat, die festgefrorenen Scheibenwischer zu lösen und kaputt gehen kann. Aber auch die Scheibenwischer selbst werden durch die raue Eisschicht beschädigt und wischen dann bei Regen die Scheibe nicht mehr richtig ab.

Tipp für eisfreie Außenspiegel
Eine einfache, aber wirkungsvolle Methode: Wird eine Socke über den Außenspiegel gestülpt, bleibt dieser eisfrei. Die Socke lässt sich abends leicht überziehen und morgens schnell entfernen.

Stand: Januar 2019