Auto-Abos – schon mal von gehört?

Die meisten Verbraucher kennen Abos für Zeitschriften oder Streamingdienste, um Filme zu schauen oder Musik zu hören. Abonnements für Autos sind dagegen bisher noch ziemlich unbekannt. Dabei kann so ein Auto-Abo besonders für Menschen interessant sein, denen die Nutzung wichtiger ist als der Besitz von Eigentum oder die nur für einen kurzen Zeitraum ein Auto benötigen. Wir haben das mal recherchiert.

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Familie schaut aus den Autofenstern

Was versteht man unter einem Auto-Abo?

Bei einem Auto-Abo wird mit dem jeweiligen Anbieter ein Nutzungsvertrag über einen Pkw abgeschlossen. Der Abonnent zahlt im Rahmen dessen einen monatlich fixen Tarif, der bis auf Sprit oder Strom, bereits alle anfallenden Kosten der Unterhaltung wie Wartung, Reparaturen, Versicherungen, Steuern oder TÜV/AU beinhaltet. Die Laufzeit des Abos kann zwischen einem Monat und bis zu zwei Jahren variieren. Manche Anbieter ermöglichen zusätzlich einen Fahrzeugwechsel innerhalb des Abo-Zeitraums. Das Auto wird nach Ende der Laufzeit wieder an den Anbieter zurückgegeben.

Die Abonnements werden von Fahrzeugherstellern oder Autovermietern angeboten. Bei den Pkws kann es sich um Verbrenner, Autos mit Elektroantrieb oder Hybride handeln. Auch Campingfahrzeuge gibt es im Abo-Angebot.

Vorteile des Abo-Modells…

Die Abonnenten müssen sich bis aufs Tanken von Kraftstoff oder Autowäschen um nichts weiter kümmern – alles weitere wie Wartung, Reparaturen oder Wechsel von Sommer- auf Winterreifen übernimmt der Abo-Anbieter.

Wer gerne mal ein Auto außerhalb seiner persönlichen Preisklasse fahren möchte, kann diese Träume durch ein Auto-Abo wahr werden lassen. Einige Anbieter bieten auch Verträge für luxuriösere Fahrzeuge an.

Ein weiterer großer Vorteil ist zudem die hohe Flexibilität bei den Abo-Laufzeiten. So gibt es bereits Abo-Verträge für einen bis drei Monate. Je nach Lebenssituation kann der Vertrag dann kurzfristig gekündigt – manche Anbieter ermöglichen dies monatlich – oder aber angepasst und so zu einem anderen Fahrzeug gewechselt werden.

Die Fahrzeuge stehen meist innerhalb weniger Tage nach Vertragsabschluss für den Abonnenten bereit. Lange Lieferzeiten wie bei einem regulären Pkw-Kauf, gibt es kaum.

…und Nachteile

Allerdings haben einige Abo-Anbieter ein Mindestalter, das zum Beispiel bei 23 Jahren liegt, und/oder ein Höchstalter von 75, 70 oder sogar 55 Jahren für den Vertragsabschluss vorgesehen. Interessierte sollten sich hier vorher schlaumachen.

So gut die Flexibilität der Abo-Modelle auch klingt, so gilt dennoch: Je kürzer das gewählte Abo, desto teuer werden die monatlichen Gebühren. Günstiger ist ein Abo, das für ein Jahr abgeschlossen wird.

Meist wird bei Vertragsabschluss eine monatlich Kilometer-Leistung festgelegt. Wird diese doch mal überschritten, können die Zusatzkilometer schnell zu einer teuren Nachzahlung führen.

Auch die Selbstbeteiligung bei der Versicherung im Schadensfall kann je nach Abo deutlich ins Geld gehen und sollte vor Vertragsabschluss gecheckt werden.

„Aufgepasst“ heißt es auch für denjenigen, der nach einer gewissen Laufzeit sein Abo beenden möchte. Hier müssen in der Regel die Nutzer aktiv werden und kündigen, sonst läuft das Abo weiter wie man es bereits von Zeitschriften oder Streamingplattformen kennt.

Abo oder Leasing – wo liegt der Unterschied?

Abo und Leasing – an vielen Stellen ähneln sich die Modelle. Doch es gibt auch Unterschiede, die nicht unerheblich sein können.

Während beim Leasing eine Sonderzahlung oder Anzahlung fällig wird, die umso höher ist, je geringer die monatliche Leasingrate ausfällt, so wird bei vielen Abos lediglich eine Startgebühr gefordert.

Zudem stellt das Restwertleasing ein größeres Risiko für den Nutzer dar. Hier wird statt einer Kilometerzahl ein Preis festgelegt, den das Auto nach Vertragsende noch wert sein soll. Liegt der Preis über dem Wert, gibt es Geld zurück. Liegt der Preis jedoch darunter, kann es für den Nutzer teuer werden. Bereits gesetzliche Bestimmungen zum Umweltschutz können den Preis drücken und für den Nutzer solche Nachzahlungen bedeuten.

Auch die Laufzeit unterscheidet sich bei beiden Modellen. Während das Auto-Abo nach bereits einem oder drei Monaten wieder gekündigt werden kann, wir der Leasingvertrag meist direkt für Jahre abgeschlossen.

Wer Wert auf eine besondere Ausstattung des PKWs legt, ist mit einem Auto-Abo schlecht beraten. Beim Leasing hingegen, bleiben diesbezüglich kaum Wünsche offen.

Für wen lohnt sich das?

Das Abo-Modell kann interessant sein für Menschen, die ein hohes Maß an Flexibilität wünschen oder ein Auto nur für einen gewissen Zeitraum nutzen möchten, beispielsweise in den Wintermonaten oder für eine Urlaubsreise. Auch Personen, die Interesse an speziellen Marken, Modellen oder Antriebsarten haben, ermöglicht ein Abo ein intensiveres Probefahren.

Die Angebote der Anbieter sollten vor Vertragsabschluss gut geprüft und miteinander verglichen werden. Hierfür lohnt es sich vorab Zeit zu nehmen, um keine unnötigen Kosten zahlen zu müssen.(Sie)

Stand: Februar 2022