Wenn aus strahlend Weiß plötzlich grau wird – Tipps zum Umgang mit weißer Wäsche

Wer kennt es nicht? Das strahlend weiß gekaufte Hemd sieht nach einigen Wäschen gar nicht mehr so blendend aus: Ein Grauschleier liegt über dem neuen Lieblingsstück. Was bei Vergrauung hilft und wie man vorbeugt, erläutert eine Expertin.

Mann schlaegt an Wand Christopher Hall - fotolia.com_.jpg

Mann in einem weißen Hemd schlägt an die Wand

Hausmittel, Spezialprodukte und Vollwaschmittel sollen helfen. Doch welche Mittel hellen Gräuliches wirklich wirkungsvoll auf? Und was muss man beim Waschen beachten, um weiße Kleidungsstücke dauerhaft weiß zu erhalten? Anne Mitschulat, Vorsitzende des DHB-Netzwerk Haushalts, Landesverband Hessen e.V., hat die Tipps und gibt Antworten auf häufige Fragen.

Was ist Grauschleier?

Der Grauschleier entsteht durch das Zusammenkommen von fein verteiltem Schmutz, Kalkablagerungen und Kalkseifen.

Woher kommt er?

Es gibt viele Gründe, die wichtigsten:

  • Weiße Wäsche wird oftmals mit farbiger Wäsche zusammengewaschen, um die Waschmaschine optimal gefüllt zu starten. Da die Vollwaschmittel keine Inhaltsstoffe enthalten, die das Verfärben verhindern (Verfärbungsinhibitoren), kann es zu Farbübertragungen kommen.
  • Weiße Wäsche wird grau, wenn sie mit Colorwaschmittel gewaschen wird, das keine Bleichmittel und optischen Aufheller enthält.
  • Die Waschmitteldosierung wird oftmals nicht an die Wasserhärte angepasst. Der Schmutz kann einerseits nicht ausgespült werden, andererseits setzen sich Kalkseifen und Kristalle auf der Wäsche ab, die Schmutz binden.
  • Die neuen Waschmaschinen verbrauchen extrem wenig Wasser. Durch die Abläufe, die einerseits zu hoher Energie- und Wassereinsparung führen, ist es jedoch schwieriger, gerade in gut gefüllten Maschinen den Schmutz herauszubekommen.

Wie kann ich Grauschleier vorbeugen?

  • Waschen Sie weiße Wäsche niemals mit farbigen Textilien zusammen.
  • Waschen Sie weiße Wäsche mit pulverförmigen Waschmittel, das Bleichmittel und optische Aufheller enthält.
  • Achten Sie auf die korrekte Dosierung. Die Geräte- und Waschmittelhersteller haben die Waschleistung und -wirkung so aufeinander abgestimmt, dass die Dosierungsempfehlung auf der Verpackung eingehalten werden sollte.
  • Füllen Sie bei starker Verschmutzung weniger Wäsche in die Maschine. Stark verschmutzte saugfähige Wäsche sollen Sie vorher einweichen.
  • Oftmals hilft es, wenn man die Wasser Plus –Taste drückt oder einen zusätzlichen Spülgang wählt.

Wie kann ich Grauschleier wieder effektiv entfernen?

  • Weiße Wäsche aus Baumwolle waschen Sie ausnahmsweise bei 90-95°C.
  • Gegen Kalkablagerungen setzen Sie der Wäsche statt Waschmittel 100g Zitronensäure pro Maschinenfüllung zu und waschen die Wäsche - wenn die Fasern es zulassen – bei 60°C.
  • Waschen Sie alternativ die vergraute Wäsche mit Ihrem „normalen“ Waschmittel bei 60°C (sofern die Fasern dies zulassen) und setzen dazu ein hypochlorithaltiges Bleichmittel (saure Chlor- bzw. Hypochlorit-Lösung) ein. Nach mehrmaligem Waschen nimmt der Grauton allmählich ab.
  • Weiße Synthetikfasern, die vergraut sind können Sie mit Dessous-Weißmachern behandeln. Dazu weichen Sie die vergraute Wäsche damit in einem Plastikeimer über mindestens zehn Stunden ein. Verschließen Sie nach Möglichkeit den Eimer, da das Mittel schwefelig riecht.

Autor:  Anne Mitschulat, DHB-Netzwerk Haushalt, Landesverband Hessen e.V.

Weiterführende Informationen: Silvia Frank: Das Haushalts-1x1, frech-Verlag 7. Aufl. 2012