Plastikfreie Küche – diese Alternativen gibt es

Spülmittel in Plastikverpackungen, Müllbeutel, Kunststoffschwämme und Kaffeekapseln – auch in der Küche sammelt sich viel Plastikmüll an. Welche umweltfreundlichen Alternativen gibt es?

zero-waste-4844683_1280.jpg

Unverpackte Lebensmittel in Gläsern und Beuteln

Obst, Brot, Nüsse und Nudeln unverpackt einkaufen

Mittlerweile muss man gar nicht mehr unbedingt einen Unverpackt-Laden aufsuchen um Lebensmittel ohne Plastikverpackung zu kaufen, denn auch Supermärkte und Discounter bieten Obst, Gemüse oder Kräuter lose an. Manche Geschäfte sind sogar mit Spendern für Nüsse, Samen, Haferflocken oder Nudeln ausgestattet, sodass Kunden sich die gewünschte Menge des jeweiligen Produktes in mitgebrachte Behälter abfüllen können. Auch türkische Läden oder Händler auf dem Wochenmarkt und in Markthallen haben unverpackte Lebensmittel im Sortiment.

Anstelle von Plastiktüten können dünne Stoffbeutel aus Biobaumwolle oder Leinen den Transport von losem Obst oder Gemüse erleichtern. Wer gerne kreativ ist, kann auch aus alten Baumwollresten Transportbeutel nähen. Anleitungen hierzu findet man reichlich im Internet.

Jute statt Brötchentüte

Auch die Papiertüten, in denen man frische Brötchen, Brot und Kuchen vom Bäcker nach Hause transportiert, müssen nicht unbedingt sein. Schließlich werden auch hier für die Herstellung Ressourcen verbraucht, die bereits nach kurzer Zeit in der Mülltonne landen. Beim nächsten Bäckereibesuch kann man die losen Brötchen direkt in eine saubere Jutetasche oder einen Brötchenbeutel einfüllen lassen. Wird es etwas klebriger, etwa bei süßen Teilchen und Kuchen, kann auch eine Dose,genutzt werden.

Plastik in Plastik verpacken? So ein Müll!

Dinge, die man in die Mülltonne wirft, werden nochmal in Plastikmüllbeutel verpackt, um den Abfall dann gebündelt zu entsorgen – je länger man darüber nachdenkt, desto verrückter erscheint einem diese Tatsache. Aber es geht auch anders, zum Beispiel mit der Gelben Tonne. Hierfür werden die trockenen, falls nötig ausgewaschenen, Verpackungen in einem Abfalleimer mit Innenbehälter gesammelt. Ist dieser voll, wird der Inhalt lose in die Gelbe Tonne ausgekippt.

Beim Rest- oder Biomüll wird das plastikfreie Entsorgen zwar schon etwas schwieriger, aber auch das funktioniert dank spezieller Edelstahl- oder Keramik-Behälter, die sich einfach säubern lassen. Beutel aus Mais- oder Kartoffelstärke verrotten zu langsam und gehören deshalb auch nicht in den Biomüll, abgesehen davon, dass sie Ressourcen verbrauchen. Am umweltfreundlichsten sind Müllbeutel aus recyceltem Polyethylen mit dem „Blauen Engel“.

Tipp: Die Plastikverpackung von Toilettenpapier kann als Mülltüte weiterverwendet werden, etwa für den Badezimmermüll. Alte Tageszeitungen lassen sich zu Mülltüten für Biomüll falten. Hier gibt es eine Anleitung!

Plastikfrei Spülen

Auch das Abwaschen geht ohne Plastik, zum Beispiel mit selbstgemachten Küchenschwämmen aus Paketschnur, gehäkelten und somit waschbaren Spüllappen oder robusten Spülbürsten aus Holz und Naturfasern, deren Bürstenkopf man regelmäßig und umweltfreundlich ersetzen kann.

Auf Basis von Essig oder Natron kann Spülmittel selbst hergestellt und in leere Plastikflaschen abgefüllt werden.

Abdecken und einwickeln in Wachstücher

Für Frischhalte- oder Alufolie gibt es wiederverwendbare Alternativen, etwa aus Bienenwachs. Die Wachstücher eignen sich dafür, angeschnittenes Obst oder Gemüse, Joghurtbecher, Salatschüsseln und Käse einzuwickeln oder abzudecken. Durch die Wärme der Hände wird das Tuch weicher, flexibler und haftet mühelos an glatten Oberflächen und an sich selbst. Nach jeder Nutzung sollte es mit lauwarmem Wasser und etwas Spülmittel (ohne Alkohol) gesäubert und an der Luft getrocknet werden.

Plastikflaschen adé!

Deutsches Leitungswasser ist jederzeit und überall verfügbar und gehört zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln überhaupt. Hinzu kommt: Leitungswasser ist sogar die sparsamere Alternative! Während das günstigste Mineralwasser laut Stiftung Warentest 13 Cent pro Liter kostet, ist ein Liter Leitungswasser für weniger als einen halben Cent zu haben.

Filterkaffee oder French Press statt Kapselkaffee

Vollautomaten sind praktisch und können häufig tolle Kaffeekreationen zaubern - benötigen sie dafür allerdings Kaffeekapseln, sind sie nicht ökologisch. Der klassische Filterkaffee oder auch eine French Press-Kaffeekanne sind hier wesentlich umweltfreundlicher. Der übrigbleibende Kaffeesatz  lässt sich sogar noch im Haushalt und Garten weiterverwenden.

Küchenhelfer gibt es auch in ökologischer Variante

Kochlöffel, Nudelsieb oder Schöpfkelle gibt es auch aus haltbaren, plastikfreien Materialien wie Holz, Edelstahl oder Bambus. Solange aber alle Gerätschaften noch funktionieren, sollte nichts ersetzt werden. Schließlich ist es immer noch am besten, wenn man nichts Neues kaufen muss! (Sie)

Stand: September 2020