Plastikfrei im Haushalt – diese Alternativen gibt es

Die enormen Plastikmengen stellen ein zunehmendes Problem für Umwelt und Gesundheit dar. Mikroplastik ist inzwischen faktisch überall nachweisbar. Dabei sind Kunststoffe häufig vermeidbar – und das fängt schon im Haushalt an. Für die alltäglichen Aufgaben im Haushalt, wie Wäsche waschen oder Putzen, gibt es umweltfreundlichere Alternativen, die obendrein frei von synthetischen Tensiden, Konservierungs-, Farb- und Duftstoffen sind.

AdobeStock_277603870.jpeg

Bürsten mit wiederverwendbaren Köpfen, aufgeschnittene Zitrone, Natron in einer Schale, gestreiftes Küchenhandtuch und Luffaschwamm liegen auf gefließtem Boden

Abwasch ohne Plastik

Geschirr, Töpfe und Besteck müssen nicht länger mit Einweg-Plastikschwämmen oder Plastikbürsten gespült werden. Mittlerweile gibt es, nicht nur in den speziellen Unverpacktläden, sondern auch in herkömmlichen Supermärkten und Drogerien robuste Spülbürsten aus Holz und Naturfasern, deren Bürstenkopf regelmäßig und umweltfreundlich ersetzt werden kann.

Wer lieber Schwämme oder Spültücher nutzt, kann zum Beispiel auf Luffa-Schwämme zurückgreifen. Dabei handelt es sich um das getrocknete, äußerst widerstandsfähige Fruchtfleisch der Luffapflanze, die zur Gattung der Kürbisgewächse zählt. Die Schwämme sind reine Naturprodukte und haben keinerlei chemische Behandlung erfahren, daher bauen sie sich schnell ab, wenn sie im Müll landen.

Wer sich gerne kreativ auslebt, kann Spültücher und Küchenschwämme häkeln oder aus Paketschnur basteln. Das Tolle an den Eigenkreationen: Die Häkellappen sind ganz schnell wieder keimfrei - einfach in der Waschmaschine bei mindestens 60 Grad waschen.

Altkleider: Dank Upcycling umweltfreundlich putzen

Um den Rest der Wohnung sauber zu halten, eignen sich wiederverwendbare Stoffhandtücher oder Baumwollputztücher. Bevor alte T-Shirts, Handtücher oder Bettlaken im Müll entsorgt werden, können sie noch als Putzlappen herhalten. Hierfür die Teile einfach mit einer Haushaltsschere in Putzlappengröße zurechtschneiden. Einzelne oder ausgeleierte Socken mit Löchern machen noch eine prima Figur beim Staubwischen. Einfach die Socke über die Hand ziehen, leicht mit Wasser anfeuchten, etwas Reiniger auf die Socke geben und den Staub von Schränken, Regalen und Bilderrahmen wischen.

Mit dem Kupfertuch gegen Verschmutzungen und Eingebranntes

Hartnäckig verschmutzte Ceran-Kochfelder, Metalltöpfe oder Fliesen lassen sich ganz einfach mit einem Kupfertuch reinigen. Das Weichmetall entfernt die Verkrustungen dabei ganz ohne Chemie oder Kratzer. Reinigen kann man das Tuch in der Wasch- oder Spülmaschine. Auf diese Weise kann es immer wieder verwendet werden. Hat es doch einmal seinen Dienst getan, ist es vollständig recycelbar.

Mit Natron und Essig lupenrein und blitzblank

Wer Natron und Essig im Haus hat, kann sich nicht nur aggressive, chemische Reiniger zum Putzen sparen, sondern auch eine Menge Verpackungsmüll aus Kunststoff.

Allzweckreiniger
Zwei Esslöffel Natronpulver, zwei Esslöffel geriebene Kernseife, 500 ml Wasser und etwas Zitronensaft sind ein einfaches Rezept für Allzweckreiniger. Je nach Belieben können auch noch einige Tropfen ätherische Öle hinzugegeben werden. Mit der Mischung kann man dann eine leere Reinigerflasche immer wieder neu befüllen.

Backofen reinigen
Das Pulver mit Wasser 1:1 vermengen, die Masse auf die Verschmutzungen im Backofen geben und über Nacht einwirken lassen. Am nächsten Morgen lässt sich der Schmutz einfach mit einem Lappen aufnehmen.

Fugen reinigen
Zwei Esslöffel Natron mit einem Esslöffel Wasser und einem Esslöffel Essig-Essenz mischen und die Paste mit einer Bürste auf den verdreckten Stellen verreiben. Nach einer Stunde Einwirkzeit kann der Schmutz mit einem Lappen abgewischt werden.

Glasklares Fensterputzen
Apfelessig und Spülmittel – mehr brauchen Fenster nicht für einen streifenfreien Durchblick. Einen Spritzer Spülmittel ins Wasser geben und mit drei bis vier Esslöffeln Essig versetzen und das Gemisch in eine leere, saubere Sprühflasche geben. Dann noch einmal gut schütteln und wie herkömmlichen Fensterreiniger anwenden.

Weiche Wäsche
Tafelessig kann bestens den Weichspüler ersetzen, da er Kalkablagerungen aus den Textilfasern löst. Einfach einen Schuss Essig ins Weichspülfach geben. Keine Sorge: Die Wäsche riecht hinterher nicht nach dem Essig.

Kalk entfernen
Nicht nur bei  Textilfasern, auch an sämtlichen Küchen- und Badarmaturen, im Spülbecken, im Wasserkocher und in der Kaffeemaschine kann Tafelessig beim Entkalken hilfreich sein.
Ein Teil Essigessenz und zwei Teile Wasser in den Kocher oder die Kaffeemaschine füllen, einmal anstellen und die Lösung aufkochen beziehungsweise durchlaufen lassen. Anschließend kann das Gemisch noch für die Entkalkung von Brauseköpfen und Wasserhähnen verwendet werden.

Ein Haushaltsklassiker ist Schmierseife

Nachhaltige Schmierseife oder grüne Seife ist eine gute ökologische Alternative zum Putzen von Böden, Fenstern, diversen Oberflächen, Geschirr und Waschen. Sie besteht meist nur aus Wasser, Kaliseife und pflanzlichen Fetten, wie Oliven-, Lein-, Raps- oder Kiefernöl und ist biologisch abbaubar. Sie enthält keine synthetischen Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe. Schmierseife ist zwar häufig in Plastikverpackungen verpackt, kann aber auch in großen wiederverwendbaren Eimern erstanden werden, sodass man die Seife in alte, leere Reinigerflaschen umfüllen kann.

Putzmittel in Tablettenform und in Glasflaschen

Wer doch lieber zu Putzmitteln aus dem Handel greift, für den sind eventuell die festen Reiniger in Tablettenform eine gute Alternative. Bisher gibt es diese Putzmittel inklusive Glasflaschen meist in Drogerien, Bioläden oder online zu kaufen. Die Tabletten werden zu Hause in der Flasche in Leitungswasser aufgelöst – fertig! Verpackt sind die Tabletten maximal in Pappe oder Papiertütchen – von umweltschädlichen Plastikverpackungen keine Spur!

Fest statt flüssig

Neben festem Shampoo und Duschgel gibt es auch Spülmittel „am Stück“, das man in Pappschachteln oder sogar lose kaufen kann. Beim Abwaschen einfach mit einer angefeuchteten Spülbürste oder dem Schwamm über das Seifenstück reiben. (Sie)

Stand: April 2021