Nachhaltige Haustierhaltung – worauf es ankommt

Auch Haustiere hinterlassen einen ökologischen Fußabdruck: Hunde, Katzen, Kleintiere und Fische verursachen Auswirkungen auf die Umwelt. Worauf können Tierhalter achten?

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Ein kleiner Hund und eine Katze liegen gemeinsam auf einer Decke und schauen in die Kamera

Der Heimtiermarkt in Deutschland boomt, die Deutschen sind für ihre Tierliebe bekannt. Oft bleibt es nicht bei der Haltung nur eines Haustieres und die zunehmende Anzahl von Hunden und Katzen hat inzwischen beachtenswerte Auswirkungen auf die Umwelt. Falsch wäre es, alle Haustiere bei ihrer ökologischen Betrachtung über einen Kamm zu scheren. Zu unterschiedlich ist der jeweilige CO2-Ausstoß – vor allem beeinflusst durch die Körpergröße sowie Ernährungs- und Haltungsformen. Den größten Anteil auf die CO2-Bilanz als Gruppe haben die Katzen- und Hundepopulationen. So wurden 2020 rund 16 Millionen Stubentiger und 11 Millionen Hunde in deutschen Haushalten gehalten.

CO2-Quelle Hundefutter

Die Futterversorgung von Hunden kann unter dem Aspekt der CO2-Reduzierung positiv beeinflusst werden. Als Allesfresser sind Hunde in der Lage einen ausgewogenen Anteil an pflanzlichen Bestandteilen in der Nahrung zu verdauen. So kann, wie in der menschlichen Ernährung auch, der Fleischanteil in der Nahrung auf ein gesundes und umweltverträgliches Maß reduziert werden.

Katzen nachhaltig versorgen

Katzen sind als Fleischfresser nicht auf pflanzliche Kost eingerichtet. Das fängt beim Gebiss an, das sich in der Evolution auf die Zerkleinerung von Fleisch spezialisiert hat. Die Verdauung von Katzen kann mit pflanzlichen Bestandteilen wenig anfangen und im Darm verwerten. Bestimmte lebenswichtige Vitamine sind für Katzen nur mit der Nahrung aufnehmbar und können nicht im Körper gebildet werden, wie etwa Vitamin A, das in der Leber vorkommt. Allgemein wird daher eine fleischlose oder fleischarme Ernährung von Katzen kritisch gesehen. Sinnvoll ist es daher, ein besonderes Augenmerk auf die Herkunft und Zusammensetzung der fleischlichen Kost zu haben. Futter, das unter ökologischen Aspekten produziert wurde, vermindert den CO2-Abdruck. Ein zweiter Ansatzpunkt wäre, sich nicht von Werbeaussagen über die Premiumqualität des Tierfutters blenden zu lassen. Werden im Futter Fleischbestandteile verarbeitet, die eigentlich für die menschliche Ernährung geeignet sind, bleiben in gleicher Menge die bisher verarbeiteten Produktionsreste aus der Fleischverarbeitung ungenutzt zurück und müssen aufwändig entsorgt werden, was die CO2-Bilanz verschlechtert.

Mischung und Menge sind entscheidend

Für die besonderen Ansprüche von Tieren sollte darauf geachtet werden, dass Futtermischungen die richtige Zusammensetzung an Nährstoffen mitbringen. Vor dem Kauf gilt es daher zu prüfen, ob das jeweilige Futter für die Ansprüche des tierischen Mitbewohners auch passgenau ist.

Negativ auf die CO2-Bilanz wirkt sich aus, dass schätzungsweise rund die Hälfte aller Haustiere in Deutschland übergewichtig sind. Mangelnde Bewegung und falschverstandene Tierliebe führen dazu, dass Hund und Katz mit zu vielen Pfunden durchs Leben streifen. Jedes Kilo zu viel bedeutet nicht nur gesundheitliche Probleme, sondern auch einen unnützen CO2-Verbrauch.

Streitpunkt vegane Ernährung

Diskutiert wird aktuell, inwieweit es möglich wäre Haustiere vegan zu ernähren, um die Klimabelastung durch CO2-Emmissionen in der Fleischproduktion noch weiter zu vermeiden. Die Meinungen sind kontrovers, die Studienlage noch sehr dünn. Erste Hinweise lassen vermuten, dass eine vegane Ernährung bei Hunden möglich sein könnte. Doch ist Vorsicht geboten, denn für die Ausgewogenheit des Futters müssen die Inhaltsstoffe sehr genau mit dem Bedarf des Tieres in Einklang gebracht werden. Eine schnelle und unbedachte Zusammenstellung beim Futterangebot würde unweigerlich zu Mangelerscheinungen beim Haustier führen.

Konsum rund ums Haustier einschränken

Rund 450 Millionen Euro gehen pro Jahr für Bedarfsartikel und Zubehör für die Hunde- und Katzenhaltung über den Ladentisch. Hier stellt sich die Frage, ob die gekauften Artikel wie etwa das neue Hundekörbchen oder Katzenmäntelchen wirklich notwendig sind oder ob es als emotionaler Spontankauf unnützerweise die Klimabilanz insgesamt belastet. Tierbesitzer sollten sich ehrlich fragen, ob der Bedarf des Tieres ausschlaggebend für den Erwerb ist oder falsch verstandene Tierliebe. (eck) 3_2022