Kühl- und Gefriergeräte – wann ist ein Neukauf ratsam?

Wenn der Kühlschrank oder die Gefriertruhe in die Jahre gekommen sind, stellt sich die Frage, ob ein Neukauf ökologischer ist als der Weiterbetrieb des Altgerätes mit hohem Stromverbrauch. Wir sorgen für Durchblick.

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Eiswürfel, Eisschicht umgibt Erdbeere

Der Kühlschrank brummt und der Gefrierschrank hat auch schon mal besser ausgesehen.  Mit den Jahren verlieren nicht nur Dichtungen an der Tür nach und nach an Wirkung, auch die verbauten Dämmmaterialien unterliegen einem Alterungsprozess. Dazu kommt der technische Fortschritt, der mit Geräteinnovationen den Energieverbrauch senkt. So stellt sich nach einigen Jahren die Frage, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, ein Gerät auszutauschen.

Neue EU-Verordnungen sollen Innovationen vorantreiben

Im März 2021 wurde die neue Energieverbrauchskennzeichnung für Kühlgeräte europaweit wirksam. Die EU verfolgt mit der Neuordnung das Ziel, Hersteller für energiesparende Produktinnovationen zu motivieren.  Auch wird mit der zum gleichen Zeitpunkt in Kraft getretenen Ökodesign-Richtlinie das Vorhaben umgesetzt, Elektrogeräte einfacher reparierbar zu machen. Damit werden Geräte interessant, die den neuen Reparatur-Vorgaben entsprechen und in einer der ersten Energieklassen eingeordnet sind. Das Öko-Institut gibt an, dass bei Kühlgeräten mit einer Lebensdauer von circa 14 Jahren zu rechnen ist. Gefriergeräte halten mit rund 17 Jahren ein wenig länger durch. Ein Austausch kann allerdings bereits nach fünf bis zehn Jahren sinnvoll sein.

Energieverbrauch prüfen

Auch innerhalb einer Kennzeichnungsklasse im Energielabel können die Energieverbräuche der einzelnen Geräte schwanken. Dem Datenblatt des jeweiligen Gerätes kann man den genauen Verbrauch entnehmen. Das neue Energielabel beinhaltet auch einen QR-Code, der diese Daten fürs Smartphone oder Tablet anzeigt. Wer möchte, kann sich die Informationen auch direkt aus der ERPEL-Datenbank der EU holen. Für einen Vergleich mit dem Stromverbrauch des bestehenden Gerätes ist es sinnvoll die Verbrauchswerte des Kühlschranks oder Gefriergerätes zu erfassen. Dies geht relativ einfach mit einem Strommessgerät, das zwischen Gerät und Steckdose gesteckt wird. Es lohnt sich, beim eigenen Stromversorger nachzufragen, ob dieser ein solches Messgerät verleiht. Eine Anschaffung für den Eigenbedarf lohnt sich sogar mehrfach, da auch andere Stromfresser im Haushalt identifiziert werden können.

Der Energieverbrauch eines Kühl- oder Gefriergerätes während seinen gesamten Lebenszyklus liegt bei etwa 20 Prozent. Es ist damit zu rechnen, dass sich die Herstellungsenergie nach rund sieben Monaten bis zweieinhalb Jahren amortisiert. Das Öko-Institut geht davon aus, dass sich nach acht bis zehn Jahren auch die finanziellen Aufwendungen zur Anschaffung wieder ausgeglichen haben.

Altgeräte richtig entsorgen

Wohin mit dem Altgerät? Einige Händler nehmen das Altgerät bei Lieferung des neuen Gerätes gleich wieder mit. Das ist manchmal kostenlos, manchmal kostet es nur eine kleine Pauschale und man muss sich um nichts weiter kümmern.  Es ist unbedingt notwendig, dass das Gerät fachgerecht entsorgt wird. Nur so kann sichergestellt werden, dass die wertvollen Grundstoffe auch in einen Recyclingkreislauf eingebracht werden. Viele Abfallwirtschaftsbetriebe in den Gemeinden bieten eine Möglichkeit an, Altgeräte zu entsorgen. Mehr Informationen zu den Rücknahmepflichten des Handels finden sich auf den Seiten der Verbraucherzentrale Hessen. (eck)

Tipps zum Neukauf

Wer eine Neuanschaffung in Erwägung zieht, findet im Internet seriöse und unabhängige Infos bei gemeinnützigen Verbraucherorganisationen, wie der Stiftung Warentest und den Verbraucherzentralen. Empfehlenswert ist die Datenbank zu sparsamen  Haushaltsgeräten, die laufend aktualisiert wird.