Initiative „BecherBonus“ sagt Müllbergen den Kampf an

Laut Schätzungen landen in Deutschland innerhalb von zehn Sekunden 1.000 Kaffeebecher im Müll. Die Initiative „BecherBonus“ möchte dazu anregen, auf Mehrweg-Becher umzusteigen, um so die Müllberge zu reduzieren. Worum geht es dabei?

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Die hessische Umweltministerin Priska Hinz stellt die Initiative BecherBonus vor

Einweg-Kaffeebecher – ein Umweltproblem

Ob am Bahnhof, an der Autobahnraststätte  oder in der Bäckerei in der Innenstadt: Viele Menschen kaufen gerne einen Kaffee zum Mitnehmen. Weitgehend unbeachtet bleiben dabei leider die Mengen an Müll, die allein durch Einwegbecher entstehen.

Stündlich werden in Deutschland etwa 320.000 Coffee-to-go-Becher weggeworfen, das sind im Jahr rund 2,6 Milliarden – eine unvorstellbare Summe. Allein durch diese Menge entstehen in Deutschland jährlich 40.000 Tonnen Abfall: 31.000 Tonnen Einweg-Becher und 9.000 Tonnen Plastikdeckel. Mittlerweile verschmutzen viele der weggeworfenen To-go-Becher die Natur, öffentliche Plätze und Straßen.

Ressourcenverschwendung bei der Herstellung

Nicht nur die Entsorgungsmenge bereitet Bauchschmerzen, sondern auch der Ressourcenverbrauch bei der Herstellung. Denn um den Bedarf an To-go-Bechern decken zu können, werden jährlich etwa 29.000 Tonnen Papier benötigt. Anstatt hier Recyclingpapier zu verwenden, wird in der Regel auf Neumaterial zurückgegriffen. Das bedeutet, dass jährlich etwa 43.000 Bäume der Becher-Produktion zum Opfer fallen.

Da die Einwegbecher jedoch nicht alleine aus Papier bestehen, sondern zu einem gewissen Teil aus Kunststoff, wird auch Rohöl für die Produktion benötigt. Ein durchschnittlicher Wegwerf-Becher umfasst etwa fünf Prozent des Kunststoffs Polyethylen. Zusätzlich kommen noch Plastikdeckel, Rührstäbchen, Papiermanschetten oder Tragehilfen obendrauf. Dabei benötigen allein die Polyethylen-Beschichtung der Becherinnenseiten und die Polystyrol-Deckel jährlich ca. 22.000 Tonnen Rohöl.

Des Weiteren werden für die jährlich in Deutschland verwendeten Becher auch noch 83.000 Tonnen CO2-Emissionen, 1,5 Milliarden Liter Wasser sowie 320 Millionen Kilowattstunden Energie verbraucht.

Initiative „BecherBonus“ 

Bei der Aktion geht es darum, Kundinnen und Kunden einen Rabatt von mindestens zehn Cent pro Heißgetränk zu gewähren, wenn diese ihren eigenen wiederverwendbaren Becher mitbringen. Auf diese Weise soll ein Anreiz geschaffen werden, den Müll durch Wegwerfbecher zu reduzieren.

Seit Frühjahr 2016 schließen sich immer mehr Cafés, Bäckereien, Restaurants, Tankstellen und Kiosks der Aktion an. Mittlerweile konnten bundesweit schon mehr als 4.000 Filialen dafür gewonnen werden, einen Kaffee an Personen mit Mehrwegbecher günstiger auszuschenken.

Eine aktuelle Liste der Betriebe, die sich an der Aktion beteiligen finden Sie hier

BecherBonus-Logo

Stand: Juli 2019