Ernteaktion „Gelbes Band“ – Fremde Früchte ernten

Kostenlos und ganz legal Obst auf fremden Grundstücken ernten? Das wird in der Woche vom 29. September bis 9. Oktober möglich – wenn Baum oder Strauch ein gelbes Band tragen! Diese tolle Aktion findet bundesweit statt und könnte sich zu einer Dauereinrichtung entwickeln – wenn viele mitmachen.

apple-2720105_1280.jpg

Reife Äpfel am Baum

Ein gelbes Band zeigt an wo selbst geerntet werden darf: Besitzer von Obstbäumen und -sträuchern, bei denen die Erträge den eigenen Bedarf übersteigen, sind aufgerufen, diese mit einem gelben Band zu markieren. So können Menschen in Hessen und bundesweit sich gegenseitig unterstützen und sich an der üppigen Ernte erfreuen, bevor die Lebensmittel verderben.

Hessischer Beitrag zur Lebensmittelwertschätzung

Jährlich landen in Deutschland entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette rund zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll – ein Großteil davon macht Obst und Gemüse aus. Um die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, müssen alle aktiv werden. Die Ernteaktion verbindet die Obstbaumbesitzer mit Verbrauchern und lenkt im Spätsommer und Herbst den Blick auf regionales und saisonal verfügbares Obst. Ob Zwetschgen, Birnen, Äpfel oder Nüsse - durch das eigene Abernten und Auflesen bekommen Verbraucher einen direkten Bezug zu diesen Lebensmitteln und werden für einen bewussteren, wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln sensibilisiert.

Das langfristige Ziel der Vereinten Nationen, dem sich auch Deutschland verpflichtet hat, ist es, die Lebensmittelverschwendung bis 2030 auf Einzelhandels- und Verbraucherebene zu halbieren und entlang der restlichen Lebensmittelversorgungskette zu reduzieren. Das Land Hessen unterstützt die Aktion des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft in der Organisation und Logistik. Die vom Bund gestellten gelben Bänder werden verteilt und Informationsmaterialien zur Verfügung gestellt.

Wer Bäume oder Sträucher besitzt, kann noch mitmachen

Wer das Obst von seinen Bäumen oder Sträuchern zur Verfügung stellen möchte, damit es nicht verdirbt, kann sich online anmelden über „Aktion einsenden“ und dort das Grundstück eintragen lassen. Was es dabei rechtlich zu beachten gilt, wird ebenfalls auf der Internetseite der Initiative zusammengefasst.

Digitale Landkarte zeigt an, wo geerntet werden kann

Jeder ist aufgerufen mitzumachen: Unter www.deutschland-rettet-lebensmittel.de werden in einer digitalen Landkarte in den nächsten Wochen alle Standorte der angemeldeten Sträucher und Bäume eingetragen. Die Tafel Hessen e.V. – Landesverband Hessen begleitet die Aktion. Gemeinsam mit regionalen Tafeln e.V. werden vor Ort Kochaktionen aus geerntetem Obst durchgeführt und Kooperationen mit Streuobstwiesen in der Region eingegangen. Einige Landkreise haben bereits Interesse bekundet, die Aktion zu unterstützen. Auch die Verbraucherzentrale Hessen e. V. setzt sich für eine weitreichende Bekanntmachung der Aktionswoche ein.

Wer erfolgreich war, kann sein Ergebnis in den sozialen Netzwerken unter Nutzung des Hashtags #deutschlandrettetlebensmittel sowie #gelbesband präsentieren, um so noch mehr Menschen für das Projekt zu erreichen.

Behutsames Ernten der Umwelt zuliebe

Auf seiner Internetseite macht die Initiative auf gewisse Verhaltensregeln aufmerksam: So wird darum gebeten, behutsam mit den Obstbäumen umzugehen und es darf nur geerntet werden, was ohne Leiter zu erreichen ist. Jeder soll nur so viel ernten wie er selbst verbrauchen kann, damit die Aktion dafür Sorge trägt, dass das Obst auch tatsächlich verwertet wird.

Gemeinsam ernten für den guten Zweck

Wer möchte, kann die heimische Ernte auch spenden: Die hessischen Tafeln e. V. sind als Kooperationspartner bei der Aktion dabei. Wer seine Ernte spenden möchte, wendet sich am besten vorab an die Ansprechpartner der Tafel Hessen.

Kontakt bei Fragen

verbraucherschutz@umwelt.hessen.de

Stand: September 2021