Elektrische Kleingeräte reparieren und Neukauf vermeiden

Ob Kaffeemaschine, Bügeleisen, Toaster oder Lockenstab – kleinere elektrische Haushaltshelfer gibt es bereits für wenig Geld. Sobald ein Gerät den Dienst quittiert, wird es direkt durch eine günstige Neuanschaffung ersetzt. Ausgediente Geräte landen dann im Müll. Eine Reparatur wird selten in Erwägung gezogen – dabei wäre sie einen Versuch wert.

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Person lötet ein Kabel

Gerät kaputt – und nun?

Ist ein kleineres elektronisches Gerät im Haushalt defekt, stehen Verbraucher vor der Entscheidung Reparatur oder Neuanschaffung. Auch wenn man für kleines Geld schnell ein Haushaltsgerät ersetzen kann, am sparsamsten ist es, erst gar kein Geld auszugeben. Erkundigt man sich bei im Fachhandel nach Instandsetzung, stellt man oft fest, dass diese teurer wird als ein Neukauf. Oft heißt es zudem, dass eine Reparatur nur beim Hersteller möglich ist.

Wegwerfprodukte sind nicht akzeptabel

Die Wegwerf-Mentalität ist eine große Belastung für die Umwelt. Schließlich wachsen nicht nur Müllberge an, es werden auch ständig neue Geräte hergestellt, deren Produktion ebenfalls ökologisch zu Buche schlägt.

Wann lohnt sich eine Reparatur?

Ob sich die Reparatur eines Elektrogeräts finanziell rechnet, hängt auch von dem Zeitpunkt ab, an dem das Gerät kaputtgeht.

Kommt es beispielsweise innerhalb der zweijährigen gesetzlichen Gewährleistungszeit oder der vom Hersteller eingeräumten Garantiezeit zu einem Defekt, bleibt die Instandsetzung kostenfrei – vorausgesetzt der Mangel ist nicht durch einen Bedienungsfehler entstanden. Verbraucher sollten daher Kaufbelege und Garantieerklärungen von elektrischen Geräten aufbewahren.

Auch nach Ablauf der Gewährleistungszeit kann sich die Instandsetzung von kleineren Elektrogeräten rechnen, vor allem ab einem Kaufpreis von 50 Euro. Oftmals schlagen Hersteller in ihren Bedienungsanleitungen Werkstätten vor, die für Reparaturen ihrer Produkte autorisiert wurden. Zudem kann es sinnvoll sein, bei verschiedenen Fachhändlern und Werkstätten einen Überblick über die Reparaturkosten einzuholen und die Preise zu vergleichen.

Bundesweit findet man freie Elektrowerkstätten und Reparatur-Spezialisten zum Beispiel in Datenbanken. Zudem können auf den Websites bereits in Anspruch genommene Werkstätten bewertet und an andere weiterempfohlen werden.

Selber reparieren macht Freude

Auch selbst Hand an Lötkolben und Schraubenzieher zu legen ist gar nicht so schwer und kann sogar Freude machen. Denn nicht immer ist hierfür Fachkenntnis nötig. Reparaturanleitungen aus dem Internet, etwa aus Youtube-Tutorials, können selbst Laien bei der Wiederherstellung von defekten Geräten helfen.

Auf einen Kaffee und einen Lötkolben ins Repair-Café

Unterstützung beim Instandsetzen kann man sich auch in einem Repair-Café holen. Mittlerweile gibt es in vielen Städten Reparatur-Treffs, wo man unter technischer Anleitung seine Geräte selbstständig reparieren kann.

Besucher bringen ihre defekten Geräte mit ins Café und finden dort Hilfe bei Reparaturexperten aus den verschiedensten Bereichen. So beraten dort zum Beispiel Elektriker, Schneider, Schreiner oder Fahrradmechaniker. Mit der Fachkraft kann der Besucher seinen mitgebrachten kaputten Gegenstand begutachten und sich dann – allein oder auch gemeinsam mit anderen - an die Reparatur machen.

Elektroschott gehört ins Recycling

Wer sich doch für eine Neuanschaffung entscheidet, darf die veralteten oder kaputten Geräte nicht über den Hausmüll entsorgen. Bei der Verbrennung von Hausmüll entweichen die in Elektronikgeräten enthaltenen giftigen Stoffe in die Umwelt und wertvolle Rohstoffe, wie Aluminium und Kupfer, landen unnötig im Müll. Wohin also mit Elektroschrott? Altgeräte müssen vom Handel zurückgenommen werden, das gilt auch für Online-Shops. Viele Kommunen bieten in Wertstoffhöfen lokale Sammelstellen an.

Augen auf beim Neukauf

Bereits beim Neukauf kann man einiges beachten, damit im Ernstfall das Elektrogerät einfach repariert werden kann. So sollten die Gerätschaften beispielsweise mit herausdrehbaren Schrauben verschlossen und einzelne Bauteile oder Akkus einfach auszutauschen sein.

Oft ist es allerdings kaum möglich Gehäuse aufzuschrauben oder es ist sehr schwer an passende Ersatzteile zu kommen. Das EU-Parlament will Verbrauchern ein Recht auf Reparierbarkeit einräumen. Die neuen Ökodesign-Richtlinien regeln, dass seit März 2021 viele Produkte leichter repariert werden können.(Sie)

Stand: Oktober 2021