Dünger selbst herstellen mit der Bokashi-Methode

Wie toll wäre es, wenn man aus Küchenabfällen Blumen- oder Tomatendünger für den Balkon herstellen könnte? Mit der Bokashi-Methode können solche Träume wahr werden.

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Person schüttet Küchenabfälle in bereits gut gefüllten Bokashi-Eimer

Was ist die Bokashi-Methode?

Ursprünglich stammt Bokashi aus Japan und bedeutet so viel wie „fermentiertes Allerlei“. Dabei werden organische Materialien, wie etwa Küchenabfälle, durch die Zugabe spezieller Mikroorganismen fermentiert und so innerhalb kurzer Zeit zu wertvollem Pflanzendünger.

Schnell und geruchsneutral vom Küchenabfall zum Gartendünger

Küchenabfälle, wie zum Beispiel Obst- oder Gemüsereste, werden zerkleinert in einen luftdichten Plastikeimer mit circa 20 Liter Füllvolumen – den Bokashi-Eimer - gegeben. Das gesammelte Material wird dann mit einer Lösung aus effektiven Mikroorganismen (EM) mittels einer Sprühflasche befeuchtet. Bei den Mikroorganismen handelt es sich um eine Mischung aus Hefen, Milchsäure- und Photosynthesebakterien.

Danach wird das Küchenabfall-Mikroorganismen-Gemisch fest zusammengedrückt, so dass keine Luft mehr dazwischen ist. Hierfür eignet sich zum Beispiel eine kleine Schaufel. Um den Luftausschluss sicherstellen zu können, kann zudem eine mit Sand gefüllte Plastiktüte auf die Oberfläche des Materials gelegt werden. Hier sollte darauf geachtet werden, dass der Beutel die Oberfläche vollständig bedeckt. Zum Schluss wird der Bokashi-Eimer mit dem Deckel verschlossen.

Der Vorgang wird so lange wiederholt, bis der Bokashi-Eimer bis zum Rand gefüllt ist. Ist dies der Fall, muss der Sandbeutel nicht mehr aufgelegt werden. Der Deckel des Eimers reicht nun vollständig aus, um den Eimer luftdicht zu verschließen. Dann muss der Inhalt des Eimers einige Zeit bei Zimmertemperatur fermentieren.

In dem Bokashi-Eimer befindet sich zusätzlich ein Siebeinsatz, sodass Flüssigkeit, die während der Umsetzung entsteht, leicht abfließen kann. Spezielle Bokashi-Eimer haben einen kleinen Ablaufhahn im Boden, um die Flüssigkeit direkt abzapfen zu können. Dies sollte etwa alle zwei bis drei Tage gemacht werden. Vermischt mit Wasser kann diese Flüssigkeit bereits als Dünger für Blumen und Pflanzen verwendet werden.

Bokashi-Eimer mit Ablaufhahn um Flüssigkeit anzuzapfen

Nach etwa zwei Wochen haben die Bakterien ganze Arbeit geleistet und auch die festen Küchenabfälle zu Dünger fermentiert. Dann kann der gesamte Inhalt des Eimers mit Erde vermischt werden und direkt aufs Beet aufgebracht oder in Balkonkübeln zum Beispiel für die Tomatenanzucht - genutzt werden.

Der Bokashi-Dünger ist besonders hochwertig

Die zugeführten Mikroorganismen sorgen dafür, dass der produzierte Dünger das Immunsystem der Pflanzen stärkt und die Keimung, Fruchtbildung und –reife verbessert.

Der Dünger ist nicht nur für den konventionellen Anbau nutzbar, sondern auch für den biologischen.

Woher bekomme ich einen Bokashi-Eimer und eine EM-Lösung?

Ein Bokashi-Eimer und die EM-Lösung können in Baumärkten oder Gartencentern erworben werden. Alternativ lohnt sich auch eine Internetsuche – hier wird man mit Sicherheit fündig.

Wer handwerklich geschickt ist, kann einen Bokashi-Eimer auch recht einfach selbst basteln. Eine Anleitung dafür gibt es zum Beispiel hier.

Kann der Eimer in der Wohnung stehen?

Anders als beim Verrotten in der Biotonne, läuft die Fermentation der Küchenabfälle ohne üble Gerüche ab. Feine Nasen können stattdessen eine dezente, sauerkrautähnliche Note wahrnehmen. Daher kann der Bokashi-Eimer problemlos in der Küche aufgestellt werden. Außerdem klappt die Fermentation bei Zimmertemperatur am besten.

Was darf alles in den Bokashi-Eimer und was nicht?

In den Bokashi-Eimer gehören klein geschnittene Küchenabfälle wie Obst- und Gemüseschalen, Essensreste, Brot, vertrocknete Pflanzenteile, Kaffeesatz, Teebeutel, Eierschalen oder auch, anders als in der Biotonne, Gekochtes. Fleisch, Knochenreste, Asche oder Papier haben hingegen nichts im Bokashi-Eimer verloren.

Wie wird der Bokashi-Eimer gereinigt?

Der Eimer und auch die restlichen Bauteile sollten nach der erfolgreich abgeschlossenen Düngerproduktion mit Wasser und Essigessenz oder flüssiger Zitronensäure gereinigt und anschließend an der Luft getrocknet werden. (Sie)

Stand: März 2021