Handy-Rechnung richtig reklamieren

Auch in Zeiten von Flatrates und Prepaidtarifen sind hohe Mobilfunk-Rechnungen keine Seltenheit. In Einzelfällen erreichen die Rechnungsbeträge den Wert eines Kleinwagens. Doch diese Rechnungen zu reklamieren, ist gar nicht so einfach.

RS15129_Rechnung_1 © Phototom - Fotolia.com_.jpg

Briefumschlag Rechnung

Mobilfunk-Rechnung richtig reklamieren

Viele Verbraucher greifen zum Telefon, wenn sie einen strittigen Betrag auf der Mobilfunk-Rechnung reklamieren wollen. Sie hoffen darauf, dass sich am Telefon eine schnelle und unkomplizierte Lösung ihres Problems finden lässt. Häufig sagt der Kundendienst an der Hotline auch zu, dass die Forderung storniert werde. Tatsächlich passiert in den meisten Fällen dann aber nichts. Leider kommt es immer wieder vor, dass telefonische Beschwerden bei den Mobilfunkanbietern nicht bearbeitet werden. Mobilfunk-Rechnungen sollte man daher immer schriftlich reklamieren.

Sofern man mit der Rechnung keinen Einzelverbindungsnachweis (EVN) erhält, sollte man diesen bei der Reklamation anfordern. In Einzelfällen kann es hilfreich sein, eine technische Prüfung vom Anbieter zu verlangen. Die Rechte auf den Erhalt eines EVN und auf die technische Prüfung verfallen jedoch acht Wochen nach Rechnungsdatum. Daher ist es wichtig, die Telefonrechnung jeden Monat zu überprüfen und die Rechnung rechtzeitig vor Ablauf dieser Frist schriftlich zu reklamieren.

Anders als bei Festnetzanschlüssen, empfiehlt es sich bei Mobilfunkverträgen nicht, zu viel gezahlte Beträge zurück zu buchen. Der Mobilfunkanbieter könnte die SIM-Karte sperren. Laut Telekommunikationsgesetz ist dies zwar nicht erlaubt, wenn die Rechnungsposition bestritten wird und der strittige Betrag kleiner als 75 € ist. Leider halten sich einige Anbieter nicht an diese Vorschrift. Außerdem sind gesponserte Handys oft mit SIM- und Net-Lock versehen. In diesem Fall funktioniert das Handy weder mit einer anderen SIM-Karte noch in einem anderen Mobilfunknetz. Es besteht daher die Möglichkeit, dass das Handy unbrauchbar wird.

Hohe Mobilfunk-Rechnungen vermeiden

Wer einer hohen Mobilfunk-Rechnung vorbeugen will, sollte folgende Punkte beachten:

  • Vertrag mit Flatrates für Internet, Festnetz und Mobilfunknetze wählen.
  • Keine SIM-Karte aus einem alten Mobiltelefon in ein Smartphone einlegen.
  • Mit dem Smartphone und dem Tablet möglichst nur über das WLAN ins Internet gehen. Die SIM-Karte kann aus dem Tablet entfernt werden, wenn das Tablet nur zu Hause im WLAN genutzt wird.
  • Drittanbietersperre zum Schutz vor Abo-Fallen vereinbaren. Die Verbraucherzentrale Hessen hält auf ihrer Internetseite einen Musterbrief hierfür bereit.
  • Den Mobilfunkvertrag regelmäßig mit den aktuellen Angeboten der Anbieter vergleichen und gegebenenfalls zum Ende der Vertragslaufzeit kündigen

Weitere Informationen

Beratungsangebot der Verbraucherzentrale Hessen

  • Telefonische Beratung zu Verbraucherrecht montags bis donnerstags von 10 bis 18 Uhr 0900 1 972010. 1,75 € pro Minute aus dem deutschen Festnetz; Mobilfunkpreise können abweichen.
  • Auskunfts- und Servicetelefon:
    Terminvereinbarung und Information über das Beratungsangebot und das Beratungsstellennetz der Verbraucherzentrale Hessen unter 0180 5 972010. 0,14 € pro Minute aus dem deutschen Festnetz, aus dem Mobilfunk maximal 0,42 € pro Minute.
  • Homepage: www.verbraucher.de

Verfasser: Verbraucherzentrale Hessen e.V., Große Friedberger Str. 13-17, 60313 Frankfurt

Stand: Dezember 2016