Analoges Fernsehen ade!

Ab Anfang Juni 2017 nimmt Unitymedia, als führender Kabelnetzbetreiber, das analoge Fernsehprogramm vom Sender. Betroffen davon sind 12,8 Millionen Haushalte in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen (ab 13.06.2017). Doch woher weiß ich, ob ich Analog-TV beziehe? Was kann ich tun, um weiter Fernsehprogramme empfangen zu können?

RS9396_Fernbedienung © flucas - Fotolia.com_.jpg

Fernbedienung und Fernseher

Analoges Fernsehen weicht der Erweiterung digitaler Programme: Was passiert genau?

Das analoge Fernsehen der Unitymedia-Kunden wird allmählich in den regionalen Versorgungszentren abgebaut und nicht mehr im Kabel zu empfangen sein. Begründet wird dies mit der Bereitstellung von mehr Kapazitäten für digitale hochauflösende HD-Fernsehprogramme und Internet. Denn pro analogem TV-Sender können bis zu acht digitale gesendet werden. Des Weiteren erzeugt das gleichzeitige Laufenlassen von analogem und digitalem TV zu hohe Betriebskosten.

85 Prozent der Kabel-Kunden nutzen bereits digitales Fernsehen, lediglich 15 Prozent sind nun von der Umstellung betroffen. Hierbei handelt es sich häufig um ältere Nutzer. Unitymedia ist der erste Kabelnetzbetreiber, der das analoge Fernsehsignal abschaltet. Es ist davon auszugehen, dass weitere Anbieter folgen werden.

Woher weiß ich, ob auch ich davon betroffen bin?

  • Alte Röhrenfernseher empfangen noch analoges Fernsehprogramm. Überprüfen Sie, ob das Antennenkabel einen direkten Eingang in den Fernseher hat oder ob eine sogenannte Empfangsbox (Digital-Receiver) zwischen geschaltet ist. Ersteres deutet auf Analog-TV hin.
  • Wer weniger als 30 Kanäle empfängt, ist höchstwahrscheinlich ebenfalls von der Umstellung betroffen. Mittels eines automatischen Sendersuchlaufs können Sie überprüfen, ob nicht doch mehr Sender verfügbar sind.
  • Auch neuere Fernsehgeräte können noch analoges Fernsehen empfangen. Um dies zu überprüfen, können Sie in den Einstellungen des Gerätes nachschauen, welcher Empfangsweg genutzt wird. Flachbildfernseher mit integriertem DVB-C-Tuner haben keine Probleme bei der Abschaffung des Analog-TV.
  • Fernseher, die nicht älter als sechs Jahre sind, haben höchstwahrscheinlich einen integrierten DVB-C-Tuner und können demnach digitales Fernsehen empfangen.
  • Wer Laufbänder und Hinweise zur Umstellung von Analog zu Digital im aktuellen TV-Programm sehen kann, empfängt ebenfalls kein digitales Fernsehen.

Ich empfange analoges Fernsehen, was nun?

  • Wer noch einen Röhrenfernseher oder einen älteren Flachbildfernseher nutzt, braucht eine digitale Empfangsbox, welche der Kabeldose und dem TV-Gerät zwischengeschaltet wird. Die Empfangsboxen können im Fachhandel erworben oder aber von Unitymedia direkt angemietet werden. Einfache Geräte sind bereits ab 10 Euro erhältlich, neuwertig zahlt man für den Receiver um die 30 Euro. Auf diese Weise erhält man die öffentlich-rechtlichen TV-Programme. Wichtig beim Röhrenfernseher: Der Receiver muss einen SCART-Anschluss besitzen!
  • Kann das TV-Gerät digitales Fernsehen durch einen integrierten DVB-C-Tuner empfangen, reicht eine einfache Umstellung direkt am Fernseher von der analogen auf die digitale Senderliste. Hilfe hierzu finden Sie in der Betriebsanleitung Ihres Fernsehers.
  • Unitymedia versichert, dass bis auf die Umrüstung durch die Anschaffung einer digitalen Empfangsbox keine weiteren Kosten für die Nutzer entstehen. In der Gebühr, welche bereits für das Kabelfernsehen entrichtet wird, ist das digitale Fernsehen bereits mit inbegriffen. Jedoch können Zusatzpakete, welche noch mehr HD-Programme enthalten weitere Kosten erzeugen.
  • Besonders für ältere Kabel-Kunden bietet der Netzbetreiber eine Informationskampagne zur Umstellung an.
  • Der Besuch eines Technikers ist bei der Umstellung nicht nötig, denn bei Unitymedia werden bereits seit einigen Jahren analoge und digitale Signale gemeinsam übertragen.

Gibt es Alternativen zum Kabelfernsehen?

Langfristig Geld sparen kann, wer eine Satellitenschüssel aufstellt. Zwar sind Anschaffungskosten und Installation noch recht kostspielig, monatliche Ausgaben entfallen aber. Weitere Möglichkeiten bieten - nach vorheriger Empfangsprüfung - das digitale Antennenfernsehen DVB T2HD, oder Internetfernsehen IP-TV. Hierfür ist jedoch ein schneller DSL-Anschluss nötig.

Stand: Mai 2017