Winterzeit ist Hochsaison für Einbrecher

Im Herbst und Winter steigt das Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden. Denn bei früh einsetzender Dämmerung sind Einbrecher besonders häufig aktiv. Aber auch tagsüber oder am Wochenende passieren viele Einbrüche. Wie kann man sich vor einem Einbruch wirksam schützen?

Einbrecher Andrey Popov - Fotolia.de_.jpg

Einbrecher

Statistisch erfolgt in Deutschland alle drei Minuten ein Einbruch in eine Wohnung oder in ein Haus. Wenn es früh dunkel wird beginnt die Hochsaison für Einbrecher: Ab Oktober bis Januar finden rund 50 Prozent aller Wohnungseinbrüche statt. Abgesehen von dem entstehenden materiellen Schaden sind auch die psychischen Folgen für die Betroffenen oft gravierend. Deshalb ist ein wirksamer Einbruchschutz eine gute Investition. 

Licht in der Wohnung, welches durch Fenster und andere Öffnungen auch nach außen dringt, ist ein probates Mittel der Abschreckung. Denn es signalisiert: Jemand ist zu Hause. Um auch während der Abwesenheiten der Bewohner das Licht automatisch einschalten zu können, verbindet man möglichst mehrere Lichtquellen mit jeweils unterschiedlich programmierten Zeitschaltuhren. Diese sind in diversen Ausführungen im einschlägigen Handel und in Baumärkten erhältlich.

Auch im Außenbereich von Häusern wirkt Licht auf finstere Gesellen abschreckend. Eine rund ums Haus angebrachte, ausreichend dimensionierte Außenbeleuchtung wird zu diesem Zweck durch sabotagesicher angebrachte Bewegungsmelder automatisch gesteuert. Bei der Ausrichtung der Strahler sollte auf eine möglichst breite Ausleuchtung der Fassade - insbesondere die Bereiche von Fenstern und Türen - geachtet werden. Nahe am Haus wachsende Bäume oder Sträucher können für eine gute Ausleuchtung kontraproduktiv und zudem Kletterhilfen für Einbrecher zu oberen Stockwerken sein. Bedenken Sie das bei der (Um-)Gestaltung der Außenanlagen.

Vom Dach bis zum Keller

Einbrecher suchen stets den schnellsten und einfachsten Weg ins Haus - dieser führt in der Regel über (ungesicherte) Fenster und Türen. Die Täter scheuen sich aber auch nicht davor, durch das Dach bzw. über den Dachboden in Wohnhäuser einzusteigen, wenn andere Wege nicht erfolgversprechend sind. Deshalb sollten auch Dachfenster stets fest verschlossen bleiben. Eventuell vorhandene Klappen und Luken zum (unbewohnten) Dachboden sollten von innen durch massive, trittsichere Riegel abgesichert werden.

Wer neu baut oder die Umrüstung nicht scheut, sollte einbruchhemmende Fenster sowie Türen einbauen lassen. Schließzylinder sollten ziehsicher und mit einem Bohrschutz ausgestattet sein. Abschreckend und einbruchhemmend wirken auch nachträglich angebrachte Schutzvorrichtungen, wie zusätzliche Verriegelungen von Fenstern und Türen (dabei von außen zugängliche Keller- und Terrassentüren nicht vergessen) sowie Fenstergitter und Rollläden. Letztere sollten bei längerer Abwesenheit (Urlaub) nicht dauerhaft heruntergelassen bleiben, denn dies signalisiert den Einbrechern, dass niemand zu Hause ist. Bitten Sie in diesen Fällen Verwandte, Freunde oder Nachbarn, die Rollläden abends herunter zu lassen und morgens wieder aufzuziehen.

Gitterroste, die häufig über Kellerfensterschächten angebracht sind, lassen sich gegen die Herausnahme wirksam mit Ketten und Schlössern sichern. Zusätzliche elektronische Sicherungen, wie eine Alarmanlage, sind ebenfalls geeignet, Einbrecher von Ihrem Vorhaben abzubringen.

Tipp: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW fördert Einbruchschutzmaßnahmen durch zinsgünstige Kredite oder Zuschüsse.

Wirksamer Schutz zum Nulltarif

Die einfachste und zudem kostenlose Sicherungsmaßnahme für Haus- und Wohnungsbesitzer ist, Fenster und Türen stets gut zu verschließen, bevor man das Haus verlässt. Denn: Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster! Auch sämtliche Türen, die ins Haus führen, sollten stets gut verschlossen (Schlüssel zweimal rumdrehen) und nicht nur zugezogen werden. Dies gilt auch für kurze Abwesenheit.

Informieren Sie Ihre Nachbarn über Zeitpunkt und Dauer Ihres Urlaubs, und bitten Sie sie darum, in dieser Zeit ein wachsames Auge auf Ihr Haus oder Ihre Wohnung zu werfen. Revanchieren Sie sich bei nächster Gelegenheit mit der gleichen Gefälligkeit.

Und lassen Sie im Falle eines längeren Urlaubs von Verwandten, Freunden oder Nachbarn regelmäßig Ihren Briefkasten leeren und falls nötig Schnee schippen. Denn ein überquellender Briefkasten und/oder unberührter Schnee vor dem Hauseingang signalisieren deutlich die Abwesenheit der Hausbewohner.

Lassen Sie sich beraten

Sieben hessische Polizeipräsidien bieten zahlreiche Kriminalpolizeiliche Beratungsstellen in ganz Hessen an. Hier  erhalten Sie eine kostenlose, individuelle und neutrale Beratung zur wirksamen Verhinderung des Wohnungseinbruchsdiebstahls. .

Stand: Juni 2018