Knopfbatterien: Versteckte Gefahr für Kleinkinder

Knopfbatterien oder Knopfzellen sind in so gut wie jedem Haushalt zu finden – so zum Beispiel in Fernbedienungen, Grußkarten oder Spielen. Für Kleinkinder können die kleinen Batterien schnell gefährlich werden.

AdobeStock_112440176.jpeg

Knopfzellen

Ob in Spielzeugen, Spielen, Fernbedienungen, Thermometern - batteriebetriebene Geräte gibt es im Haushalt immer häufiger. Dabei sind es meist sogenannten Knopfzellen oder Knopfbatterien, nicht größer als eine Münze, die in den Geräten stecken. Ist das Batteriefach leicht zu öffnen, können Kleinkinder schnell mit den Knopfzellen in Kontakt kommen und diese verschlucken.

Das Verschlucken kann zu schwerwiegenden Schäden führen

Das Verschlucken der Batterie ist besonders dann problematisch, wenn diese in der kindlichen Speiseröhre stecken bleibt. Denn dann kommt die Batterie mit Speichel und den feuchten Schleimhäuten in Kontakt und verursacht eine chemische Reaktion. Dabei kommt es zu einem Stromfluss, der schwerwiegende Verätzungen zur Folge haben kann. In seltenen Fällen können diese sogar zum Tode führen.

Besonders Lithium-Ionen-Knopfzellen sind gefährlich. Es gilt außerdem: Je stärker die Batterie aufgeladen ist, umso stärker können die gesundheitlichen Folgen sein.

Rutscht die Batterie ohne Steckenzubleiben durch die Speiseröhre hindurch in den Magen, sind hingegen nur selten Komplikationen zu erwarten, so das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Die Knopfzelle kann dann in den meisten Fällen, unter ärztlicher Kontrolle, ausgeschieden werden.

Folgende Symptome können beim Steckenbleiben in der Speiseröhre auftreten:

  • Direkt nach dem Verschlucken der Batterie, treten meist noch keine Symptome auf oder lediglich ein leichtes Unwohlsein.
  • Nach einigen Stunden kann es dann zu Erbrechen, Appetitlosigkeit, Fieber, Schmerzen im Brustbereich, Blut im Stuhl, Nasenbluten oder Husten kommen.
  • Im weiteren Verlauf treten an der Kontaktstelle von Batterie und Schleimhäuten zunehmend Gewebeschädigungen auf, die Blutungen und auch das Absterben von Gewebe zur Folge haben können. Als eine Spätfolge kann daraufhin die Speiseröhre vernarben und sich so verengen.

Was tun, wenn doch der Ernstfall eintritt?

Sollte es tatsächlich zum Verschlucken einer Knopfbatterie gekommen sein, ist schnelles Handeln erforderlich. Eine verschluckte Batterie ist ein Notfall!

  • Bringen Sie das Kind auf dem schnellsten Wege ins Krankenhaus! Gegebenenfalls muss eine Röntgenaufnahme gemacht und die Batterie endoskopisch entfernt werden.
  • Das Kind sollte weder etwas essen noch etwas zu trinken bekommen.
  • Das Kind sollte nicht zum Erbrechen gebracht werden.
  • Nehmen Sie die Batterieverpackung oder das Gerät, aus dem die Knopfzelle stammt, mit ins Krankenhaus und zeigen Sie diese dem behandelnden Arzt. So kann der Arzt schnell sehen, welche chemischen Bestandteile die Batterie enthält.
  • Hilfe bekommen Sie auch bei der Giftnotrufzentrale des zuständigen Bundeslandes. Diese ist rund um die Uhr im Notfall erreichbar. Eine Liste der Zentralen und Giftinformationszentren finden Sie hier.

BfR-App bei Vergiftungsunfällen

Das BfR bietet auch eine App mit Informationen zu Vergiftungsunfällen bei Kindern an. Hier bekommen Eltern Erste-Hilfe-Maßnahmen vorgeschlagen, aber auch Tipps für die fachgerechte und kindersichere Aufbewahrung von Putzmitteln, Medikamenten und Ähnlichem an die Hand. Bei einem konkreten Notfall kann zudem direkt aus der App das - jeweils für das Bundesland zuständige - Giftinformationszentrum angerufen werden.

Ist die App einmal auf dem Smartphone installiert, funktioniert sie sogar ohne Internetzugang. Die App ist sowohl für iOS also auch Android verfügbar.

So schützen Sie Ihre Kinder vor dem Verschlucken der Knopfzellen

Um Unfälle durch das Verschlucken der Batterien zu vermeiden, sollten Eltern darauf achten, womit die Kinder gerade spielen. Nicht selten können die kleinen Knopfzellen leicht aus Fernbedienungen, Spielzeugen und anderen Geräten herausfallen. Kinder finden die kleinen glänzenden Batterien dann häufig sehr interessant.

  • Daher ist es am sichersten, kleine Batterien und empfindliche Geräte für Kinder unzugänglich aufzubewahren.
  • Auch Verpackungen mit Knopfzellen sollten außerhalb der Reichweite von Kindern verwahrt werden.
  • Besonders bei Spielzeug sollten Eltern zudem darauf achten, dass die Batteriefächer kindersicher verschraubt und nur mit einem Schraubenzieher zu öffnen sind.(Sie)

Stand: Dezember 2019