Dooring: Holländischer Griff kann Radfahrer schützen

Eine im falschen Moment geöffnete Autotür kann Fahrradfahrern das Leben kosten. Ein simpler Trick kann jedoch dabei helfen, die gefährlichen Zusammenstöße zu verhindern. Kennen Sie schon den „Holländischen Griff“?

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Zusammenstoß Radfahrer und Autofahrer

Gefahrenquelle „Dooring“

Besonders in der Stadt birgt Radfahren ein nicht unwesentliches Gefahrenpotenzial. So sind 2017 in Deutschland 79 728 Fahrradfahrer im Straßenverkehr verunglückt, davon 382 tödlich – meist Innerorts und mit einem Auto als Unfallgegner.

Nicht selten stellen dabei gerade parkende Autos ein Risiko für Radfahrer dar. Denn hier kann es schnell zum sogenannten Dooring kommen. So werden Verkehrsunfälle genannt, bei denen eine sich plötzlich öffnende Autotür Radfahrer zu Sturz bringt.

Viele Radwege führen an parkenden Autos vorbei. Fahrradfahrer rechnen dort in der Regel während der Fahrt nicht mit einer sich plötzlich öffnenden Autotür. Auto- und Beifahrer bedenken hingegen häufig beim Aussteigen nicht, dass sich von hinten ein Fahrrad nähern könnte. Öffnet sich die Autotür im falschen Moment, ist für Radfahrer ein Ausweichen oder Bremsen kaum mehr möglich. Sie knallen gegen die Autotür oder fallen vornüber vom Rad.

Solche Zusammenstöße führen zu schweren und sogar tödlichen Verletzungen.

Doch mit einem simplen Trick, dem „Holländischen Griff“, können Dooring-Unfälle vermieden werden.

Holländischer Griff – so geht´s!

Bevor Auto- und Beifahrer die Autotüren öffnen, ist ein Blick in den Außenspiegel und über die Schulter unerlässlich. Nur so können sich nähernde Fahrradfahrer rechtzeitig gesehen werden. Der sogenannte Holländische Griff soll dabei helfen, jedes Mal vor dem Türöffnen an diesen Spiegel- und Schulterblick zu denken.

Hierfür öffnen – egal ob Fahrer oder Beifahrer – die Fahrzeugtür nicht mit der Hand, die der Tür am nächsten ist, sondern mit der anderen. Der Fahrer öffnet zum Beispiel seine Autotür statt mit der linken Hand, mit der rechten. Dadurch dreht der Fahrer automatisch seinen Oberkörper nach links und kann in den Außenspiegel und über die Schulter nach hinten schauen.

Dieser Kniff stammt, wie der Name bereits vermuten lässt, tatsächlich aus den Niederlanden. Im Land der Radfahrer öffnet dort so gut wie jeder Autofahrer ganz automatisch seine Tür mit der rechten Hand und Fahrschüler lernen den Holländischen Griff bereits in der Fahrschule.

So kommen Autofahrer und Radfahrer sich nicht in die Quere

Auch wenn keine Helmpflicht besteht: Radfahrer sollten zu ihrem eigenen Schutz am besten immer einen Helm tragen.
Einen Sicherheitsabstand von mindestens einem Meter (m), besser 1,50 m zu parkenden Autos einzuhalten, ist ebenfalls sinnvoll. Eine gute Regel hierfür zur Orientierung ist es, dort zu fahren, wo sonst die rechen Räder des Autos ihre Spur haben. Meist ist dieser Bereich durch leichte Vertiefungen und Spurrillen in der Straße gut erkennbar.

Autofahrer sollten sich in Geduld üben. Radfahrer durch zu dichtes Auffahren, hupen oder zu enge Überholmanöver (Mindestabstand 1,50 m) maßregeln zu wollen, sind unzulässig.

Ein respektvolles und achtsames Miteinander im Straßenverkehr ist die beste Möglichkeit Unfälle zu vermeiden und schont gleichzeitig die Laune und die Nerven! (Sie)

Stand: Juni 2019