Vorsicht beim Betrieb elektrischer Geräte im Garten

In den Sommermonaten kommen in vielen Gärten elektrische Grills, Lichterketten, Rasenmäher oder Steckdosenleisten zum Einsatz. Da Strom und Wasser eine gefährliche Kombination bilden, müssen elektrische Geräte im Freien besondere Anforderungen erfüllen. Woran ist erkennbar, ob eine Lichterkette oder eine Steckdosenleiste für den Außenbereich geeignet sind?

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Elektro-Vertikutierer

Im Garten werden viele elektrische Geräte gebraucht: Der Rasen wird mit Strom gemäht und getrimmt, die Gartenparty wird abends mit Lampions und Lichterketten beleuchtet, das Essen wird auf dem elektrischen Grill zubereitet und im Teich sorgt eine Pumpe für eine gute Wasserqualität.

Sicherheit ist lebenswichtig

Bei der Verwendung von elektrischen Geräten und Leitungen, die im Freien verwendet werden, ist darauf zu achten, dass sie aus Sicherheitsgründen gegen Einflüsse wie Feuchtigkeit, Wasser und Staub geschützt sind. Wer elektrische Geräte im Außenbereich einsetzen möchte, sollte auch unbedingt auf geeignete Verlängerungskabel und Steckdosenleisten achten. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass elektrische Gegenstände im Freien einer erhöhten mechanischen Beschädigung ausgesetzt sein können. Nur wer sichere Geräte einsetzt und auch fachgerecht mit den Geräten umgehen kann, kann Stromunfälle, Brände oder Verletzungen vermeiden.

Mit IP-Code für den feuchten Bereich geeignet

Ob ein elektrisches Gerät sich für die Verwendung in feuchter Umgebung eignet, ist unter anderem am angegebenen IP-Code (International Protection) erkennbar. Der IP-Code besteht aus zwei Ziffern, die sich auf dem Gerät oder dem Typenschild befinden. Die erste Ziffer kennzeichnet dabei den Berührungs- bzw. Fremdkörperschutz und die zweite Ziffer den Schutz gegen das Eindringen von Feuchtigkeit: Je höher die Ziffer, desto höher ist der Schutz. Elektrische Geräte für den Außenbereich sollten mindestens IP 44 oder das Symbol „Tropfen im Dreieck“ haben. Produkte mit diesen Merkmalen sind spritzwassergeschützt.

Umgang mit Kabeltrommel und Steckdosenleiste

Kabeltrommeln und Steckdosenleisten müssen mindestens der Schutzart IP 44 entsprechen und mit einer geeigneten Gummischlauchleitung und Abdeckkappen für die Steckdoseneinsätze versehen sein. Es dürfen keine PVC-Leitungen verwendet werden, denn diese sind bei tiefen Temperaturen nicht mehr flexibel und können bei Belastung brechen, was zu einem Stromschlag führen kann.

FI-Schutzschalter kann Leben retten

Außenanlagen wie Hausgärten müssen seit 1986 mit einem FI-Schutzschalter (Fehlerstromschutz, auch als RCD bezeichnet) im Verteilerkasten abgesichert sein. Zwar gibt es keine gesetzliche Pflicht, ältere Anlagen nachzurüsten. Jedoch können sowohl einzelne Stromkreise als auch Steckdosen mit FI-Schutzschaltern beziehungsweise Adaptern, die zwischen Steckdose und Stromverbraucher gesteckt werden, abgesichert werden. Diese Nachrüstung wird dringend empfohlen, denn sie kann Leben retten, wenn  beispielsweise beim Rasenmähen das Elektrokabel durchtrennt wird. Die entsprechenden Schalter und Adapter sind über den Elektrofachhandel erhältlich.

Worauf ist bei Teich- und Tauchpumpen zu achten?

Tauchpumpen

  • werden zum Abpumpen von Wasser vor der Reinigung des Beckens benutzt.
  • werden unter Wasser installiert. Sie müssen korrosionsbeständig und gemäß den VDE-Vorschriften isoliert sein.
  • dürfen nicht außerhalb des Wassers betrieben werden.

Teichpumpen

  • sollten bei Fischbesatz von Teichen in einem Pumpenschacht außerhalb des Gartenteichs aufgestellt werden.
  • müssen bei Schwimmteichen immer außerhalb des Teichbeckens installiert und durch einen RCD/FI-Schalter gesichert werden.

Wie sicher sind die Pumpen?

Teichpumpen-Tests haben gezeigt, dass die Sicherheit und die Sicherheitshinweise von einigen Pumpen zu wünschen übrig ließen. Beispielsweise hatte eine Pumpe scharfe Kanten, durch die es zu Schäden am Kabel kommen kann. Bei vielen Pumpen fehlten Sicherheitshinweise.

Achten Sie beim Kauf von elektrischen Pumpen auf die CE- und GS-Kennzeichen. Das CE-Kennzeichen ist verpflichtend, während das GS-Kennzeichen bescheinigt, dass das Gerät von einer unabhängigen Prüfstelle auf seine Sicherheit getestet wurde.

Prüfen Sie elektrische Pumpen auf äußerliche Schäden und lose Teile, bevor Sie sie ans Netz anschließen. Dies gilt ganz besonders für das Netzanschlusskabel, das keinesfalls beschädigt sein darf. Elektrische Pumpen sollten nur an Stromanschlüsse mit FI/RCD-Schutzschaltern angeschlossen werden.

Fazit

  • Überprüfen Sie vor Gebrauch, ob das elektrische (Garten-)Gerät und  die elektrische Anlage in einwandfreiem Zustand sind.
  • Benutzen Sie elektrische Geräte nicht, wenn sie nass sind.
  • Führen Sie keine Arbeiten an elektrischen Geräten durch, wenn Hände oder Füße nass sind.
  • Treten Störungen auf, schalten Sie sofort das Gerät ab und ziehen Sie den Stecker.
  • Treten Schäden oder ungewöhnliche Erscheinungen an Elektrogeräten auf, verwenden Sie diese Geräte nicht weiter und machen Sie diese auch anderen Menschen nicht zugänglich.
  • Rüsten Sie bei älteren Gebäuden die Stromanschlüsse von Außenanlagen mit FI/RCD-Schutzschaltern nach.
  • Reparaturen und Installationen sind von Elektrofachkräften vorzunehmen.

Stand: Mai 2018