Teures Spezialfutter für Fiffi & Miezie

Viele Hunde und Katzen haben eine Fleischallergie, vertragen auch Milch- und Getreideprodukte oft nicht. Was sich seltsam anhört, ist für immer mehr Tierbesitzer traurige Realität. Doch was können Herrchen und Frauchen in solchen Fällen tun? Behandeln auf eigene Faust mit teurem Spezialfutter, oder professionelle Beratung in Anspruch nehmen?

RS6264_Hund und Katze © Michael Pettigrew www. Fotolia.de_.jpg

Hund Katze

Wie viele und welche Tiere sind betroffen?

Konkrete Statistiken und Studien über die Anzahl betroffener Vierbeiner existieren noch nicht. Berichten zufolge (siehe Quellen) handelt es sich jedoch um ein zunehmendes Problem. Nach der Häufigkeit von Allergien wie Flohallergie und Atopie rangiert die Futtermittelallergie bei Hunden auf Platz drei und bei Katzen sogar auf Platz zwei. Betroffen sind alle Hunderassen, bei den Katzenrassen sind es vorwiegend Siamkatzen.
 

Allergie oder Unverträglichkeit – wo liegt der Unterschied?

Eine Allergie ist die Immunreaktion des Körpers auf einen oder mehrere Inhaltsstoffe – meist bestimmte Eiweiße oder Eiweißbestandteile (Glycoproteine) im Futter. Im Unterschied dazu ist bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit das Immunsystem (noch) nicht beteiligt. Unverträglichkeiten können auch gegenüber verschiedenen Nahrungsmittelbestandteilen wie Zusatzstoffe (Farbstoffe, Aromastoffe) bestehen.
 

Symptome

Die Symptomatiken sind oft unspezifisch, daher sollte im Zweifel immer professionelle Beratung durch einen Tierarzt in Anspruch genommen werden. Als häufige Symptome wurden unter anderem Blähungen, Durchfall und Erbrechen sowie Juckreiz, Hautentzündungen und Haarausfall beschrieben.
 

Worin stecken die Allergene?

Allergene – also die Futtermittelbestandteile, die eine Allergie auslösen können – sind bei Hunden Rindfleisch, Weizen- und Milchprodukte sowie Soja. Bei Katzen sind es ebenfalls Rindfleisch und Milch- und Sojaprodukte, darüber hinaus auch Fisch.
 

Wie kann ich herausfinden, gegen welches Futter mein Tier allergisch ist?

Die einfachste und zugleich wirkungsvollste Methode ist, das in Verdacht stehende Futter über mehrere Wochen zu meiden und stattdessen eine andere Futter- bzw. Fleischsorte zu füttern. Fachleute sprechen von „Eliminationsdiät“. Wichtig dabei ist, in dieser Zeit nur eine einzige Fleischsorte konsequent zu geben. Dies kann – je nachdem ob die alternative Fleischsorte problemlos vertragen wird oder nicht – eine Geduldsprobe für Mensch und Tier werden.
 

Laboruntersuchungen des Blutes machen zu lassen ist hingegen wenig Erfolg versprechend, da die Ergebnisse nicht verlässlich sind.
 

Gibt es Allergen-freies Futter zu kaufen?

Die Futtermittelindustrie hat auf diese Entwicklungen reagiert und bietet inzwischen einige Produkte an, die zum Teil „exotisches“ Fleisch von Känguru, Strauß und Büffel enthalten. Die Preise dafür sind allerdings ebenfalls exotisch zu nennen und erreichen oft das Zehnfache dessen, was für Dosenfutter vom Discounter zu zahlen ist. Bevor man jedoch auf dieses Spezialfutter umschwenkt, sollte unbedingt fachlicher Rat eingeholt werden.
 

Ist es nicht besser, das Futter selbst zu kochen?

Diätfutter selbst zuzubereiten ist aufwendig und erfordert ein gewisses Maß an Fachkenntnissen, insbesondere, was die spezifischen Nährstoffbedarfe der Tiere und die jeweiligen Anteile der benötigten Nährstoffe im Futter anbelangt. Das bedeutet, eine Diät sollte stets bilanziert – also bezüglich der enthaltenen Nährstoffe ausgeglichen – sein. Wer sich damit nicht oder nur unzureichend auskennt, sollte sich vorher eingehend fachlich beraten lassen oder auf Fertigprodukte zurückgreifen. In beiden Fällen gilt: Nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt. Inzwischen gibt es viele spezielle Diät-Fertigfuttersorten, die in ihrer Nährstoffzusammensetzung exakt auf das jeweilige Krankheitsbild abgestimmt sind.
 

Fazit

Wenn Sie ein von Futtermittelallergie betroffenes Haustier besitzen, sollten Sie sich möglichst umgehend tierärztlichen Rat einholen. Behandeln Sie nicht auf eigene Faust! Damit können Sie unter Umständen Ihrem Tier mehr schaden als nützen.

Stand: Mai 2016