Sonnenklar! - Sonnenschutz für Kinder

Sommerferien! Kinder zieht es zum Spielen und Baden nach draußen. Jetzt ist ausreichender Sonnenschutz angesagt, damit die heißen Tage nicht mit Sonnenbrand und Fieber enden. Die wichtigsten Informationen zum Eincremen, zu UVA- und UVB-Strahlung sowie zum Lichtschutzfaktor und Nanopartikeln in der Sonnencreme finden Sie hier.

Junge wird eingecremt Sonnencreme Volker Skibbe - Fotolia.com_.jpg

Kleiner Junge wird mit Sonnencreme eingecremt

Kinderhaut ist besonders empfindlich und braucht ausreichenden Sonnenschutz. Das VerbraucherFenster informiert mit Tipps zum Auftragen und zur Schutzzeit von Sonnencremes sowie zur Sonneneinstrahlung und Nanoteilchen in Sonnenkosmetika. Die Stiftung Warentest hat dazu die neuesten Testergebnisse und Antworten auf die häufigsten Fragen zu Sonnenschutzmitteln.

Schatten, Kleidung, Sonnenschutz

Damit die heißen Tage nicht mit Sonnenbrand und schlimmeren Auswirkungen enden, sollten kleine und große Kinder das Haus nicht ohne T-Shirt, Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Sonnenschutz verlassen. Die optimalen Plätze für Liegedecke, Sandkasten und Planschbecken sind auch nicht in der direkten Sonne, sondern im Schatten.

Kinderhaut ist dünn und empfindlich. Das Schutzsystem ist noch nicht voll entwickelt. Kleine Kinder haben noch nicht die Fähigkeit, durch Bräunung und Verdickung der obersten Hautschichten (Lichtschwiele) einen ausreichenden Eigenschutz vor UV-Strahlung aufzubauen. Diese Entwicklung ist erst mit der Pubertät abgeschlossen.

Da Kinder meist mehr Zeit im Freien verbringen als Erwachsene, sind sie auch intensiverer UV-Strahlung ausgesetzt. Entsprechend der Schwere und Häufigkeit von Sonnenbränden nimmt das Risiko für Hautkrebs mit den Jahren zu. Kinder mit sehr heller Haut sind besonders gefährdet. Sie sollten immer Sonnenschutzmittel mit LSF 50 und mehr benutzen.

Sonnenschutzmittel für Kinder eignen sich auch für Erwachsene mit empfindlicher oder sehr heller Haut. Die Sonnenschutzmittel für Kinder unterscheiden sich kaum von Produkten für Erwachsene, sie weisen aber einen besonders hohen Schutzfaktor auf und sind durchweg duftneutral.

Preiswert und gut

Sonnenschutzmittel sind in Supermärkten, Drogerien und in der Apotheke erhältlich. Ob ein Produkt aus der Apotheke oder dem Supermarkt kommt, sagt nichts über seine Qualität oder die Zusammensetzung aus. Auch günstige Sonnenschutzmittel können zu den besten gehören (siehe unten Ergebnisse von test.de 2014).

UVA und UVB

Um eine gute Bewertung zu bekommen, muss ein Sonnenschutzmittel sowohl UVB- wie auch UVA-Strahlen abschirmen.

Die UVB-Strahlen regen zwar die Haut an zum Eigenschutz eine „Lichtschwiele“ zu bilden, sie verursachen aber Sonnenbrand und können die Entstehung von Hautkrebs fördern.

UVA-Strahlen sind langwelliger und dringen tiefer in die Haut. Sie fördern die Bräunung der Haut, werden aber auch für Faltenbildung und frühzeitige Hautalterung verantwortlich gemacht und können zur Entstehung von Hautkrebs beitragen.

Für einen optimalen Schutz sollten der UVB- und UVA-Faktor im Verhältnis von 3:1 stehen.

Angegebene Sonnen-Schutzzeit nicht ausschöpfen

Der auf dem Sonnenschutzmittel angegebene Lichtschutzfaktor (LSF) ist rein auf den UVB-Schutz bezogen. Er ist ein Anhaltspunkt dafür, wie lange man eingecremt in der Sonne bleiben kann ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Als Grundlage der Berechnung wird die sogenannte Eigenschutzzeit angenommen. Jemand, der beispielsweise nicht eingecremt schon nach 15-20 Minuten einen Sonnenbrand bekommt, gilt als Typ: Mitteleuropäer. Gut eingecremt mit Lichtschutzfaktor 30 kann er sich 30 Mal so lange in der Sonne aufhalten, also theoretisch mehr als siebeneinhalb Stunden. Voraussetzung ist aber, dick eingecremt zu sein.

Dazu kommt, dass die meisten Produkte zwar als „wasserfest“ deklariert sind, trotzdem geht beim Schwimmen und Abtrocknen sowie durchs Schwitzen immer etwas Sonnencreme verloren. Deshalb sollte regelmäßig nachgecremt werden.

Tipp: Das errechnete Limit nie ausschöpfen. Spätestens nach zwei Drittel der Zeit gilt: ab in den Schatten. Außerdem ist es egal, womit nachgecremt wird und wie oft – es verlängert nicht die Schutzzeit.

Die Bezeichnung „wasserfest“ wiegt in falscher Sicherheit

Als „wasserfest“ darf ein Sonnenschutzmittel schon bezeichnet werden, wenn es nach zweimaligem Baden von 20 Minuten noch 50 Prozent des ursprünglichen Schutzes hat.

Die „extra wasserfesten“ Sonnenschutzmittel sollten vier Mal 20 Minuten überstehen.

Nanopartikel auf dem Vormarsch

Kosmetikhersteller müssen seit Juli 2013 Nanopartikel auf der Liste der Inhaltsstoffe kennzeichnen.

In den meisten Sonnenschutzmitteln wird Titandioxid in Nanopartikeln als mineralischer Filter verwendet (gekennzeichnet auf der Inhaltsstoff-Liste mit der Bezeichnung „Nano“). Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung geht von Nanopartikeln in Kosmetika keine Gesundheitsgefahr aus. Voraussetzung ist aber, die Produkte werden auf gesunder Haut verwendet. Bei wunder oder verletzter Haut sollte besser ein anderes Produkt ohne Nanopartikel gewählt werden. Hier liegen noch keine ausreichenden Erkenntnisse vor.

Haltbarkeit von Sonnenschutzmitteln

Der sichere UV-Schutz ist vor allem bei Kindern wichtig, deshalb sollte das Sonnenschutzmittel noch in Ordnung sein. Die Produkte sind meist haltbarer, als man denkt. Die Produkte aus dem vorigen Jahr können bedenkenlos verwendet werden, wenn Geruch und Konsistenz stimmen. Trennen sich Flüssigkeit und Öl voneinander oder riecht das Mittel unangenehm, ist das Sonnenschutzmittel nicht mehr sicher.

Tipps für den Sonnenschutz

  • Eincremen: Sonnenbrand bei Kindern leistet Vorschub für schwerere Erkrankungen im späteren Alter. Beim Eincremen daher nicht sparen. Reichlich die exponierten Stellen wie Gesicht, Ohren, den Nacken und die Arme eincremen. Einen Schutzstift mit hohem Lichtschutzfaktor für die Lippen verwenden.
    • Weil sie sich einfach anwenden lassen, sind Sprays bei Kindern sehr beliebt. Selbst bei einem guten Testergebnis droht aber ein Sonnenbrand, wenn sie nicht reichlich aufgetragen werden.
  • Keine Verlängerung der Schutzzeit:
    • Hat man erst ein Produkt mit niedrigem Lichtschutzfaktor verwendet, so lässt sich die Schutzzeit nicht dadurch verlängern indem man später ein Produkt mit höherem Lichtschutzfaktor benutzt. Auch das Nachcremen verlängert die Schutzzeit nicht.
  • Nicht in der Mittagshitze:
    • Kinder sollten in der Mittagshitze generell im Schatten bleiben. Für Babys ist die pralle Sonne tabu. Der Kinderwagen sollte mit einem Sonnenschirm ausgestattet sein und auch über dem Sandkasten und Planschbecken sollte für Schatten gesorgt sein.
  • Schützende Kleidung:
    • Grundsätzlich schützt trockene Kleidung besser als nasse. Lichtschutzfaktor 50 und mehr bieten ein blickdichtes dunkles T-Shirt sowie ein Sonnenschirm aus blickdichtem Gewebe. Transparente Stoffe schirmen UV-Strahlen kaum ab.