Schöne Weihnachtsbeleuchtung: auch sicher und sparsam?

In wenigen Tagen beginnt die Advents- und Weihnachtszeit. Dann sorgen Lichterketten und beleuchtete Nikoläuse drinnen wie draußen für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Damit defekte Lämpchen oder eine hohe Stromrechnung nicht die Laune verderben, ist bereits beim Kauf von Lichterketten einiges zu beachten. Warum ist das Kürzel IP 44 so wichtig?

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Weihnachtsbeleuchtung

Spätestens ab dem 1. Advent erhellen Lichterketten die Fenster, blinken Lichtschläuche in den Bäumen oder leuchtet ein Nikolaus auf dem Balkon. Der Kauf von Lichterschmuck ist gar nicht so einfach, da es Lichterketten für drinnen oder draußen gibt, mal mit, mal ohne Transformator. Auch der Stromverbrauch ist sehr unterschiedlich.
 

Lichterketten weisen häufig Mängel auf

Untersuchungen decken Sicherheitsmängel bei Lichterketten auf:

  • Aktueller Test vom November 2016 in hr-fernsehen
    hr-fernsehen hat sieben Weihnachtslichterketten (LED und Glühlampen mit Netzstecker) auf ihre Sicherheit überprüfen lassen. Sie kosteten zwischen knapp drei Euro und zehn Euro. Zwei der sieben Lichterketten sind beim Test durchgefallen. Die eine Lichterkette wies Mängel in der technischen Ausführung auf, da der Transformator und die doppelte Isolierung fehlten, so dass die Gefahr eines Stromschlages und damit Lebensgefahr besteht. Bei der anderen Kette gab es zwar kein Sicherheitsrisiko, doch aufgrund der schlechten Verarbeitung ist nur mit einer kurzen Lebensdauer zu rechnen.
     
  • Stiftung Warentest
    Stiftung Warentest hat im November 2015 18 Weihnachtsbeleuchtungen auf Sicherheit, Lichtfarbe, Geruch und Stromverbrauch getestet und zwar elf LED-Lichterketten für drinnen und draußen, zwei Lichterketten mit Glühlampen, einen Lichtschlauch und drei LED-Deko-Beleuchtungen mit Batterien. Das Testergebnis mit Nennung des Produktnamens und des Produktpreises ist hier nachzulesen.
     
  • Untersuchungen des TÜV Rheinlands
    Eine Überprüfung von 52 Lichterketten ergab, dass etwa 75 Prozent der untersuchten Produkte nicht die Mindestvorgaben erfüllten. Sie waren somit nicht verkehrsfähig und hätten nicht verkauft werden dürfen.
    Die häufigsten Mängel waren
    * fehlende Warn- und Sicherheitshinweise
    * Stromschlaggefahr wegen Konstruktionsmängeln
    * zu starke Erwärmung
     

Sicherheit von Lichterketten: GS ist besser als CE

  • CE-Kennzeichnung
    • Die CE-Kennzeichnung ist gesetzlich vorgeschrieben und muss auf jeden Fall vorhanden sein. Hiermit bestätigt der Hersteller oder Einführer selbst, dass dieses Produkt den europäischen Richtlinien entspricht. Eine unabhängige Prüfung des Produktes zur Vergabe der Kennzeichnung ist nicht Pflicht.
       
  • GS-Zeichen
    • Das GS-Zeichen steht für „geprüfte Qualität“. Es bedeutet, dass Lichterketten mit diesem Zeichen von einer anerkannten Prüfstelle untersucht und bewertet sowie die Sicherheitsanforderungen eingehalten wurden. Die hier zugrunde gelegten Sicherheitsanforderungen gehen über die der europäischen Richtlinie hinaus, die nur Mindestanforderungen enthält.
       

Strom sparen mit LED-Lichterschmuck

Um bei der Stromrechnung keine böse Überraschung zu erleben, sollte man den Energieverbrauch von elektrischen Leuchtdekorationen genau kennen.

Lichterketten mit Leuchtdioden, so genannte LEDs, sind mit Abstand am sparsamsten. Sie verbrauchen bis zu 85 Prozent weniger Energie als herkömmlicher Lichterschmuck. Allerdings kosten vergleichbare Produkte mit LEDs in der Anschaffung auch mehr. Da der LED-Lichterschmuck äußerst langlebig ist und bei Qualität und Sicherheit ausgesprochen gut abschneidet, lohnt sich diese Investition auf jeden Fall. Bei LED-Produkten besteht keine Gefahr eines Stromschlages, da die Stromspannung reduziert ist.

Ein etwa 20 Meter langer Lichtschlauch mit herkömmlichen Leuchtmitteln benötigt beispielsweise rund 300 Watt. Eine Kilowattstunde kostet momentan im Durchschnitt rund 0,27 Cent – Tendenz steigend. Leuchtet der Schlauch dieses Jahr vom ersten Advent bis zum Dreikönigstag am 6. Januar täglich acht Stunden, dann sind das circa 24 Euro. Ein vergleichbarer LED-Lichterschlauch verbraucht im gleichen Zeitraum nur knapp 8 Euro.
 

Worauf ist beim Kauf von Lichterketten und elektrischer Weihnachtsdekoration zu achten?

  • Lichterketten nur bei vertrauenswürdigen Händlern kaufen, da man bei denen auch die Ware reklamieren kann.
  • Name und Adresse des Inverkehrbringers / Herstellers müssen auf der Verpackung stehen. Dies ist wichtig für Beschwerden, Reklamationen oder Nachfragen. Produkte mit zweifelhaftem Ursprung besser nicht kaufen.
  • Nur Produkte mit Aufschriften und Sicherheitshinweisen in der jeweiligen Landessprache kaufen.
  • Lichterschmuck mit dem deutschen GS-Zeichen kaufen. Diese wurden unabhängig geprüft. Beim CE-Zeichen ist dies nicht der Fall.
  • Es sollten nur Lichterketten mit Transformator zum Einsatz kommen. Ein Transformator reduziert die gefährliche Steckdosenspannung von 230 Volt.
  • Lichterketten mit Leuchtdioden (LED) verbrauchen deutlich weniger Strom und haben eine längere Lebensdauer. Die Lichterketten sollten ebenfalls mit einem Steckertransformator geliefert werden.
     

Zum richtigen Umgang mit Lichterketten empfiehlt der TÜV Rheinland

  • Gebrauchs- und Sicherheitshinweise sind genau zu beachten.
  • Ketten für Innenräume dürfen nie im Freien angebracht werden. Lichterschmuck für den Einsatz im Freien ist am Kürzel IP 44 erkennbar.
  • Defekte Ketten sind sofort zu entsorgen, denn beschädigte Kabel, Stecker, Fassungen oder Trafos dürfen nicht repariert oder ersetzt werden.
  • Defekte Leuchtmittel sind sofort auszutauschen, da sich die anderen Lampen sonst stärker erwärmen. Bei Ketten mit Leuchtdioden besteht diese Gefahr nicht.
  • Lichterketten mit defekten Lampen erhöhen den Stromverbrauch.
  • Immer auf ausreichenden Abstand zu leicht entflammbaren Gegenständen wie Strohsternen, Gardinen und trockenen Tannenzweigen achten.
  • Hände weg von Bausätzen - nur vorkonfektionierte Lichtschläuche benutzen.

Wie viel Weihnachtsbeleuchtung ist erlaubt?

Solange die Advents- und Weihnachtsbeleuchtung niemanden stört, kann der Nikolaus die Fassade hinaufklettern und das Rentier mit Schlitten im Vorgarten stehen. Mieter holen besser vor dem Anbringen der Weihnachtsdekoration die Erlaubnis ihres Vermieters ein, denn dieser kann ablehnen, wenn die Wand angebohrt werden muss oder das Erscheinungsbild des Hauses stark beeinträchtigt ist.

Lichterketten in den Fenstern sind erlaubt, sofern dadurch nicht in die benachbarte Wohnung hell erleuchtet wird. Wohnungsnachbarn können auch verlangen, dass nach 22 Uhr die Beleuchtung abgeschaltet wird, so Stiftung Warentest.

Weihnachtsbeleuchtung am Arbeitsplatz

Viele Beschäftigte möchten auch am Arbeitsplatz nicht auf Lichterschmuck verzichten und dekorieren ihr Büro und andere Räumlichkeiten mit Weihnachtsschmuck. Dies ist gesetzlich zulässig, solange der Chef damit einverstanden ist und die Beschäftigten die Brandschutzordnung einhalten.

Empfehlenswert ist die Verwendung von elektrischen Lichterketten oder batteriebetriebenen Kerzen. Denn beim Anzünden von Wachskerzen, falls der Betrieb dies überhaupt erlaubt, sind mehrere Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten wie nicht in der Nähe von brennbaren Gegenständen anzünden, Kerze auf eine nicht brennbareUnterlage stellen und nicht unbeaufsichtigt brennen lassen. Da aber im Büro brennbare Gegenstände wie Papier vorkommen und auch das Büro häufiger zwecks Erledigung anderer Aufgaben verlassen und somit nicht beaufsichtigt wird, sollte am Arbeitsplatz auf Weihnachtsschmuck mit offener Flamme verzichtet werden.

Stand: November 2016