Kerzen: Tipps zum Kauf und Umgang

In der dunklen Jahreszeit verbreiten Kerzen eine gemütliche Atmosphäre. Ob Sie Kerzen aus Paraffin, Stearin oder Bienenwachs kaufen, ist vor allem eine Preisfrage. Wie brennen sie am besten ab? Und was bewirkt das Lagern der Kerzen in der Tiefkühltruhe?

Herz mit Kerze_anh pham - fotolia.com_.jpg

Herz aus kleinen, roten Äpfeln mit einer brennenden Kerze in der Mitte

Den Tag mit einem guten Essen bei Kerzenschein ausklingen lassen oder es sich in der Badewanne gemütlich machen, umgeben von angezündeten Kerzen, ist Entspannung pur. Mancher erfreut sich auch an Duftkerzen, die ihren angenehmen Duft im ganzen Raum verteilen. Auch wenn Kerzen schnell nach dem Anzünden ein stimmungsvolles Ambiente verbreiten, so bedarf es doch einer gewissen Pflege beim Lagern wie beim Abbrennen, damit man viel Freude an ihnen hat.

Rohstoffe und Nachhaltigkeit

  • Paraffin
    Der Hauptbestandteil von Kerzen ist Paraffin, das bei der Schmierölproduktion als Abfallstoff anfällt und deshalb ein preiswerter Rohstoff ist. Aufgrund verbesserter Herstellungsverfahren in den letzten Jahren fällt allerdings immer weniger Paraffin an.

    Kerzen aus Paraffin brennen wegen des niedrigen Schmelzpunktes schneller ab. Deshalb wird höherwertigen Paraffinkerzen auch Stearin beigefügt, um die Festigkeit zu erhöhen und die Brenndauer zu verlängern.

    Ökologische Bewertung: Paraffin ist als Kerzenrohstoff beliebt, da es nach den EU-Richtlinien als ungefährlich für Mensch und Umwelt bewertet wird. Paraffin wird deshalb nicht nur für Kerzen, sondern auch bei der Herstellung von Arzneimitteln oder Kosmetika verwendet.

    Auch wenn Paraffin die Umwelt nicht direkt schädigt, so darf nicht vergessen werden, dass es aus dem nur begrenzt zur Verfügung stehenden Erdöl gewonnen wird und beim Abbrennen von Paraffinkerzen CO₂ freigesetzt wird.
     
  • Stearin
    Stearin wird aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen. Pflanzliche Rohstoffe wie Palmöl und Kokosfett werden häufiger verwendet als tierische Fette wie zum Beispiel Rindertalg. Eine als „Stearinkerze“ bezeichnete Kerze muss zu mindestens 90 Prozent aus Stearin bestehen. Meist wird noch etwas Paraffin beigemischt, um ein Bröckeln der Kerze zu vermeiden.

    Kerzen aus Stearin sind teurer als solche aus Paraffin, dafür brennen sie länger, rußen nur wenig und tropfen nicht.

    Ökologische Bewertung: Aus Palmöl hergestellte Stearinkerzen sind kritisch zu bewerten, da für die Gewinnung von Palmöl wertvolle Urwälder gerodet werden. Verbraucher können beim Kauf einer Stearinkerze nicht erkennen, ob der Rohstoff aus nachhaltigem Anbau oder aus dem Raubbau stammt.
     
  • Bienenwachs
    Der teuerste Kerzenrohstoff ist Bienenwachs. Es wird aus den Waben der Bienen gewonnen. Eine Kerze darf nur dann als „Bienenwachskerze“ bezeichnet werden, wenn sie nur aus Bienenwachs hergestellt wurde und somit keine weiteren Stoffe beigemischt wurden.

    Bienenwachskerzen zeichnen sich durch einen feinen Duft, eine charakteristische Farbe und eine lange Brenndauer aus.

    Ökologische Bewertung: Am umweltfreundlichsten sind Kerzen aus Bienenwachs, denn sie sind ein natürliches Produkt. Der Marktanteil für Bienenwachskerzen ist mit ein bis zwei Prozent sehr gering. Dies liegt daran, dass die Bienenwachsreserven begrenzt sind.

Lüften vermindert die Schadstoffbelastung

Beim Abbrennen wird Sauerstoff verbraucht und Schadstoffe entstehen. Allerdings ist die Schadstoffbelastung von Kerzen gering, unabhängig davon, aus welchem Material die Kerzen hergestellt sind. Ein richtiger Umgang mit den Kerzen verhindert Probleme.

Tipps:

  • Vor und nach dem Abbrennen der Kerzen sollte gründlich gelüftet werden.
  • Brennende Kerze keiner Zugluft aussetzen, da durch das Flackern die Verbrennung noch unvollständiger verläuft und umso mehr Ruß und damit Schadstoffe entstehen.
    Zudem verhindert Zugluft ein gleichmäßiges Abbrennen der Kerze.
  • Der Docht sollte nicht länger als 10-15 mm sein. Ist der Docht länger, entsteht beim Abbrennen mehr Ruß.
  • Kerzen sollten immer mindestens so lange brennen, bis der ganze Kerzenteller flüssig geworden ist. Bei dickeren Kerzen dauert dies länger als bei dünneren Kerzen. Schmilzt nämlich nur das Wachs in Dochtnähe, entsteht ein Krater mit einem tiefstehenden Docht. Dadurch fängt die Flamme an zu flackern und zu rußen und letztendlich verkümmert sie.

RAL-Gütezeichen Kerzen

Wegen ihrer Farbstoffe oder ihres Lacküberzuges wurden manche Kerzen beanstandet. Mit dem „RAL-Gütezeichen Kerzen“ wurde ein Gütestandard festgelegt, der Verbrauchern eine hohe Sicherheit gewährleistet. Kerzen mit diesem Gütezeichen dürfen bedenkliche Stoffe nicht oder nur in begrenzten Mengen enthalten. Auch für die Brennmasse und den Docht gibt es einzuhaltende Vorgaben.

Durch Einfrieren längere Brenndauer

Wer sich ärgert, dass Kerzen so schnell abbrennen, hat noch nicht den Trick mit dem Einfrieren von Kerzen ausprobiert. Kerzen brennen deutlich länger, wenn sie vorher in das Tiefkühlfach des Kühlschranks oder in den Gefrierschrank gelegt werden und zwar für mindestens einen Monat oder länger. Hier gilt das Prinzip: „Je länger, desto besser“. Im Winter bei Minusgraden reicht es auch aus, die Kerzen draußen zu lagern, zum Beispiel auf der Fensterbank oder dem Balkon.

Die verlängerte Brenndauer wird durch das Einfrieren nicht nur bei Stabkerzen erreicht, sondern auch bei Teelichtern.

Kerzen sicher abbrennen

Auch wenn man es sich nicht vorstellen kann: Immer wieder werden Wohnungsbrände durch Kerzen verursacht.

Tipps:

  • Kerzen sollen für Kinder und Tiere nicht erreichbar sein.
  • Kerzen nur auf eine nicht brennbare Unterlage stellen.
  • Kerzen nicht in der Nähe von leicht brennbarem Material wie Vorhänge oder Lampenschirme stellen.
  • Mehrere brennende Kerzen sollten einen Abstand von mindestens 10 cm haben.
  • Kerzen rechtzeitig löschen, bevor sie brennbares Deko-Material entzünden können.
  • Brennen viele Kerzen gleichzeitig, ist eine Löschdecke oder ein Feuerlöschspray in greifbarer Nähe eine gute Vorsichtsmaßnahme.
  • Kerzen nie unbeaufsichtigt brennen lassen!

Duftkerzen – nicht für jeden geeignet

Duftkerzen sind beliebt:  Je nach Aromastoff beleben sie die Sinne, entspannen den Körper oder erhellen die Stimmung . Die Duftpalette ist groß und reicht von Apfel bisZimt.

Duftkerzen können bei empfindlichen Personen zu Kopfschmerzen, Übelkeit und tränenden Augen führen. Auch für Asthmapatienten, Allergiker, Schwangere und Kleinkinder sind die duftfreien Kerzen die bessere Wahl.

Allgemein gilt, dass Duftkerzen lieber sparsamer verwendet werden, insbesondere wenn Gäste kommen. Nach dem Abbrennen wird ein gründliches Lüften des Zimmers empfohlen.

Stand: August 2019