Katzenfutter: große Auswahl, aber nicht immer Qualität

Millionen Deutsche lieben ihre Katze, für die sie nur das beste Futter wollen. Doch angesichts des großen Angebots an Katzenfutter ist es gar nicht so einfach, das richtige Futter auszuwählen. Stiftung Warentest hat Katzenfutter untersucht und kam zu ernüchternden Ergebnissen.

Katze Katzenfutter fressen Gleb Semenjuk - Fotolia.com_.jpg

Katze mit aufgerissenem Maul am Fressnapf

Über acht Millionen Haus- und Wohnungskatzen leben aktuellen Schätzungen zufolge in Deutschland. Entsprechend groß ist der Bedarf und damit das Angebot an Katzenfutter. Dieses gibt es als Trocken- oder Feuchtnahrung in unterschiedlichen Packungen und Portionsgrößen. Katzenbesitzer interessieren sich nicht nur für den Preis, sondern auch oder vor allem für die Qualität des Futters. Dieser Beitrag beleuchtet, ob das Preis-Leistungsverhältnis der angebotenen Produkte stimmt und ob das Futter frei von unerwünschten Schadstoffen ist.

Ernüchternde Testergebnisse

Die Stiftung Warentest hat in einem aktuellen Test 33 Feuchtfutter für Katzen untersucht und kam zu einem ernüchternden Ergebnis: lediglich drei getestete Produkte wurden mit „sehr gut“, vier weitere mit „gut“ bewertet. Fünfzehn Feuchtfutterprodukte waren nur „ausreichend“ oder sogar „mangelhaft“ (sechs Proben), der Rest landete im Mittelfeld. Der Preis spiegelt dabei übrigens keineswegs das Leistungsgefälle wider. Oder anders formuliert: billiges Futter vom Discounter muss nicht zwangsläufig schlechter sein als manch hochpreisiges Produkt aus dem Tiermarkt, ganz im Gegenteil. Ärgerlich nur, dass teures Futter nicht immer gut sondern im ungünstigsten Fall sogar mangelhaft ist. An den Inhaltsstoffangaben auf der Verpackung können Verbraucher die Qualität oft nicht erkennen, denn die Deklaration ist den Ergebnissen zufolge häufig ebenfalls nicht zufriedenstellend. Besser als zufriedenstellend hingegen war durchgängig der Schadstoffgehalt, denn dieser war in allen getesteten Feuchtnahrungen jeweils gering oder sehr gering.

Abgewertet wurden die Futterproben hauptsächlich durch ein unausgewogenes oder unzureichendes Nährstoffverhältnis. Hierzu ist von Bedeutung zu wissen, dass Katzen von Natur aus Fleischfresser sind. Die natürliche Nahrung der Katze sind Mäuse. Diese enthalten alle Nährstoffe in dem von der Katze für ihren Stoffwechsel benötigten Verhältnis. Die meist als „Alleinfutter“ verkaufte industriell hergestellte Tiernahrung aus Dosen und Tüten muss also die natürliche Nahrung „Maus“ so gut wie möglich ersetzen.

Nährstoffrelationen müssen stimmen

Insbesondere sind Katzen auf die Zufuhr von bestimmten Fettsäuren angewiesen. Nimmt die Katze davon unzureichend über das Futter auf, ist beispielsweise ihre Fortpflanzungsfähigkeit eingeschränkt. Auch gewisse, in Eiweißen enthaltene, Aminosäuren wie beispielsweise Taurin brauchen die Stubentiger, um gesund und vital zu bleiben. Kohlenhydrate, die aus pflanzlichen Nahrungsbestandteilen stammen, brauchen Katzen als reine Fleischfresser übrigens nicht. Andererseits schaden die auch in Feuchtfutter üblicher Weise in Maßen vorkommenden Kohlenhydrate nicht, da sie als Ballaststoffe auch eine verdauungsregulierende Funktion haben.

Zu den Hauptnährstoffen kommen eine Vielzahl von Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen, die aus dem Katzenfutter eine insgesamt ausgewogene Tiermahlzeit machen sollen. Und an dieser Stelle scheidet sich die Spreu vom Weizen: viele Produkte enthalten entweder zu wenig oder zu viel von einem oder mehreren Nährstoffen.

Beides kann auf Dauer die Gesundheit der Tiere schädigen oder bei älteren und kranken Tieren bereits bestehende gesundheitliche Probleme verschärfen. Vor allem eine zu hohe Zufuhr des Mineralstoffs Phosphor ist bei nachlassender oder eingeschränkter Nierenfunktion meist älterer Katzen unbedingt zu vermeiden. Denn zu viel Phosphor, der über eine geschädigte Niere nicht mehr ausgeschieden werden kann, führt indirekt zu einem weiteren Absterben des verbliebenen gesunden Nierengewebes. Am Ende dieses Prozesses steht das Nierenversagen, eine der häufigsten Todesursachen von Katzen.

Niereninsuffizienz und andere Gefahren

Häufig wird eine Niereninsuffizienz, an der gelegentlich auch jüngere Katzen erkranken können, nicht oder zu spät entdeckt. Erst wenn mehr als zwei Drittel des Nierengewebes zerstört sind, treten erste Symptome auf. Wird eine Niereninsuffizienz durch den Tierarzt diagnostiziert, ist es meist zu spät, denn die Zerstörung des Nierengewebes ist dann schon unheilbar vorangeschritten. Aber das Fortschreiten der Krankheit lässt sich durch diätetische Maßnahmen zumindest verlangsamen. Denn es gilt, für die Erhaltung des restlichen noch funktionierenden Nierengewebes diesen Teufelskreislauf zu unterbrechen und Tiernahrung zu verabreichen, die einen geringen Phosphorgehalt hat.

Auch der Mineralstoff Kalzium ist von Bedeutung für die Katzenernährung, denn er ist neben Phosphor für einen gesunden Knochenbau unerlässlich. Andererseits verhindert ein Zuviel an Kalzium die Aufnahme anderer wichtiger Mineralstoffe wie beispielsweise Zink, das unter anderem für ein gesundes, glänzendes Fell wichtig ist.

Dem ausgewogenen Verhältnis an Mineralstoffen kommt daher eine große Bedeutung zu. In besonderen Lebenssituationen – wie Aufzucht, Alter oder Krankheit – kann es sinnvoll sein, auf spezielle Nahrungsangebote der Futtermittelindustrie zurückzugreifen. So werden beispielsweise Diätfutter mit reduziertem Phosphatanteil für ältere oder nierenkranke Katzen angeboten. Auch für ganz junge Katzen, die sich noch in der Wachstumsphase befinden, werden spezielle Futtermischungen angeboten.

Feuchtfutter oder Trockennahrung – was ist besser?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Grundsätzlich enthalten beide Futtervarianten alle für die Katze notwendigen Nahrungsbestandteile. Gravierender Unterschied ist der Wassergehalt: während Feuchtnahrung zwischen 60 bis über 84 Prozent Wasser enthält, liefert Trockennahrung maximal drei bis zwölf Prozent Wassergehalt. Manche Katzen trinken zu wenig, so dass die zusätzliche Flüssigkeitszufuhr über die Feuchtnahrung durchaus erwünscht ist. Wird viel oder überwiegend Trockennahrung verfüttert, müssen Katzenbesitzer unbedingt dafür sorgen, dass die Katze ausreichend mit Trinkwasser versorgt wird. Da Trockenfutter durch den geringen Wasseranteil im Verhältnis zum Volumen und Gewicht energiereicher ist, eignet sich Feuchtfutter besser zur Vermeidung von Übergewicht.