Ethanol-Kamin: Brandgefährliche Deko

Vor Ethanol-Kaminen und Deko-Artikeln, die mit flüssigem Ethanol befüllt werden, warnt Stiftung Warentest, denn die Unfälle mit Ethanol-Feuern häufen sich. Kamine und Deko-Feuer können ungeprüft auf den Markt gebracht werden. Überwachte Sicherheitsregeln für diese Geräte gibt es nicht. Ohne Informationen kann es zu Fehlbedienungen kommen. Das hohe gesundheitliche Risiko hat der Nutzer.

Kaminfeuer Mads M. Stavnsbo - Fotolia.com_.jpg

Loderndes Feuer im Kamin

Ethanol ist ein Brennstoff, der offen stehend verdampft. Bei Temperaturen über 21 Grad Celsius bildet er zusammen mit Luft ein leicht entzündliches, sogar explosionsfähiges Gemisch. Wenn der Dekokamin nach dem Befüllen einige Zeit offen steht, kann ein Funke ausreichen und die Dämpfe können sich entzünden. Aufgrund seiner leichten Entzündbarkeit wird Ethanol auch als Brandbeschleuniger eingesetzt. Läuft Ethanol beim Befüllen aus und entzündet sich, brennt schnell der ganze Raum lichterloh.

Kamine und Deko-Feuer können ungeprüft auf den Markt gebracht werden. Überwachte Sicherheitsregeln für diese Geräte gibt es nicht, somit auch kein GS-Zeichen für Geprüfte Sicherheit. Eine Norm mit Anforderungen an die funktionelle Sicherheit ist noch nicht veröffentlicht. Stiftung Warentest rät jedoch, sich auch von Prüfzeichen nicht zu einem leichtfertigen Kauf oder Umgang verleiten zu lassen. Das hohe gesundheitliche Risiko im Falle eines möglichen Fehlgebrauchs hat der Nutzer.

Ausführlichere Informationen bei Stiftung Warentest

Kaminfeuer strahlt eine behagliche Wärme aus. Der Einbau eines herkömmlichen Kamins ist jedoch mit einigem baulichen Aufwand verbunden. Eine Alternative scheinen Ethanol-Kamine zu sein, die schnell aufgestellt sind und keinen Abzug benötigen. Doch Vorsicht ist beim Gebrauch des verwendeten Bio-Ethanols angesagt, da dieser zusammen mit Luft ein entzündliches Gemisch bildet. Vom Nachfüllen des Kamins in noch heißem Zustand oder sogar bei brennender Flamme wird dringend abgeraten.

Ethanol-Kamine sind nicht zum Heizen gedacht

Mancher Anbieter eines Bio-Ethanol-Kamins verspricht einen wohlig warmen Kamin. Doch diese Kaminart ohne Schornstein ist nicht zum Heizen eines Zimmers geeignet (andernfalls würden nämlich Regelungen greifen, die wesentlich mehr Vorgaben zur Sicherheit der Geräte machen). Beim Verbrennen des Bioethanols entsteht zwar Wärme, doch gleichzeitig auch Kohlenstoffdioxid.

TIPP: Ausreichendes Lüften ist unbedingt notwendig, wodurch aber der Heizeffekt verloren geht.

Vor dem Kauf genau informieren

Ethanol-Kamine sind in unterschiedlichsten Ausführungen auf dem Markt. Manche lassen sich nicht „abstellen“: Sie brennen in jedem Fall so lange, bis das Ethanol verbraucht ist. So lange muss die Flamme überwacht werden. Andere lassen sich löschen, indem die Luftzufuhr zur Flamme unterbrochen wird. Hier bleibt das restliche Ethanol im Kamin. Auch das kann in seltenen Fällen beim nächsten Entzünden gefährlich werden: Es könnten sich zündfähige Gasgemische bilden.

TIPP: Vor dem Kauf den Kamin vorführen lassen und Sicherheitshinweise erfragen. Vor allem auf die Brennwanne achten. Die Flamme soll immer sichtbar sein. Bei manchen Kaminen brennt im Innern Watte weiter, auch wenn die Flamme von außen nicht mehr sichtbar ist.

Beim Kauf auf Sicherheitsprüfung achten

Ethanol-Kamine erhalten derzeit noch kein GS-Zeichen, da es keine einheitlichen Prüfregeln gibt. Hersteller können aber ihre Kamine bei unabhängigen Prüfinstituten (z.B. TÜV) prüfen lassen und den Prüfbericht dem Kunden geben. Zeichen auf der Verpackung sind unzuverlässig, da sie leicht aufzudrucken sind.

TIPP: Wer also einen Kamin kaufen möchte, sollte nach dem Prüfbericht eines unabhängigen Prüfinstituts fragen. 

Im Januar 2011 ist die endgültige Fassung der für Bio-Ethanol-Kamine relevanten DIN-Norm 4734-1 erschienen. In dieser DIN-Norm werden die Anforderungen an dekorative Feuerstätten festgelegt, die mit flüssigem oder Gel-förmigen Ethanol betrieben werden. Außerdem werden mit der Norm die Prüfung, Produktion und die Kennzeichnung solcher Feuerstätten beschrieben (Quelle: Ratgeber Ethanolkamine ).

Vorsicht beim Befüllen mit Bio-Ethanol

Ethanol ist ein Brennstoff, der zusammen mit Luft und Temperaturen über 21 Grad Celsius ein leicht entzündliches, sogar explosionsfähiges Gemisch bilden kann. Wird beim Befüllen etwas Ethanol verschüttet, kann sich dieses entzünden und der ganze Raum brennt schnell lichterloh. Das Lagern und Umfüllen von Ethanol in privaten Räumen stellt immer ein erhöhtes Brandrisiko dar.

TIPP: Ethanol sollte auf keinen Fall nachgefüllt werden, wenn der Kamin brennt oder noch heiß ist. Das Gefäß mit dem Bio-Ethanol nach Gebrauch sofort wieder verschließen und nicht neben dem Kamin aufbewahren. 

Stiftung Warentest: Ethanol-Kamin: Brandgefährliche Deko

Mehr über die Gefahren von Bioethanol-Kaminen: Video aus der Sendung "Planetopia"