Blei und Cadmium in Modeschmuck – ein Risiko für Verbraucher?

Billiger Modeschmuck gerät immer wieder in den Fokus des Verbraucherschutzes. Grund: Die meist in Fernost produzierten Waren enthalten häufig giftige Schwermetalle. Untersuchungsergebnisse des Hessischen Landeslabors belegen erneut, dass in Modeschmuck die Grenzwerte für Blei und Cadmium zum Teil deutlich überschritten werden.

Anhänger Motiv Puppe © LHL.jpg

Anhänger mit hohem Cadmium-Gehalt

Warum enthält Modeschmuck Schwermetalle?

Modeschmuck wird überwiegend in Fernost als Massenware hergestellt. Bei der Herstellung von Modeschmuck bestehen zwar keine technischen Erfordernisse für die Verwendung von Schwermetallen wie Blei oder Cadmium. Blei kann jedoch zur Erhöhung des Gewichtes, Cadmium meist zum Erzielen eines Grauglanzes eingesetzt werden.

Blei und Cadmium sind giftig

Werden Schwermetalle langfristig in hohen Mengen aufgenommen – beispielsweise über den Hautkontakt - können schwerwiegende Erkrankungen entstehen. So kann Blei beispielsweise zu Unfruchtbarkeit führen und/oder das Nervensystem schädigen, während Cadmium schädlich für Nieren und Knochen sein kann. Besonders gefährlich wird es, wenn mit Schwermetallen belastete, kleine Schmuckstücke oder Teile davon verschluckt werden. Dies kann zu schweren bis tödlichen Vergiftungen führen. Daher sollte Modeschmuck vorsorglich außer Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Keinesfalls sollten solche Schmuckstücke in den Mund genommen werden.

Einige Schmuckstücke überschreiten Grenzwerte deutlich

Den europaweit geltenden Verordnungen zufolge ist für Blei ein Grenzwert von 500 Milligramm pro Kilogramm (mg/kg) und für Cadmium von 100 mg/kg in Metallschmuck festgelegt worden. Im Jahr 2016 hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) Untersuchungsergebnisse von 262 Proben Modeschmuck vorgestellt. Demnach überschritten bei einer bundesweiten Überprüfung von Bedarfsgegenständen 32 Modeschmuck-Produkte (12 Prozent) den Grenzwert für Blei und 26 Proben (zehn Prozent) den Grenzwert für Cadmium.

Untersuchungsergebnisse des Hessischen Landeslabors

Der Landesbetrieb Hessisches Landeslabor (LHL) hat zwischen 2017 und 2018 insgesamt 53 Proben von Modeschmuck untersucht. Hierbei wurden in acht Schmuckstücken (15 Prozent) deutlich erhöhte Gehalte dieser Schwermetalle festgestellt. Die Beanstandungsquote war somit etwas höher als bei den oben genannten Befunden des BVL. Das Titelfoto zeigt einen Anhänger, bei dem ein Cadmiumgehalt von 53 Gewichtsprozent gemessen wurde.

Die Untersuchungsergebnisse des LHL zeigten auch, dass bei so genannten „no-name“-Produkten aus Direktimporten besondere Risiken einer Schwermetallbelastung bestehen. Verbrauchern wird daher geraten, Modeschmuck von etablierten Marken oder Handelsketten zu erwerben, da die dort verkauften Schmuckstücke einer Qualitätskontrolle unterliegen. Das BVL fordert, dass die Hersteller und Importeure von Modeschmuck eindeutig mehr tun müssen, um Gesundheitsrisiken zu vermeiden.

Stand: April 2018