„Wie man sich bettet so schläft man“ - Und dazu gehört für viele eine Daunendecke

Was ist eine gute Daunendecke und was steckt drin? Daunen, Federn oder beides? Von außen kann man oft keinen Unterschied zwischen den im Handel angebotenen Decken erkennen. Aber Qualitätsdaunen sind knapp und haben ihren Preis. Ein Test von Stiftung Warentest zeigt, wie Hersteller bei der Kennzeichnung ihrer Decken mogeln. Auch den Vorwurf der Tierquälerei müssen sich viele Anbieter machen lassen.

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Weiße Feder spiegelt sich auf einem schwarzen Hintergrund

Haben Sie sich für eine Decke entschieden, dann ist die richtige Pflege wichtig, damit sie auch lange kuschelig und warm bleibt.

Daunendecken im Test

Von außen kann man meist keinen Unterschied zwischen den verschiedenen Daunendecken erkennen. Aber Qualitätsdaunen sind teuer. Die meisten Anbieter verheißen eine hochwertige Füllung mit mindestens 90 Prozent Daunen erster Klasse. Ein Test von Stiftung Warentest zeigt jedoch, dass in vielen Decken minderwertige, kleine Daunen oder sogar mehr Federn als angegeben stecken. So darf eine „Gänsedecke“ laut Norm (EN 12934) maximal 30% Entendaunen und ‑federn enthalten. Alle getesteten „Gänsedecken“ erreichten ungefähr diesen Wert. Entendaunen sind nämlich kostengünstiger, dafür halten sie aber auch nicht so warm.

Hat man eine gute Decke gefunden, so stellt sich nach mehrmaligem Waschen erneut die Qualitätsfrage. Denn hier schnitten im Test auch vermeintlich hochwertige und teure Decken schlecht ab. Aus einzelnen Kassetten war die Füllung ausgewandert, so dass die Wärmedämmung anschließend versagte. Insgesamt bekam nur eine der 11 getesteten Daunendecken das Gesamturteil „gut“ (2,2).

Daunen und Federn – der feine Unterschied

Die Daune kommt aus dem Untergefieder von Gänsen und Enten. Sie ist dreidimensional und hat keinen Kiel. Mit ihren ca. zwei Millionen seidenweichen Verästelungen bildet sie eine Art Luftpolster. Dieses hält Kälte ab und transportiert gleichzeitig Feuchtigkeit vom Körper weg. Je größer die Daune, desto besser schützt sie. Große Gänsedaunen liefern somit die beste und teuerste Qualität.

Im Vergleich dazu sind Federn flach und zweidimensional. Sie dienen dem äußern Schutz der Tiere und haben einen hornigen Kiel, von dem die Federhärchen abzweigen. Sie halten Wärme schlechter als Daunen.

(Quellen: Stiftung Warentest, Verband der Deutschen Daunen- und Federnindustrie e.V.)

So können Bettdeckenfüllungen zusammen gesetzt sein

DIN EN 12934

RAL (alte Kennzeichnung)

Daunenanteil mindestens (in %)

Federnanteil (in %)

Bezeichnung

100

0

Reine Daune

90

10

Daune

50

50

Fedrige Daune

30

70

Dreivierteldaune

15

85

Halbdaune

unter 15

über 85

Federn

Die Prozent-Angaben der EN 12934 haben die ehemaligen RAL-Kennzeichnungen abgelöst. Eine „Halbdaune“ wird jetzt also als „85% Federn, 15% Daunen“ gekennzeichnet. 

Die richtige Pflege

  • Erst lüften, dann schütteln: Schlagen Sie die Bettdecke zurück und schütteln Sie sie nach kurzem Lüften. So kann Feuchtigkeit entweichen und die Daunen bauschen sich wieder auf.
  • Lüften Sie Decken und Kissen gelegentlich auch an der frischen Luft (Fenster, Balkon). Vermeiden Sie aber direkte Sonneneinstrahlung.
  • Waschen Sie die Decken alle ein bis zwei Jahre nach Waschanleitung, Kissen sogar häufiger. Ein Tennisball in der Waschmaschine und anschließend im Trockner hilft dabei, dass die Daunen sich wieder aufbauschen.
  • Wenn Sie eine hochwertige Daunendecke besitzen, sollten Sie diese alle 5 bis 10 Jahre im Fachgeschäft aufarbeiten lassen. Hier wird Bruch aussortiert, die Füllung gereinigt und in ein neues Inlett gefüllt.

(Quelle: Bayerischer Rundfunk)

Synthetikdecken, eine Alternative?

Stiftung Warentest hat auch drei Synthetikdecken im Vergleich getestet. Leider konnten sie Wärme schlechter halten, als die Daunenvertreter. Gleichzeitig wurde Feuchtigkeit schlechter abtransportiert: für starke Schwitzer also keine gute Alternative. (Quelle: Stiftung Warentest)

Des einen Freud ist des anderen Leid

Daunenprodukte stehen seit langem in der Kritik. Tierschützer werfen der Daunenindustrie Tierquälerei vor. Gänse werden oft lebendig gerupft. Hersteller behaupten, ihre Daunen würden ausschließlich von toten Tieren stammen. Aber immer wieder machen Tierschützer auf den sogenannten „Lebendrupf“ aufmerksam. Hier werden Gänse lebendig gerupft, ohne Rücksicht auf Schmerzen und Verletzungen, die den Tieren zugefügt werden.

Den Vorwurf der Tierquälerei kann kein Anbieter entkräften

Beim Test von 26 Kriterien zur sozialen und ökologischen Unternehmensverantwortung konnten die Anbieter die Vorwürfe nicht entkräften. Kein Anbieter belegte gegenüber der Stiftung Warentest, von welchen Höfen die Daunen kommen – nicht einmal jene, die dem Verbraucher mit Brief und Siegel garantieren, dass die verwendeten Daunen und Federn nicht von lebenden Tieren stammen - ein Armutszeugnis -. (Quelle: Stiftung Warentest, Link siehe unten)

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie über die unten aufgeführten Links.

Das können Sie tun

Sie als Verbraucher haben die Möglichkeit, den Gänsen unnötiges Leid zu ersparen.

Tipps des Deutschen Tierschutzbundes e.V.

  • "Kaufen Sie nur Bettwaren und Kleidungsstücke, bei denen Daunen geschlachteter Tiere verwendet werden. Achten Sie hierbei auch darauf, dass die Federn und Daunen nicht aus Ländern stammen, in denen die Stopfleberproduktion erlaubt ist. Vor allem Entendaunen aus Totrupf stammen häufig von Stopfleberfarmen. Oder verzichten Sie ganz auf Bettwaren mit Federn und Daunen.
  • Wenn Sie Federbetten kaufen, erfragen Sie die Herkunft der Bettfedern. Im Moment ist noch keine verpflichtende Kennzeichnung erforderlich, aus der hervorgeht, ob Daunen von geschlachteten oder lebenden Tieren stammen. Die meisten Verkäufer werden Ihnen auf diese Frage wahrscheinlich keine Antwort geben können. Doch nur so können wir erreichen, dass sich die Bettenindustrie dieses Tierschutzproblems bewusst wird und nach Alternativen Ausschau hält. Als Verbraucher können Sie durch Nachfragen Druck auf die Hersteller ausüben und signalisieren, dass Sie Produkte, die auf tierquälerische Weise erzeugt wurden, ablehnen.
  • Erkundigen Sie sich beim Verband der Europäischen Bettfedern- und Bettwarenindustrie e.V., wo Sie Bettwaren beziehen können, die garantiert nur mit Federn von geschlachteten Tieren gefüllt wurden (Verband der Europäischen Bettfedern- und Bettwarenindustrie e.V., Thomas-Mann-Straße 9, 55122 Mainz, Tel: 06131-588560, E-Mail: info(at)edfa.eu, Homepage: www.edfa.eu )
  • Lassen Sie sich nicht weismachen, die Tiere würden das Rupfen nicht spüren, die Qualität lebend gerupfter Daunen sei besser oder während der Mauser verlören die Gänse ohnehin ihre Federn."