Werbung bei WhatsApp – Welche Alternativen gibt es?

SMS ist OUT – Instant-Messaging-Dienste sind IN. Durch die weite Verbreitung des mobilen Internets, nutzen immer mehr Menschen diese beliebte Kommunikationsmethode über das Smartphone. Ab Februar 2019 will Facebook innerhalb des Messenger-Dienstes „WhatsApp“ erstmals Werbung schalten. Das gefällt vielen nicht – welche Alternativen gibt es?

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WhatsApp Icon

Mit 1,5 Milliarden Nutzern und rund 65 Milliarden versendeten Nachrichten pro Tag ist WhatsApp der größte Messaging-Dienst weltweit. Jetzt plant das Unternehmen Facebook Inc. Werbeanzeigen in die Anwendung zu integrieren. Die Anzeigen sollen unter dem Menüpunkt „Status“ eingeblendet werden. Privatnachrichten sollen vorerst werbefrei sein. Ähnlich wie bei Instagram und Facebook Messenger sollen Verbraucher dann in regelmäßigen Abständen Werbebotschaften sehen.

Wir stellen Ihnen vier werbefreien Alternativen vor:

Threema

Threema wurde 2012 von der Schweizer Threema GmbH entwickelt. Anders als bei WhatsApp ist der Messenger nicht kostenlos. Die App kostet einmalig für Android 2,99 Euro und für Apples iOS Betriebssystem 3,49 Euro.  Zur Identifizierung bekommt jeder Nutzer beim ersten Start eine ID zugewiesen. Ein Vorteil: Die App erfordert weder eine Telefonnummer noch den Zugriff auf das Adressbuch. Zusätzlich versprechen die Hersteller, dass die Nachrichten ausschließlich Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind und über Schweizer Server übermittelt werden. Dies bedeutet, dass nur die Kommunikationspartner die Nachricht entschlüsseln können. Der Funktionsumfang (Versenden von Texten, Bildern, Sprachnachrichten, Videos und Standorten) ist vergleichbar mit anderen Messenger-Apps. Ebenfalls können Gruppenchats mit bis zu 100 Teilnehmern erstellt werden.

Telegram:

Der Messenger Telegram wird von einem Unternehmen aus Dubai betreut und finanziert. Der Inhaber der Firma ist Pawel Durow. Er hat das russische Facebook-Pendant „VKontakte“ entwickelt. Telegram ist kostenlos und für iOS, Android und Windows, sowie als Computer- und Webversion erhältlich. Allerdings steht der Dienst bei Verbraucherschützern in der Kritik, da auf der Homepage kein Impressum einsehbar ist. Der Sitz des Unternehmens und der Server sind unklar. Zudem ist die Kommunikation nicht automatisch verschlüsselt, dafür muss die Funktion „Secret-Chats“ aktiviert werden.

Signal

Den kostenlosen Messenger von Open Whisper Systems gibt es für iOS, Android, Windows, Mac und Linux. Eine Besonderheit hierbei ist, dass der Quellcode des Messengers einsehbar ist. Wie auch bei anderen Anwendungen, lassen sich Textnachrichten, Fotos, Videos und andere Dateien an Einzelpersonen und Gruppen übermitteln. Zusätzlich kann auch eine Telefonverbindung über das mobile Internet hergestellt werden. Open Whisper Systems ist eine Reihe von Kooperationen mit anderen Diensten eingegangen, um deren Verschlüsselungstechnik zu verbessern. Dazu gehört seit April 2016 auch WhatsApp.

Wire

Der Messenger Wire wird kostenlos für Smartphones, Tablets und Computer angeboten. Die Schweizer Firma ermöglicht seinen Nutzern einen verschlüsselten Austausch von Texten, Fotos und Videos. Weiterhin sind auch Einzel- und Gruppenanrufe via Voice over IP möglich. Bei Experten ist das benutzerfreundliche Design sehr beliebt. Der Quellcode ist ebenfalls wie bei „Signal“ Open-Source und damit vollständig einsehbar. Die Server der Firma stehen nach eigenen Angaben in Deutschland und Irland.

Fazit:

Es gibt mehrere gute Alternativen, um zukünftig einen werbefreien Messenger zu nutzen. Auch die Verschlüsselungstechniken sind in allen Diensten gut entwickelt, bei der Speicherung der Daten gibt es allerdings oftmals noch unbeantwortete Fragen.

Ein Hinderungsgrund, um auf einen anderen Messenger umzusteigen, könnte die geringe Verbreitung der alternativen Apps sein, da Kommunikationspartner jedenfalls denselben Messenger-Dienst nutzen müssen, um kommunizieren zu können. Wegen der weiten Verbreitung von WhatsApp greifen daher die meisten Nutzer immer wieder auf diese App zurück.

(Stand: Januar 2019)