Umgang mit Apps – Worauf ist zu achten?

Bereits über 50 Prozent der Webseitenbesucher des Verbraucherfensters rufen die Beiträge über ihr Smartphone ab, Tendenz weiterhin steigend. Die kleinen Geräte sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Mit den passenden Apps lassen sie sich individualisieren und bieten somit eine Art Schnellzugriff auf Informationen. Doch eben mal schnell installiert und loslegen? Nein. Denn es gibt Risiken beim Umgang mit Apps .

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Frau zeigt Schild mit "Apps"

Im Jahr 2018 nutzten in Deutschland 57 Millionen Menschen ein Smartphone, drei Millionen mehr als im Vorjahr. Die kleinen Geräte bestimmen immer häufiger unseren Alltag und liefern uns wichtige Informationen zur passenden Zeit.

Was sind eigentlich Apps?

Mobile Applikationen, kurz Apps, sind angesichts der weiten Verbreitung von mobiler Internetnutzung durch Smartphones und Tablets für Verbraucher von großer Bedeutung. Aktuell befinden sich in den App-Stores der zwei größten Betriebssystemhersteller, Apple und Google, zusammen bereits über 5 Millionen Apps. Die Einsatzgebiete der Apps sind sehr vielseitig, angefangen beim Abrufen der Wettervorhersage, über Social Media Aktivitäten und Spiele bis hin zum Abfragen des aktuellen Kontostands.

Welche Risiken gibt es bei der App-Nutzung?

Eine App ist schnell und einfach installiert, ohne dass man sich zuvor über mögliche Risiken informieren muss. Dies ist jedoch fahrlässig, denn: Es können Mängel oder Sicherheitsrisiken damit verbunden sein:

  • Unnötiges Abgreifen von Daten
  • Mangelhafter Datenschutz
  • Mangelnde Transparenz von Nutzungsbedingungen
  • Kostenfalle durch In-App-Käufe
  • Unzureichender Support
  • Kein Jugendschutz
  • Keine Updates, um Sicherheitslücken zu schließen

Wie installiert man unkritische Apps?

  • Downloadquelle sorgsam auswählen
    Für das Betriebssystem „Android“ von Google werden überall im Internet Apps zum Download bereitgestellt. Zurückgegriffen werden sollte allerdings nur auf seriöse Quellen, wie zum Beispiel die Märkte der Smartphone-Hersteller oder Betriebssystemhersteller. Diese führen Sicherheitsprüfungen durch, bevor ein Entwickler die App veröffentlichen darf.
  • Auf Bewertungen achten
    Lesen sie die Bewertungen anderer Nutzer, bevor Sie eine App installieren. Verlassen Sie sich hierbei nicht nur auf die Quantität, sondern lesen Sie hauptsächlich die negativen Bewertungen. So können Sie erfahren, ob es Hinweise zu kritischen Sicherheits- oder Datenschutzmängeln gibt.
  • Auf Zugriffsrechte achten
    Beachten Sie auf jeden Fall auch die Zugriffsrechte, die Sie meist beim ersten Öffnen der App bestätigen müssen. Geht es um Kommunikations-Apps, macht ein Zugriff auf die persönlichen Kontaktdaten Sinn. Auch Standortdaten können übermittelt werden, wenn es sich um Navigations-Apps handelt. Sollen aber Daten abgefragt werden, die für die Funktion der App unnötig sind, sollte man als Nutzer vorsichtig sein. Seriöse Anbieter geben bereits Hinweise in der Beschreibung im Store über mögliche Zugriffsrechte.
     
  • Auf Aktualität achten
    Überprüfen Sie die Version der Anwendung und sehen Sie sich den Versionsverlauf an. Updates dienen nicht nur zur Fehlerbehebung, sondern können auch mögliche Sicherheitslücken schließen.
     
  • Aufpassen bei In-App Käufen
    In-App Käufe können echte Kostenfallen sein. Kostenlose Apps werben zunächst mit zahlreichen Funktionen, diese können später dann aber nur gegen eine Zahlung weiter genutzt werden. Da es oft nur um jeweils kleinere Beträge geht, kann hierbei schnell der Überblick verloren werden.
     
  • Vorsicht bei „WAP-Billings“
    Kostenlose Apps finanzieren sich häufig durch Werbung. Unseriöse Anbieter schaffen es immer wieder, Nutzer mit einem Klick auf einen Werbebanner in die Abofalle zu locken. Sichtbar wird diese häufig erst auf der nächsten Handy-Rechnung, wenn plötzlich zusätzliche Beträge abgebucht wurden. Um dieses Problem von vorneherein zu vermeiden, können Sie bei Ihrem Mobilfunkanbieter die Drittanbieter sperren lassen.

Hinweis:

Eine Expertengruppe aus App-Store-Betreibern, App-Entwicklern, App-Anbietern, App-Testern sowie Verbraucher-, Daten- und Jugendschützern haben einen Best-Practice-Katalog für verbraucherfreundliche Apps entwickelt. Diesen Katalog können Sie unter Downloads herunterladen. Dort sind Kriterien zu Datenschutz, Verbraucherschutz und Jugendschutz aufgeführt, die Apps aus Verbrauchersicht einhalten sollen.

Stand: Juli 2019

Downloads: 

Verbraucherfreundliche Apps - Best Practice Katalog