Smartphones sorgen für Schlafstörungen

Im Bett nochmal zum Smartphone oder Tablet greifen und E-Mails abrufen, die neusten Tweets lesen, oder die Lieblingsserie schauen. Für einen Großteil gehört das zur abendlichen Routine. Doch das kann unseren Schlafrhythmus stark beeinträchtigen!

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Frau liegt im Bett und schaut auf ihr Smartphone

Bestimmt kennen Sie die Situation: Kurz vorm Schlafen gehen greifen Sie nochmal zum Handy, um eine Nachricht zu beantworten, ein Video zu schauen oder die Wetterprognose abzurufen. Danach sind Sie hellwach. Es ist bereits erforscht, dass das Blaulicht, das von Bildschirmen ausgeht, die Qualität des Schlafs stark beeinträchtigen kann. Das ist nicht nur bei TV und klassischen PC-Monitoren so, sondern auch bei Displays von Smartphones oder Tablets.

Wieso überhaupt blaues Licht?

Blaues Licht (kühler) wirkt deutlich heller als gelbliches (warmes Licht). Daher produzieren die meisten Hersteller Displays mit mehr Blauanteil. Anders als bei TV oder Desktop-Monitoren spielt auf den Smartphones die Farbtreue eine nicht so große Rolle. Hierbei kommt es mehr auf die Helligkeit und die Farbstärke des Displays an. Abgesehen davon wäre ein Display, komplett ohne blauen Lichtanteil, massiv rot-, grün- oder gelbstichig.

Was passiert bei der Nutzung vor dem Einschlafen?

Die genauen Auswirkungen von Blaulicht sind umstritten. Allerdings haben Wissenschaftler belegt, dass Displays mit einem hohem Blaulichtanteil das Einschlafen erschweren.  Der Hintergrund ist die verminderte Produktion des Schlafhormons Melatonin. Unser Gehirn, bzw. die Zirbeldrüse, produziert tagsüber in geringen Mengen das Hormon. Am Abend, wenn es dunkel wird, ist die Produktion am höchsten und wir werden müde.

Hat man einen festen Schlafrhythmus, produziert der Körper zwei Stunden vor der gewohnten Schlafphase deutlich mehr Melatonin. Durch kaltes Licht, wie es bei Smartphone Displays zum Einsatz kommt, wird die Hormonproduktion allerdings gehemmt. Der Schlafrhythmus verschiebt sich durch den niedrigen Melatoninhaushalt nach hinten. Die Folgen sind, dass man schlechter und später schläft.

Darüber, wie groß der Einfluss des blauen Lichts auf unsere Müdigkeit wirklich ist, wird gestritten. Allerdings haben Wissenschaftler in diversen Untersuchungen belegt, dass Bildschirme das Einschlafen erschweren.

Ist die Handynutzung abends tabu?

Um die Ausschüttung des Schlafhormons nicht zu hemmen, raten Experten dazu, spätestens zwei Stunden vorm Schlafen die Nutzung von Smartphones oder Tablets einzustellen.  Wer abends dennoch nicht darauf verzichten möchte, hat die Möglichkeit die Blaulichtanteile des Displays zu reduzieren. Oftmals sind so genannte „Blaulichtfilter“ bereits im Betriebssystem implementiert. Falls dies nicht der Fall sein sollte, gibt es kostenlose Apps, die diese Funktion übernehmen.

Blaufilter aktivieren

Android:

Seit Android 7.1 ist der Blaufilter-Modus offizieller Bestandteil des Betriebssystems. Schauen Sie am besten in"Einstellungen" > "Anzeige " nach, ob die Blaufilterfunktion dort verfügbar ist. Falls nicht, empfehlen wir Ihnen die App „Twilight“ für Android, die in der Basisversion kostenfrei ist.

iOS:

"Einstellungen" > "Anzeige & Helligkeit" > "Night Shift". Dort können Sie Zeiten festlegen, zu denen sich die Funktion automatisch ein- und ausschaltet.

(Stand: Oktober 2018)