Smartphone weg – was nun?

Es ist schneller passiert, als man denkt: Das Smartphone ist weg! Ob Sie es unterwegs verloren haben oder ein Dieb seine Langfinger im Spiel hatte: Das VerbaucherFenster hat recherchiert, wie Sie im Verlustfall am besten vorgehen und auf welche Dinge Sie bereits bei Inbetriebnahme achten sollten.

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Dieb klaut Smartphone aus Handtasche

Checkliste für den akuten Verlustfall

  • Versuchen Sie zunächst von einem anderen Gerät aus auf Ihrem Smartphone anzurufen. Vielleicht nimmt ein ehrlicher Finder ab oder Sie können durch das Klingeln Ihr verlegtes Telefon in der Wohnung oder im Büro ausfindig machen.
  • Weisen alle Indizien daraufhin, dass Sie das Smartphone verloren haben oder es Ihnen gestohlen wurde, sollten Sie bei der Kundenhotline des Mobilfunkanbieters umgehend Ihre SIM-Karte sperren lassen. Die Mobilfunkanbieter bieten dazu spezielle Sperrhotlines an. Eine Sperrung ist aber auch per Fax oder E-Mail möglich.
  • Die Sperrung der SIM-Karte ist nicht immer kostenfrei möglich. Manche Anbieter verlangen Gebühren bis zu 15 Euro.
  • Um die SIM-Karten-Sperrung erfolgreich durchführen zu können, benötigen Sie die Rufnummer, die SIM-Kartennummer, Ihre Kundenummer sowie ein Kundenkennwort bei Ihrem Mobilfunkanbieter.
  • Auch ein Prepaidhandy sollte gesperrt werden, denn bei einigen Mobilfunkanbietern kann man im Ausland „ins Minus“ kommen.
  • Um weiterhin erreichbar zu bleiben, können Sie beim Mobilfunkanbieter eine Ersatz-SIM-Karte mit der alten Rufnummer erhalten. Diese kann allerdings bis zu 30 Euro kosten. Sollten Sie zu Hause zwar kein weiteres Smartphone übrig haben, jedoch noch ein altes Handy, können Sie zusätzlich einen SIM-Karten-Adapter bekommen. So passt auch eine Micro-SIM-Karte wieder in ein altes Mobiltelefon.
  • Nachdem Sie die SIM-Karte gesperrt haben, sollten Sie das Smartphone beim Fundbüro als verloren beziehungsweise bei der Polizei als gestohlen melden und Anzeige erstatten. Hierfür brauchen Sie die elektronische Zulassungsnummer des Smartphones, die IMEI-Nummer.
  • Zu guter Letzt sollten Sie daran denken, sämtliche Passwörter mobil genutzter Dienste zu ändern. Darunter können beispielsweise Online-Banking, E-Mail-Portale, Shopping-Portale oder auch soziale Netzwerke fallen.

Für alle Fälle: Diese Daten sollten Sie immer parat haben

Bevor überhaupt ein solches Ärgernis eintritt, sollten Sie Vorkehrungen treffen, die Ihnen im Falle des Falles die Sperrung Ihrer SIM-Karte erleichtern:

  • Notieren Sie sich die SIM-Kartennummer. Hierfür können Sie die SIM-Karte aus dem Handy herausnehmen.
  • Kundenummer und auch das Kundenkennwort wurden bei Vertragsabschluss festgelegt. Diese Daten sollten immer griffbereit abgeheftet werden.
  • Die IMEI-Nummer des Smartphones ist eine elektronische Zulassungsnummer und wie ein Fingerabdruck des Telefons. Hierrüber lässt sich ein Telefon identifizieren. Durch die Eingabe der Tastenkombination *#06# (Stern, Raute, Null, Sechs, Raute) erscheint im Display des Smartphones die IMEI-Nummer. Zudem ist die IMEI auch auf der Originalverpackung des Smartphones abgedruckt. Auch diese Nummer sollten Sie vorab vermerken.

Die Verbraucherzentale Nordrhein-Westfalen bietet eine SOS Handy Card an, auf der Sie die wichtigsten Daten des Smartphones notieren können, um diese im Notfall schnell zur Hand haben.

Sperrung der Daten aus der Ferne

Wurde das Smartphone gestohlen, ist die Vorstellung, dass ein Fremder nun über persönliche Daten verfügt, äußerst unangenehm. Allerdings hat der rechtmäßige Besitzer mittels Fernzugriff die Möglichkeit, die auf dem vermissten Gerät gespeicherten Daten zu löschen. Des Weiteren ist über diese Funktion auch das Orten und Sperren des Smartphones möglich. Einzige Bedingung hierfür ist jedoch, dass das Telefon noch eingeschaltet ist und Verbindung zum Internet hat. Außerdem muss der Eigentümer bereits vorab die Funktion am Smartphone freigeschaltet haben.

Bei Android-Geräten geht dies über „Einstellungen“, „Fernzugriff“ und „Standortdienst“ (GPS). Sind diese Dienste ausgewählt, kann über die Service-Website des Smartphone-Herstellers und über Google auf das Telefon zugegriffen werden. Auch Apple-Geräte weisen eine ähnliche Funktion unter „Mein iPhone suchen“ in den Einstellungen des iOS-Betriebssystems auf, so dass im Verlustfall ebenfalls über eine Service-Seite auf das Telefon zugriffen werden kann. Nutzer von Windows-Geräten müssen vorab die Einstellung „Mein Handy finden“ aktivieren. Um die Service-Seiten des Anbieters nutzen zu können, bedarf es einer vorherigen Anmeldung.

Was Sie sonst noch tun können: Datensicherung, Sperrbildschirm und Verschlüsselung

  • Regelmäßige Datensicherung ist da A und O: Um einen Datenverlust bei einem Diebstahl zu umgehen, ist es sinnvoll Fotos oder Kontaktdaten regelmäßig zu sichern.
  • Nutzen Sie die Sperrbildschirm-Funktion: Jedes Smartphone hat die Möglichkeit eine zusätzliche PIN einzustellen, um das Display eines angeschalteten Handys zu verriegeln. Nur wer die PIN weiß, kann auf die Daten zugreifen. Neuere Geräte verwenden mittlerweile hierfür schon den Fingerabdruck des Besitzers.
  • Schreiben Sie dem Finder eine Nachricht: Zusätzlich besteht die Möglichkeit eine Sperrbildschirmnachricht auf dem Smartphone einzurichten. Ist das Gerät an und wird gefunden, kann zum Beispiel als Nachricht auf dem Display die E-Mailadresse des Besitzers vermerkt sein. Ein ehrlicher Finder weiß dann, an wen er sich mit seinem Fund wenden kann.
  • Daten verschlüsseln gegen den Datenklau: Neue Smartphones können zusätzlich über die Verschlüsselungsfunktion in den Sicherheits-Einstellungen den Datenklau über angeschlossene USB-Kabel oder durch das Auslesen der SD-Card verhindern.

Stand: Mai 2018