Schutz vor ungewollten Abos: Werbeblocker und Drittanbietersperre

Schnell kann es bei der Internetnutzung mit dem Smartphone zu ungewollten Abos kommen. Schutz verspricht neben gewisser Vorsicht beim Klicken die sogenannte Drittanbietersperre, die man beim Mobilfunkanbieter einrichten lassen kann.

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Finger tippen auf Smartphone

Der Online-Werbemarkt ist ein unübersichtlicher Massenmarkt. Werbeflächen werden in Sekundenbruchteilen an das meistbietende Unternehmen versteigert, das seine Werbung dann ausspielen darf. Menschliche Kontrolle findet dabei nur sehr eingeschränkt statt. Selbst große Medienhäuser hatten durch diesen Mechanismus kurzzeitig bereits problematische Anzeigen auf der Website. Denn es tummeln sich in diesem Markt unzählige Akteure, darunter auch unseriöse Firmen oder gar Kriminelle. Dementsprechend vorsichtig sollten Nutzerinnen und Nutzer mit Werbung im Netz umgehen. Werbeaussagen müssen hinterfragt werden.

Schneller Klick kann kosten

Selbst kritischen Menschen kann es passieren, dass sie nach dem Klick auf Werbebanner auf problematischen Seiten landen. Bei der Nutzung eines Smartphones kann das teuer werden. Denn manipulierte Seiten können versuchen, über die Mobilfunkrechnung Kosten in Rechnung zu stellen.

Solches Geschäftsgebaren ist zwar rechtlich fragwürdig. Denn ein ungewollter Vertrag ist häufig auch juristisch unwirksam. So müssten Buttons, über die ein Vertragsschluss im Internet erfolgen soll, eindeutig beschriftet sein. Das bedeutet, es muss klar erkennbar sein, dass Kostenfolgen ausgelöst werden, wenn man auf den Button klickt. Ist das nicht erkennbar, liegt kein wirksamer Vertrag vor.

Die rechtliche Lage ist daher vergleichsweise komfortabel. Aber kommt es tatsächlich zur Abbuchung, haben Verbraucherinnen und Verbraucher dennoch große Mühe damit, ihr Geld zurückzufordern.

Redirect und Mobilfunkgarantie

Der Missbrauch dieser Abrechnungsmöglichkeit über die Telefonrechnung hat inzwischen auch die Bundesnetzagentur auf den Plan gerufen. Mobilfunkanbieter müssen Betroffene nun besser schützen. Entweder müssen Anbieter ein sogenanntes Redirect-Verfahren einsetzen. Bei diesem Verfahren kommt ein kostenpflichtiger Abschluss erst zustande, wenn der Abschluss auf einer Seite des Mobilfunkanbieters bestätigt wurde.

Alternativ können Anbieter die Nutzerinnen und Nutzer mit verschiedenen anderen Schutzmaßnahmen absichern (sogenannte Mobilfunkgarantie). Zur Mobilfunkgarantie kann eine Art „Geld-zurück-Garantie“ gehören, nach der Betroffene im Missbrauchsfall entschädigt werden müssen.

Einfacher Selbstschutz

Doch es gibt auch einfache Möglichkeiten, sich selbst vor Abzocke im Netz zu schützen. Einerseits verhindern Werbeblocker, dass Werbung überhaupt angezeigt wird. Das führt zu einem sicheren Surferlebnis und lässt Seiten nebenbei schneller laden. Andererseits können Verbraucherinnen und Verbraucher eine sogenannte Drittanbietersperre einrichten lassen. Dabei verlangt man vom Mobilfunkanbieter, dass die Abrechnung von Drittanbietern über die Telefonrechnung prinzipiell unterbunden wird.

Mobilfunkanbieter sind verpflichtet, diesem Verlangen nachzukommen. Die Verbraucherzentrale Hessen stellt einen Musterbrief zur Verfügung. Damit kann man verlangen, dass der Anbieter eine Sperre einrichtet.

Verfasser: Verbraucherzentrale Hessen e.V.

Stand: Oktober 2021