Schneller, besser, weiter

Im Garten E-Mails beantworten, Musik hören, oder eine TV-Sendung streamen: Oft ist das nicht möglich, da das WLAN-Signal aus dem Haus nur sehr schwach ankommt oder die Frequenzen überlastet sind. Der Neue WIFI-6E Standard ist die Lösung. Wie kann man die neue Technologie nutzen und ist ein Umstieg zwingend notwendig um den Empfang zu verbessern?

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Mann sitzt vor Laptop

Zukunft mit 6 GHz-Bereich

Die Bundesnetzagentur hat im Sommer 2021 eine Allgemeinzuteilung für WLAN-Nutzungen im 6-GHz-Bereich veröffentlicht. Das bedeutet, dass zukünftig der WLAN-Standard Wi-Fi 6E genutzt werden kann. Damit wird das verfügbare Spektrum für WLAN nahezu verdoppelt.

Von den zusätzlichen Frequenzen werden Privatpersonen, aber auch Betriebe profitieren. Es wird mehr Kapazitäten für WLAN-Anwendungen insbesondere in dicht besiedelten Gebieten geben. Dort sind die bestehenden WLAN-Frequenzbereiche mitunter stark ausgelastet.

Um die neue Technologie nutzen zu können, benötigt man aber einen Router der Wifi 6E unterstützt. Außerdem müssen die Geräte, die sich mit dem WLAN verbinden, ebenfalls den neuen Standard unterstützen.

WLAN Reichweite ohne 6 GHz erhöhen

Unter herkömmlichen Bedingungen reichen gängige Router für ein normales Haus oder eine größere Wohnung völlig aus. Wer jedoch im Altbau wohnt, hat oft Probleme mit der Signalstärke, da Stahl und Beton das WLAN-Signal stark abschwächen. Und wenn man dann im Garten sitzt, hat man keine oder nur eine sehr schwache Verbindung. Das ist ärgerlich. Die gute Nachricht: Ein WLAN-Netzwerk lässt sich mit zusätzlichen Geräten so erweitern und ausbauen, dass der Empfang auch draußen sichergestellt ist.  Folgende Möglichkeiten stellen wir in aller Kürze vor:

  1. Die richtige Standortwahl des Routers
  2. Ein Repeater verstärkt
  3. Der Access Point braucht ein Kabel
  4. Powerline – im Notfall durch die Stromleitung
  5. LTE-Router – dann klappt es auch im Schrebergarten

1) Die richtige Standortwahl des Routers

Wer wenig Aufwand betreiben möchte, kann seinen Router in Richtung Garten aufstellen, beispielsweise an einem Fenster. Bei dieser Methode muss aber darauf geachtet werden, dass im restlichen Haus der Empfang ebenfalls stabil bleibt.

2) Ein Repeater verstärkt

Steht der Router zentral im Haus, weil dort der Telefonanschluss liegt, kann man die Reichweite des Signals mit einem Repeater verstärken. Diese Geräte sind für wenig Geld im Handel erhältlich und sind auch für Technikeinsteiger in wenigen Minuten leicht zu installieren. Der Repeater benötigt lediglich eine Steckdose. Es gibt auch portable Modelle, die über eine Powerbank per USB angeschlossen werden. Für ein gutes Ergebnis sollte der Repeater an einer Stelle eingesetzt werden, an der das WLAN-Signal noch empfangen wird. Wer also auf der Terrasse im Internet surfen möchte, sollte den Repeater auf halber Strecke (Entfernung vom Router und eigentlichem Ziel) positionieren, um das Signal zu verstärken.

3) Der Access Point braucht ein Kabel

Access Point heißt übersetzt „Zugriffspunkt“. Anders als beim Repeater wird hierbei das Signal nicht verstärkt, sondern bietet dem Nutzer einen weiteren Zugang zum Netzwerk und dem damit verbundenen Internetzugriff.  Die Voraussetzung, um mit einem Access Point das Signal zu verstärken, ist daher eine Verbindung per LAN-Kabel zwischen dem eigentlichen Router und dem Access Point. Die Methode eignet sich daher auch zum Übertragen von größeren Datenmengen. Die Geräte gibt es auch als Outdoor Version –  gegen Wind und Wetter geschützt.

4) Powerline – im Notfall durch die Stromleitung

Powerline heißt „Stromleitung”. Bei dieser Methode werden Daten über die Stromleitung transportiert. Notwendig sind dafür zwei Adapter. Das digitale Signal – also die Daten, die von einem Router per LAN-Kabel an den Adapter geschickt werden, werden vom Adapter in ein analoges Signal umgewandelt und über die Stromleitung versendet. Am anderen Ende könnte ein Access Point dazu dienen, das Signal über WLAN weiter zu transportieren. Die Methode „Powerline“ ist allerdings sehr störungsanfällig. Geräte, die an das Stromnetz angeschlossen werden, können die Datenübertragung enorm beeinflussen. Da das Stromnetz nicht für die Datenübertragung konzipiert wurde, sollte „Powerline“ nur im äußersten Notfall verwendet werden.

5) LTE-Router – dann klappt es auch im Schrebergarten

Wenn die Entfernungen zu groß sind, oder wenn Sie einen Schrebergarten besitzen, bei dem kein Festnetzanschluss in der Nähe ist, gibt es noch die Möglichkeit über das Mobilfunknetz eine Internetverbindung herzustellen. Diese kann entweder über einen mobilen Hotspot mit dem Smartphone eingerichtet werden, oder über einen LTE-Router. Diese gibt es sowohl mit Akku als auch mit Netzanschluss. Der LTE-Router stellt mit Hilfe einer SIM-Karte eine Verbindung zum Internetdienstanbieter unter Nutzung des LTE-Mobilfunknetzes her. (schl)

Stand: August 2021