Mobilfunkrouter für schnelleres Internet

Eine langsame Internetverbindung und kein Kabelanschluss vorhanden? Ein Glück, dass die Mobilfunknetze mittlerweile hohe Geschwindigkeiten leisten und es Verträge mit großem Datenvolumen gibt. Welche Vor- und Nachteile gibt es bei Mobilfunkroutern und für wen lohnen sich diese Geräte überhaupt?

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Mobilfunkrouter

Was den Breitband-Ausbau anbelangt, ist Deutschland eine lahme Ente. Noch lange gibt es nicht zu jedem Haus eine Glasfaserleitung und damit eine Garantie für schnelles Internet. Etliche deutsche Haushalte und Gewerbetreibende schlagen sich mit lahmenden Internetverbindungen herum. Jeder vierte deutsche Haushalt muss sich laut Breitbandatlas immer noch mit maximal 16 Megabit pro Sekunde (MBit/s) über das Telefonkabel abfinden.

Signalstärke überprüfen

Die Lösung könnten Mobilfunkrouter sein. Deutsche Mobilfunkanbieter wollen mit größer dimensionierten Volumentarifen das mobile Internet als Breitbandalternative anbieten. Voraussetzung dafür: Der Mobilfunkempfang im Gebäude muss ausreichend stark sein. Bevor man sich einen Mobilfunkrouter anschafft, sollte man mit einem Smartphone und einer SIM-Karte des Netzanbieters die Signalstärke im Gebäude feststellen. Dabei lässt sich auch gut prüfen, ob LTE-Geschwindigkeit und -Stabilität im Alltag ausreichen. Dazu einfach das Smartphone als mobilen Hotspot konfigurieren. Diese Lösung empfiehlt die Stiftung Warentest aus Kosten- und Komfortgründen aber nur für kurze Einsätze, da das Datenvolumen schnell ans Limit gelangt.

Vor- und Nachteile von Mobilfunkinternet

Der Vorteil von Mobilfunkinternet ist die kabellose Verbindung. Es müssen dafür keine aufwendigen und teuren Glasfaserleitungen verlegt werden. Gerade für ländliche Gegenden bietet die Funkverbindung daher enormes Potential. Auch die Installation des Mobilfunkrouters ist simpel, denn es werden, bis auf die Stromverbindung, keine weiteren Verbindungskabel benötigt.

Das hört sich für den Verbraucher sehr gut an, allerdings gibt es auch Nachteile der Mobilfunkrouter. Im Vergleich zum Internet, das über ein Kabel ins Haus kommt, ist die Verbindung wesentlich instabiler. Hinzu kommt, dass man die Bandbreite einer Funkzelle mit mehreren Nutzern teilt. Setzen demnach alle Nachbarn ebenfalls auf Funk-Internet, ist die versprochene Bandbreite nicht mehr erreichbar.

Und noch eine Einschränkung gibt es: Die Angebote der Mobilfunkanbieter sind zwar deutlich großzügiger dimensioniert als die in Deutschland immer noch sehr spärlichen Datenvolumen bei Smartphone-Tarifen. Jedoch sind 25-50GB Datenvolumen bei Streaming-Angeboten schnell aufgebraucht. Beispiel: 15 Stunden Video-Streaming in HD verbrauchen ca. 30GB Datenvolumen. Nach dem Verbrauch des gebuchten Volumens wird mehr oder weniger hart gedrosselt - auf teilweise bis zu 32 Kilobit pro Sekunde.

Internet im Urlaub

Praktischer Nebenaspekt des Internets per Funk: Wer auf Reisen geht, kann seinen Mobilfunkrouter in den meisten Fällen einfach mitnehmen. Theoretisch funktioniert das überall, wo es eine Steckdose und Funkempfang gibt - zumindest innerhalb Deutschlands. Roaming gibt es bei den meisten Angeboten noch nicht.

Fazit: Für Verbraucher, die ihren Interzugang hauptsächlich zum Surfen und Mails abrufen nutzen, kann das Funknetz eine gute Alternative sein. Für Video- und Musikstreaming eignen sich die Volumentarife der Anbieter nicht. Hier bleibt abzuwarten, ob das Datenvolumen künftig billiger wird.

(Stand: August 2018)