Mietservice für Elektrogeräte: Lohnt sich das?

Einige Elektronikfachgeschäfte und Online-Anbieter verkaufen nicht bloß Waschmaschinen, Bohrmaschinen, Smartphones oder Spielekonsolen, sondern vermieten diese auch für einen bestimmten Zeitraum. Wie funktioniert das und ist Mieten am Ende wirklich eine günstigere Alternative zu einer dauerhaften Anschaffung?

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Frau bedient Waschmaschine

Wie funktioniert´s?

Wer sich fürs Leihen statt Besitzen entscheidet, findet beispielsweise auf Otto now eine große Auswahl elektronischer Geräte. Dabei reicht die Palette von Smartphones über Waschmaschinen zu E-Bikes. Otto now besteht auf eine Mindestmietzeit je nach Produkt von drei oder sechs Monaten. Längere Mindestmietzeiten bis zu 24 Monaten sind vom Kunden ebenfalls wählbar. Je länger der Mietzeitraum gewählt wird, umso günstiger ist die Leihgebühr. Die Mietdauer ist nicht begrenzt. Nach der Mindestmietdauer ist die Ausleihe monatlich kündbar oder der monatliche Mietpreis wird je nach Gerät nochmal bis zu 50 Prozent günstiger.

Auch das Berliner Start-up Grover bietet auf seiner Plattform einen Mietservice für Kameras, Drohnen, Spiele-Konsolen, Fernseher etc. an. Küchengeräte wie Waschmaschinen oder Kühlschränke hat der Online-Anbieter nicht im Angebot. Der Kunde kann hier zwischen einem und zwölf Monaten Mindestmietzeit wählen und nach Ablauf des gewählten Zeitraums die Kündigung einreichen oder das Gerät kaufen.

Grover arbeitet mit den Elektronikfachgeschäften Mediamarkt, Saturn, Conrad und Euronics zusammen. Diese vermieten ihre Produkte nicht selbst, sondern vermitteln die Kunden an Grover weiter.

In welchem Zustand sind solche Leihgeräte?

Otto now bietet neuwertige Mietware an, was in dem Fall bedeutet, dass die Geräte professionell gereinigt und voll funktionsfähig sind. Schrammen oder Kratzer können aber an den Geräten vorkommen.

Grover verleiht entweder ein neues oder so gut wie neues Produkt. Wer sich über die Vertragspartner wie Mediamarkt oder Saturn ein Gerät ausleiht, bekommt im Laden immer Neuware.

Was kostet der Mietservice?

Ein Geschirrspüler im Wert von 350 Euro kostet bei Otto now beispielsweise bei einer Mietzeit von drei Monaten 69,99 Euro monatlich. Nach Ablauf der Mietzeit bekommt der Kunde 20 Prozent Mietnachlass und zahlt für jeden Folgemonat noch 55,99 Euro. Entscheidet sich der Kunde für einen Mietzeitraum von 24 Monaten, werden monatlich 19,99 Euro fällig. Jeder weitere Monat danach erfährt dann einen 50 Prozent-Nachlass, so dass die Miete nach den zwei Jahren noch 9,99 Euro beträgt.

Auf Grover soll die Miete für einen Beamer (Wert: 650 Euro) für einen Zeitraum von einem Monat 54,90 Euro betragen. Wird ein Vertrag über zwölf Monate abgeschlossen, muss der Kunde monatlich 34,90 Euro zahlen. Entscheidet sich der Kunde nach den zwölf Monaten das Gerät zu kaufen, so werden 30 Prozent der bisherigen Mietzahlungen auf die Unverbindliche Preisempfehlung (UVP) angerechnet. In diesem Beispiel wären das 125 Euro, die dem Kunden auf die UVP angerechnet werden.

Zahlt der Kunde nach Ablauf der 12 Monate die Miete weiter, gehört ihm das Gerät drei Monate, nachdem die Mietzahlung die UVP erreicht hat.

Im Mietpreis inbegriffen sind bei Grover und Otto now die Lieferung, die Abholung und auch Aufbau und Installation von Geräten wie zum Beispiel Waschmaschinen.

Was passiert, wenn das Gerät beschädigt ist?

Kommt es zu Abnutzungsspuren, die durch den normalen Umgang mit den Geräten entstehen, müssen die Otto now-Kunden nicht dafür aufkommen. Bei einem Schaden übernimmt Otto now Reparaturen oder den Austausch, sofern der Kunde den Defekt nicht verschuldet hat. Andernfalls muss der Kunde zum Beispiel über die Haftpflichtversicherung dafür aufkommen.

Grover zahlt im Schadensfall 50 Prozent der Reparaturkosten, sofern es sich nicht um Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit handelte. Normale Abnutzungspuren übernimmt die Plattform vollständig.

Für wen lohnt sich der Mietservice?

Mit Blick auf die Mietpreise ist das Leihen von Kühlschränken, Waschmaschinen oder Smartphones eher etwas für kurze Zeiträume. So kann es sinnvoll sein, nach einem Umzug über einen kurzen Zeitraum eine Waschmaschine zu mieten, für den Urlaub eine Kamera oder während der Fußball-Weltmeisterschaft einen Beamer auszuleihen. Für einen Dauereinsatz ist die Art der Anschaffung meist teurer als der tatsächliche Kauf. Hinzu kommt, dass im Schadensfall je nach Anbieter der Kunde mit aufkommen muss.

  • Wichtig ist, immer vor dem Abschluss von Kauf- oder Mietverträgen diese gründlich durchzulesen!
  • Wem die neusten Trends oder vollkommen neue Geräte nicht so wichtig sind, für den ist vielleicht ein Gebrauchtkauf eine günstigere und nachhaltige Alternative. Im Internet gibt es mittlerweile viele Flohmarkt-Foren und Tauschbörsen, wo passende Geräte gesucht oder angeboten werden können.
  • Auch auf Online-Plattformen wie Leihdirwas oder Mietmeile können Dinge von Privatpersonen ge- und verliehen werden. Der Preis wird vom Verleihenden bestimmt. Einziges Problem: Da es sich um Privatpersonen handelt, gibt es keine Gewährleistung bei Schäden.

Stand: November 2018