E-Book-Reader –Bücher lesen ohne Papier

E-Book-Reader sind praktisch, flexibel und platzsparend. Welche Lesegeräte sind empfehlenswert? Und lassen sich E-Books verkaufen, nachdem man sie ausgelesen hat?

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E-Book-Reader am Strand

Besonders auf Reisen, aber auch zu Hause sind E-Book-Reader sehr praktisch. Auf den Geräten lassen sich zahlreiche Bücher speichern, können leicht überall mitgenommen werden und sind zudem bei jedem Licht gut lesbar. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Anbietern, allerdings mit unterschiedlichen Ansätzen.

Man muss zwischen zwei verschiedenen Systemen unterscheiden. Das komfortable, dafür aber geschlossene System von Amazon, mit dem man Bücher nur über den Amazon-Store kaufen kann. Oder das flexible und offene System von Tolino, Pocketbook und anderen, mit dem man auch in Bibliotheken und über verschiedene Händler an seine gewünschten E-Books kommt.

Die Testergebnisse

Die Stiftung Warentest hat acht Lesegeräte unter die Lupe genommen und ausgiebig getestet. Sieben der acht untersuchten Geräte bekommen die Note "gut". Das zeigt eine Untersuchung in der Zeitschrift "test" (05/2022). Die getesteten E-Book-Reader kosten zwischen 79 und 430 Euro. Fazit: Ein guter E-Reader muss nicht teuer sein - und an keinem getesteten Modell gibt es besonders viel auszusetzen.

Zu den Testsiegern gehören jeweils zwei Kindle-Paperwhite (Paperwhite 2021 und Paperwhite Signature Edition 2021) von Amazon und E-Book-Reader von Kobo (Elipsa und Sage) sowie der Tolino Vision 6 mit dem "test"-Qualitätsurteil "gut (1,7)". Auf den nächsten Plätzen landen ein weiteres Modell von Kobo (Libra 2, "gut (1,8)") und das Pocketbook Inkpad Color mit der Note "gut (1,9)".

Für wen lohnt sich die Anschaffung eines Readers?

Für Leseratten lohnt sich die Anschaffung eines E-Book-Readers auf jeden Fall. Die Geräte sind sehr leicht und haben hohe Akkulaufzeiten. Außerdem sind sie speziell für das Lesen konzipiert und verwenden im Gegensatz zu Tablets keine Hintergrundbeleuchtung. Das wirkt sich auf das Leseempfinden aus und schont die Augen.

Für Gelegenheitsleser eignet sich auch ein Tablet oder das Smartphone, da bei diesen Geräten die Einsatzmöglichkeiten deutlich höher sind.

Wie kommen die Texte aufs Endgerät?

Nahezu alle Geräte, ob Tablet, Smartphone oder E-Reader besitzen einen WLAN-Empfänger oder mobiles Internet. Die Bücher können daher direkt über das Internet auf die Geräte übertragen werden. Sollte kein WLAN vorhanden sein, ist ein Umweg über den Computer notwendig: Nutzer müssen dann die E-Books aus dem Internet auf den PC laden und sie anschließend auf das Gerät übertragen. Dazu benötigt man eine Verwaltungssoftware für E-Books, zum Beispiel Adobe Digital Editions oder Calibre. Mit diesen Programmen lassen sich die E-Books verwalten und auch an die Reader übertragen. Die Softwareprodukte sind für die Betriebssysteme Microsoft Windows und macOS (Apple) kostenfrei verfügbar.

Wie kommt man an E-Books?

Eine gute Möglichkeit zum Ausleihen sind die Onleihen der öffentlichen Bibliotheken. Kostenlose Klassiker findet man in vielen Shops, die auch E-Books verkaufen. Einfach das Wort "Klassiker" in das Suchfeld eingeben. Ebenfalls kostenlos kommt man an Lesestoff, wenn man Werbung im Buch akzeptiert, das geht bei readfy.com. Der Anbieter bookboon hat sich auf Bücher fürs Studium und für den Beruf spezialisiert. Dort findet man auch kostenlose Texte und kann sich für Probeabos anmelden.

Lassen sich E-Books weiterverkaufen?

Verbraucher sollten sich darauf einstellen, dass sie die von ihnen einmal käuflich erworbenen E-Books nicht mehr weiterveräußern können. Der EuGH hat in einem Urteil am 19.12.2019 (AZ C-263/18) entschieden: Gebrauchte Exemplare dürfen nicht so ohne Weiteres über eine Online-Seite weiterverkauft werden. Dies gehe nur, wenn der Rechteinhaber des Buches dem Weiterverkauf zustimmt. Somit sollten sich die Verbraucher bereits vor dem Kauf eines E-Books überlegen, ob sie mittel- oder langfristig ein Interesse daran haben. (schl)

Stand: Mai 2022