Betrug durch falsche Streamingdienste

Sie heißen Oneflix, Woplay, Streamba und wechseln die URL am laufenden Band: Webseiten, die auf den ersten Blick wie seriöse Streaming-Portale aufgebaut sind. Das Ziel der betrügerischen Anbieter ist es, Verbraucher in eine Abofalle zu locken. Wie funktioniert diese Abzocke?

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Streamingdienst auf Fernseher

Die Webseiten der vermeintlichen Streamingportale sind immer identisch aufgebaut, lediglich die URL und das Logo sind unterschiedlich. Das Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat bereits über 200 dubiose Webseiten an die Behörden gemeldet. Die Betrüger stellen jedoch ständig weitere Webseiten unter einer anderen URL online.

Wie funktioniert die Abofalle?

Verbraucher werden auf den betrügerischen Portalen mit einem kostenlosen Probe-Abo umworben. Für die Nutzung müssen sich Verbraucher registrieren und dabei neben ihren persönlichen Daten auch eine E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer angeben. Oftmals funktioniert der Registrierungsprozess angeblich nicht, oder nach der erfolgreichen Registrierung konnten keine Filme oder Serien gestreamt werden. Die Verbraucher gehen davon aus, dass die Anmeldung gescheitert ist. Die Daten sind allerdings dennoch bei den Betreibern der Webseite gelandet. So erhalten die Betroffenen kurze Zeit später eine Rechnung für ein Abo per E-Mail.

Aufdringliche Zahlungsaufforderung und gefälschte YouTube-Videos

Wird die Rechnung nicht beglichen, folgt nach einigen Tagen eine weitere E-Mail oder ein Telefonanruf mit einer aggressiven Zahlungsaufforderung. Die Betreiber verlangen dabei Beträge zwischen 144 und 359 Euro. Betroffene recherchieren danach oftmals im Internet, ob sie die Rechnung begleichen müssen. Auch dafür haben die Betrüger eine Lösung: Gefälschte Videos mit vermeintlichen Anwälten suggerieren, dass die Rechnung beglichen werden muss!

Was tun, wenn Sie in die Abofalle getappt sind?

  • Sollten Sie eine Rechnung bekommen, für die keine Leistung erbracht wurde, müssen Sie die Rechnung nicht bezahlen.
  • Lassen Sie sich nicht durch die aufdringlichen Zahlungserinnerungen der Betrüger einschüchtern.
  • Stellen Sie eine Strafanzeige bei der Polizei.
  • Sollten Sie sich unsicher sein, nutzen Sie die Beratungsstellen der Verbraucherzentralen.

Vorsicht vor diesen Anbietern

Im Impressum der betrügerischen Webseiten tauchen immer wieder die gleichen Unternehmen auf. Sie vervielfältigen ihre Webseiten unter unterschiedlichen URLs. Dabei handelt es sich um:

  • "Turquoiz Limited"
  • "Lovelust Limited"
  • "Bizcon Limited"
  • "Anmama Limited"
  • "CIDD Limited"
  • "OLJO Ltd"
  • "SAFE4MEDIA Ltd"
  • "Kino Bino Limited"
  • "Kino Cinemas Ltd"

Fazit:

Bevor Sie auf einer Webseite persönliche Daten eingeben, informieren Sie sich vorab im Internet über den Anbieter. Geben Sie dazu einfach den Namen des Streamingdienstes in einer Suchmaschine ein. Handelt es sich um einen betrügerischen Streamingdienst, finden Sie häufig dazu bereits Hinweise von anderen Verbrauchern. (schl)

Stand: Mai 2019