Lebensmittel per Mausklick einkaufen - Was ist zu beachten?

Der Kühlschrank ist fast leer. Sie haben aber gerade keine Möglichkeit einzukaufen. Bestellen Sie Ihre Lebensmittel doch einfach online. Online-Supermärkte sind gerade für Menschen, die wenig Zeit haben oder krank sind, eine alternative Einkaufsmöglichkeit. Worauf ist zu achten beim Kauf von Brot, Gemüse oder einer Tiefkühlpizza per Mausklick?

Mutter und Kleinkind mit Laptop Tomasz Trojanowski - Fotolia.com_.jpg

Mutter und kleine Tochter sitzen mit einem Laptop auf dem Sofa

Es ist zwar kein Einkaufserlebnis mit einer farbenfrohen Gemüseauswahl und duftendem frischen Brot. Aber man braucht dann auch keine schweren Taschen zu schleppen. Online-Supermärkte sind kein Nischenmarkt mehr. Bisher sind die Verbraucher in Deutschland allerdings noch etwas zurückhaltend, was den Lebensmitteleinkauf per Mausklick angeht. Aber der Online-Einkauf wird immer populärer. Nach Angaben des Wirtschaftsmagazins "Der Handel" sind immerhin ein Drittel der Verbraucher daran interessiert, sich die Lebensmittel nach Hause liefern zu lassen. 

Im Internet funktioniert es allerdings anders als im Supermarkt: (Noch) dürfen die Online-Verkäufer von Lebensmitteln auf viele Angaben verzichten, die auf Verpackungen und an Regalen im Supermarkt Standard sind. Wir sagen Ihnen, was Sie vor dem Klick in den Warenkorb beachten sollten.

Die Bestellmöglichkeiten von Lebensmitteln per Mausklick

Wer online einkaufen möchte, hat im Prinzip zwei Möglichkeiten, laut aid.de: 

  • Online-Portal eines Supermarktes
    • "Man bestellt Brot, Käse, Nudeln usw. im Online-Portal eines Supermarktes wie Real, Rewe, Globus oder Edeka. Entweder holt man die Ware dort später selbst ab (im sogenannten Drive-In-Markt) oder der Supermarkt liefert sie nach Hause."
  • Online-Shop
    • "Man ordert die Produkte in einem reinen Online-Shop (z. B. allyouneed.de, amorebio.de, gourmondo.de) und bekommt sie je nach Anbieter per Paket-Dienst bzw. Lieferservice nach Hause gebracht."

Die Kennzeichnung von Lebensmitteln ist beim Online-Kauf anders als im Supermarkt

"Für verpackte Lebensmittel im stationären Handel gelten zahlreiche Vorschriften zur Kennzeichnung. Viele dieser Angaben dürfen im Internet-Supermarkt fehlen. So müssen Online-Händler genau wie bei loser Ware die Verwendung von Zusatzstoffen nur kenntlich machen, etwa "mit Farbstoff", "mit Konservierungsmittel" oder "mit Geschmacksverstärker". Eine Spezifizierung, wie zum Beispiel mit "Farbstoff E 100" oder "mit Farbstoff Kurkumin" ist im Internethandel noch nicht erforderlich.

Selbst als allergen bekannte Zutaten dürfen sie verschweigen. Zwar ist am 25. Oktober 2011 die Verordnung zur Lebensmittelinformation  veröffentlicht worden, wonach Online-Lebensmittel-Händler zukünftig sämtliche für Lebensmittel vorgeschriebene Informationen mit Ausnahme des Mindesthaltbarkeitsdatums vor dem Kauf zur Verfügung stellen müssen. Allerdings gilt dieser Punkt der Verordnung erst ab 13. Dezember 2014. Verbraucherfreundliche Händler stellen solche Informationen von sich aus ins Netz, damit ihre Kunden sich vor dem Kauf besser informieren können", so die Verbraucherzentrale Hessen. 

Informationen auf Waren aus dem Supermarkt

Die Verbraucherzentralen empfehlen, "vor dem Klick in den Warenkorb darauf zu achten, ob der Shop bei der Präsentation der Waren all die Informationen gibt, die die Kunden im Supermarkt auf den Verpackungen oder am Regal finden - hier im Überblick:

  • die genaue Bezeichnung des Lebensmittels, zum Beispiel Roggen-Vollkornbrot,
  • die Zutatenliste einschließlich Mengenangaben bei den wertgebenden Zutaten, beispielsweise Erdbeeranteil bei einem Erdbeerjogurt,
  • Hinweise auf Zutaten, die Allergien und Unverträglichkeiten auslösen können, etwa Milchzucker oder Sellerie,
  • die Nettomenge des Lebensmittels,
  • das Ursprungsland des Lebensmittels oder den Herkunftsort (falls sonst ein falscher Eindruck entstehen würde, zum Beispiel dass in Deutschland produziert wurde, es sich in Wirklichkeit aber um asiatische Ware handelt),
  • die Nährwertdeklaration: der Gehalt an Energie, Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß, Ballaststoffen und Salz,
  • bei angereicherten Lebensmitteln, die zusätzliche Vitamine, Mineralstoffe oder beispielsweise Omega-3-Fettsäuren enthalten, die dazugehörigen Mengenangaben inklusive des Bezugs zur Tagesempfehlung an diesen Nährstoffen. Beispiel: "enthält 80 Milligramm Vitamin C pro Becher, das entspricht 100 Prozent der empfohlenen Tageszufuhr",
  • bei Nahrungsergänzungsmitteln zusätzlich zu Mengen- und Prozentangaben der enthaltenen Nährstoffe Informationen zur Dosierung sowie Warnhinweise,
  • Angaben zu enthaltenem Koffein, bei Überschreitung bestimmter Mengen auch mit Warnhinweis (zum Beispiel bei Erfrischungsgetränken, Energy Drinks, Energy Shots),
  • die Angabe eines eventuell vorhandenen Alkoholgehalts (kennzeichnungspflichtig auf der Verpackung ab 1,2 Vol. Prozent),
  • den Preis inklusive Grundpreis."

Kleingedrucktes vor Abschicken der Bestellung lesen

Auf jeden Fall sollte man die Kundeninformationen und allgemeinen Geschäftsbedingungen genau studieren, bevor man seinen virtuellen Einkaufswagen füllt. Diese können von Shop zu Shop nämlich sehr unterschiedlich sein. Hier erfahren die Kunden zum Beispiel:

  • ob es einen Mindestbestellwert gibt,
  • ob Servicegebühren oder weitere Kosten anfallen, wie zum Beispiel die Berechnung einer Gewichtszulage beim Versandgeschäft,
  • wann die Ware geliefert wird, beziehungsweise abholbereit ist,
  • welche Zahlungsarten möglich sind und ob eine Vorkasse erforderlich ist.

Seriosität des Online-Händlers überprüfen

Zu einem seriösen Internetauftritt gehören

  • die Angabe der Kontaktdaten (keine Postfachadresse)
  • die Registriernummer des Händlers
  • die zuständige Kontrollbehörde.

Beim Kauf von Lebensmitteln im Internet gelten die allgemeinen Regeln für den Online-Einkauf . Hierzu gehören zum Beispiel, dass die Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf der Website genannt sind.

Wie sieht es mit den Lieferzeiten aus?

Die meisten Shops mit Lieferservice bringen die Ware noch am selben Tag zu ihren Kunden. Häufig kann der Kunde auch ein gewünschtes Zeitfenster angeben. Es gibt aber auch Anbieter, die nur an bestimmten Wochentagen ausliefern. Beim Versandgeschäft ist teilweise mit einer Lieferzeit von mehreren Tagen zu rechnen. "Für frische Produkte mit kurzer Haltbarkeit gibt es kein Widerrufs- und Rückgaberecht", so die Verbraucherzentrale Hessen.

Bestellung von Tiefkühlprodukten

Manche Shops bieten auch kühl- und tiefkühlpflichtige Lebensmittel an. Vor der Bestellung sollte der Kunde sich informieren,

  • ob für Kühlverpackungen ein Zuschlag berechnet wird
  • was mit der Ware geschieht, wenn bei der Lieferung niemand zu Hause ist oder der Abholtermin nicht eingehalten werden kann.

Letztendlich gilt aber: Ob der Service des Online-Shops tatsächlich gut ist, weiß man dann, wenn man ihn getestet hat. 

Quellen: 

  • aid: Einkaufen per Mausklick: Tipps für den Online-Supermarkt. 
  • Verbraucherzentrale: Lebensmittel-Einkauf im Internet: Verbraucherfreundliche Händler überzeugen durch Informationen