Wie kann ich als Mieter meine Energiekosten senken?

Die Kosten für Heizung und Warmwasser machen häufig mehr als die Hälfte der Betriebskosten einer Wohnung aus. Auch wenn die Wärmedämmung oder eine moderne Heizungstechnik Sache des Vermieters ist, so können Mieter dennoch selbst etwas tun, um Energie und damit Geld zu sparen. Die Tipps der Hessischen Energiespar-Aktion zeigen, wie es geht.

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Heizungsventil mit Euroscheinen

Nach dem aktuellen Betriebskostenspiegel, betragen laut Deutschem Mieterbund die Kosten für Heizung und Warmwasser 1,43 Euro pro Quadratmeter und Monat. Diese "warmen Betriebskosten" werden nicht nur durch das Wetter in der kalten Jahreszeit beeinflusst, sondern auch durch die teilweise großen Preisunterschiede bei Öl, Gas oder Fernwärme. Welche Möglichkeiten der Mieter hat, beim Heizen und Lüften sowie beim Warmwasserverbrauch Energie einzusparen, erläutert Werner Eicke-Hennig von der Hessischen Energiespar-Aktion.

Mieter haben in der Regel keine Möglichkeit, die Kosten für Heizung und Warmwasser durch große Energiesparinvestitionen zu senken. Wärmedämmung, Wärmeschutz-Fenster oder der Einsatz moderner Heizungstechnik sind Sache des Vermieters.

Was können Mieter selbst tun, um Energie und damit Geld zu sparen?

Die Hessische Energiespar-Aktion gibt folgende Tipps:

  • Verbrauch kontrollieren: nur wer seine Verbrauchsdaten regelmäßig kontrolliert, kann beurteilen, ob die höhere Heizkostenabrechnung auf einen gestiegenen Verbrauch oder auf die Entwicklung der Energiepreise zurückzuführen ist.
  • Heizen nach Bedarf: Wer nur so viel heizt, wie tatsächlich benötigt wird, kann die Heizkosten deutlich senken. Wird in einem Raum die Temperatur von 24 Grad C auf 20 Grad C gesenkt, bedeutet dies ein Einsparpotenzial von ca. 20 Prozent.
  • Temperatur und Luftfeuchtigkeit überprüfen: Kühle, ungeheizte Räume niemals mit der Luft aus wärmeren Räumen „heizen“, denn dabei gelangt neben der Wärme auch Feuchte in den kühleren Raum und das Schimmelpilzrisiko steigt. Empfehlenswert ist eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent.
  • Fenster und Türen abdichten: Dichtungsbänder und Bürstendichtungen unter den Türen können leicht selbst angebracht und so unangenehme Zugluft und Energieverluste vermieden werden.
  • Programmierbare Thermostatventile einbauen: Diese können so eingestellt werden, dass die Temperatur automatisch zu bestimmten Zeiten erhöht oder gesenkt wird.
  • Heizkörpernischen dämmen: Wenn zwischen Heizkörper und Außenwand ausreichend Platz vorhanden und dieser gut zugänglich ist, können hinter dem Heizkörper Dämmstoffplatten angebracht und so Wärmeverluste reduziert werden. Das senkt die Verluste über diese Fläche um 10 bis 15 Prozent.
  • Heizkörper entlüften: Ist der Heizkörper durch Luft nicht mehr vollständig gefüllt, bleibt er teilweise kalt. Führt die Entlüftung nicht zum Erfolg, sind Vermieter, Hauswart oder Hausverwaltung gefragt. Denn dann ist unter Umständen zu wenig Wasser im Heizungssystem.
  • Heizkörper nicht abdecken: Ist der Heizkörper dauerhaft durch Verkleidungen, Möbel oder Vorhänge verdeckt, steht die Leistung nicht voll zur Verfügung. Außerdem regelt durch den entstehenden Wärmestau das Thermostatventil nicht richtig. Folge: Das Zimmer bleibt zu kalt.
  • Warmwasserbereitung: Auch hier liegen Sparpotenziale. Duschen statt Baden. Wasser nur auf die Temperatur erwärmen, die tatsächlich benötigt wird.

Zu Energiesparmaßnahmen sind Vermieter gesetzlich verpflichtet

Dazu gehören:

  • die Dämmung ungedämmter, offen zugänglicher Rohrleitungen im unbeheizten Bereich,
  • die Dämmung von zugänglichen, nicht begehbaren obersten Geschossdecken,
  • der Austausch von über 30 Jahre alten Heizungsanlagen.

Weitere Informationen

Bei der "Hessischen Energiespar-Aktion" gibt es 14 Energiesparinformationen, u. a. die Energiesparinformation Nr. 5, „Energiesparen bei Heizung und Strom – Wissenswertes für Mieterinnen und Mieter“ mit detaillierten Hinweisen zu den wichtigsten Energiespartechniken sowie eine Energieberaterliste unter Energiesparinformationen des Landes Hessen