Waschen und Spülen im Haushalt: Nachhaltig und sauber

Nachhaltiges Verhalten zum Schutz der Umwelt fängt zu Hause an. Doch ist das auch beim Wäsche waschen und Geschirr spülen möglich? Kleidung und Geschirr sollen ja schließlich sauber werden. Lesen Sie hier, wie mit sparsamem Einsatz von Wasser, Strom und Reinigungsmittel die Kleidung dennoch fleckenfrei und das Geschirr strahlend wird.

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Offene Geschirrspülmaschine mit Geschirr

Wäschewaschen und Geschirrspülen müssen sein: In verschmutzter und verschwitzter Kleidung fühlt sich niemand wohl und auf benutztem Geschirr tummeln sich Bakterien, die sich vermehren und Krankheiten auslösen können. Doch Wäschewaschen und Geschirrspülen verbrauchen Energie und belasten mit den Wasch- und Reinigungsmitteln Kläranlagen und Gewässer.

In Deutschland werden jährlich etwa 630.000 Tonnen Waschmittel und rund 260.000 Tonnen Geschirrspülmittel verbraucht. Auf jeden Einwohner umgerechnet bedeutet dies einen Verbrauch von fast 8 Kilogramm Waschmittel. Dabei sind Weichspüler und andere Wäschepflegemittel noch nicht berücksichtigt. Davon werden etwa 220.000 Tonnen pro Jahr verbraucht.

Nachhaltiges Waschen und Spülen

Waschen und Spülen haben gemeinsam: Es muss etwas gereinigt werden, was nur möglich ist, wenn Wasser dabei schmutzig wird. Auch sind Energie und Chemikalien nötig für ein sauberes Ergebnis. Mit dem Abwasser gelangen die darin enthaltenen Wasch- und Spülmittel in Flüsse und Seen und belasten damit die Umwelt. Die Abwasserreinigung kostet wiederum auch Energie und Geld.

Somit stellt nachhaltiges Waschen und Spülen immer einen Kompromiss verschiedener Ansprüche dar:

  • Kleidung und Geschirr sollen sauber werden.
  • Waschen und Spülen muss bezahlbar sein.
  • Ressourcen sollen geschont werden durch einen möglichst geringen Einsatz von Wasser, Energie, Wasch- und Reinigungsmittel.
  • Umwelt und Abwasser sollen möglichst wenig belastet werden.
  • Die Gesundheit der Anwender ist so gut wie möglich zu schützen.

Wer nachhaltig wäscht und spült, tut somit nicht nur der Umwelt und seiner Gesundheit etwas Gutes, sondern schont auch seine Haushaltskasse durch geringen Verbrauch von Strom, Wasser und Reinigungsmitteln.

Tipps zum nachhaltigen Wäschewaschen

  • Waschtrommel voll beladen: Voll beladen bedeutet, dass bei normaler Koch-/Buntwäsche noch eine Handbreit „Luft“ in der Waschtrommel ist. Wird „pflegeleicht“ gewaschen, ist die Waschtrommel zur Hälfte zu befüllen und bei Wollwäsche zu einem Drittel.
  • Wasserhärte beeinflusst Waschmittelverbrauch: Bei weichem Wasser wird weniger Waschmittel benötigt als bei hartem Wasser. Wer den Härtegrad seines Wassers nicht kennt, kann diesen bei seinem Wasserwerk erfragen.
  • Waschmittel sparsam nach Verschmutzungsgrad verwenden: Zu viel Waschmittel bringt kein besseres Ergebnis. Deshalb ist es empfehlenswert, sich nach der auf der Waschmittelpackung angegebenen Dosierung zu richten. Meist genügt für Wäsche im Haushalt die Waschmittelangabe für „leicht“ oder „normal“ verschmutzte Wäsche.
  • Waschpulver bevorzugen: Waschpulver sind umweltfreundlicher als flüssige Waschmittel, da sie eine höhere Waschleistung haben und auch die Klärwerke weniger belasten.
  • Umweltfreundliche Waschmittel: Es gibt keine Waschmittel, die völlig unschädlich für die Umwelt sind, denn sie enthalten Stoffe, die biologisch nur schwer oder nicht vollständig abbaubar sind, Gewässerorganismen schädigen und sich in der Umwelt oder den Organismen anreichern. Wer umweltschonend waschen möchte, kauft Waschmittel mit dem europäischen Umweltzeichen, der Euroblume. Dieses Zeichen garantiert eine möglichst schonende Reinigung der Wäsche.
  • Vorwäsche meist nicht nötig: Bei der üblicherweise nur leicht oder normal verschmutzten Wäsche braucht es keine Vorwäsche. Diese ist nur bei sehr starker Verschmutzung erforderlich.
  • Die richtige Temperatur wählen: Für weiße Wäsche reichen in der Regel eine Temperatur von 60 Grad Celsius und die Verwendung eines Vollwaschmittels aus. Kochwäsche bei 90 Grad Celsius ist nur für Wäsche mit besonderen hygienischen Anforderungen wie ansteckenden Krankheiten nötig. Normale Buntwäsche wie T-Shirts oder Jeans werden bei 30 oder 40 Grad Celsius sauber. Durch die Verwendung eines Colorwaschmittels bleiben die Farben gut erhalten. Die Energiekosten einer 60 Grad-Wäsche sind dreimal so hoch wie die einer 30 Grad-Wäsche.
  • Flecken in der Wäsche: Wenn nur ein Kleidungsstück Flecken enthält, braucht man nicht gleich die ganze Wäsche mit mehr Waschmittel oder bei einer höheren Temperatur waschen. Besser ist es, das befleckte Kleidungsstück gezielt vorher mit passendem Fleckenmittel zu behandeln und es dann zur normalen Wäsche zu geben.
  • Wäsche schleudern: Wäsche mit möglichst hoher Drehzahl schleudern, denn dadurch verringert sich die Restfeuchte und das Trocknen im Trockner verbraucht weniger Energie.
  • Wäsche trocknen: Sofern wettermäßig möglich und Platz vorhanden ist, ist das Trocknen der Wäsche an der frischen Luft dem maschinellen Trocknen vorzuziehen. Keine Energie wird auch beim Trocknen der Wäsche in einem unbeheizten, gut durchlüfteten Raum im Haus gebraucht. Wird dagegen die Wäsche in einem beheizten Raum getrocknet, wird meist mehr Energie zum Beheizen des Raumes benötigt als beim Trocknen im Trockner.
  • Wäsche sortiert waschen: Wäsche nach weiß und bunt, pflegeleicht und Wolle sortieren, da dadurch die Waschtemperatur sowie die Wahl des Waschmittels besser auf die Kleidung abgestimmt werden kann und ein besseres Waschergebnis erzielt wird. Zur Schonung der Textilien und damit die Außenseite lange gut aussieht, sollten Pullover, T-Shirt und Hosen mit der Innenseite nach außen gewaschen werden.

Tipps zum nachhaltigen Geschirrspülen

Heutige Geschirrspüler sind so sparsam beim Verbrauch von Energie und Wasser, dass das Spülen mit der Geschirrspülmaschine oft günstiger ist als von Hand. Eine heutige Spülmaschine braucht auch nur noch etwa die Hälfte an Wasser und Energie im Vergleich zu einer durchschnittlichen Spülmaschine vor 20 Jahren.

In einem durchschnittlichen Haushalt werden in Deutschland je nach Spülverhalten jährlich zwischen 37 Euro und 157 Euro für Wasser und Spülmittel ausgegeben, so die Berechnungen der Universität Bonn. Der Wasserverbrauch beim Spülen beträgt dabei zwischen 2.000 und 15.000 Liter.

...mit der Geschirrspülmaschine

  • Ein Vorspülen des Geschirrs ist meist nicht notwendig.
  • Geschirrspüler nur voll bestückt laufen lassen.
  • Geschirr so einräumen, dass alle Flächen des Geschirrs von den Wasserstrahlen getroffen werden.
  • Spülprogramm und Spültemperatur nach Geschirrart und Verschmutzungsgrad auswählen.
  • Das umweltfreundliche Eco-Programm verbraucht meist am wenigsten Strom und Wasser, braucht dafür aber deutlich länger.

...mit der Hand

  • Grobe Speisereste vom Geschirr entfernen und in den Abfall entsorgen.
  • Geschirr mit angetrockneten oder eingebrannten Speisen sofort nach Benutzung spülen bzw. in möglichst heißem Wasser mit etwas Spülmittel einweichen.
  • Vorspülen unter kaltem und fließendem Wasser ist nur bei stark färbenden Speiseresten (zum Beispiel Spinat) notwendig.
  • Nicht mit fließend warmen Wasser spülen, da hier Wasser und Energie verschwendet werden. Besser ist, schmutziges Geschirr zu sammeln und dieses in einem halbvoll gefüllten Becken mit heißem Wasser zu spülen.
  • Um häufiges Wechseln des Spülwassers zu vermeiden, sollten zunächst Gläser, Besteck und leicht verschmutztes Geschirr gespült werden, dann Geschirr mit stärkerer Verschmutzung und zuletzt fettige Teile wie Pfannen.
  • Verwendete Spülutensilien wie Spültuch oder Schwamm sind spätestens nach einer Woche zu wechseln und bei 60 Grad Celsius zu waschen.

Besonders sparsame Waschmaschine und Geschirrspüler

Je nach Haushaltsgröße sind die Anforderungen an Waschmaschine oder Geschirrspüler sehr unterschiedlich. Bei einer mehrköpfigen Familie sind die Wäsche- und Geschirrberge größer als in einem Single-Haushalt. Deshalb sollte bereits beim Kauf auf die richtige Gerätegröße geachtet werden, aber auch auf den Wasser- und Stromverbrauch.
Für den Verbraucher ist das Euro-Label mit seiner simplen Farb- und Buchstaben-Abstufung für die Energieeffizienz eine große Hilfe beim Erkennen sparsamer Geräte.

Hilfe beim Kauf bietet die Broschüre "Besonders sparsame Haushaltsgeräte 2016/17", die jährlich aktualisiert wird und Geräte mit einem geringen Strom- und Wasserverbrauch nennt. Die Broschüre stellt besonders sparsame Modelle bei Waschmaschinen, Wäschetrocknern, Spülmaschinen, Kühlschränken, Gefriergeräten und entsprechende Kombigeräte vor. Die Broschüre ist in allen Beratungsstellen und Energiestützpunkten der Verbraucherzentralen kostenlos erhältlich.
Sie gibt es auch als Online-Version zum Herunterladen: Besonders sparsame Haushaltsgeräte 2016/17

Stand: Juli 2017