SANIEREN, SPAREN, KLIMA SCHONEN

Den Hessinnen und Hessen geht´s an die Häuser: Das Land will bis 2025 die Sanierungsquote von Wohngebäuden von einem auf zwei Prozent im Jahr verdoppeln. Damit das funktioniert, erhöht das Land seine Zuschüsse für energiesparende Investitionen. Wie man eine Sanierung angeht, und für wen das neue „Sonderprogramm für Eigeheime: Sanieren, sparen, Klima schonen“ geeignet ist, verraten Cigdem Yalcin und Richard Ferlemann von der LEA LandesEnergieAgentur Hessen (LEA Hessen).

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Junge Frau und junger Mann stehen in einem Büro
Im Interview: Cigdem Yalcin & Richard Ferlemann

VF: Frau Yalcin, was ist das Neue an dem Programm?

Cigdem Yalcin: Neu ist die hohe Förderung: Man kann bis zu 50 Prozent der Kosten für eine energetische Sanierung vom Bund und dem Land Hessen als Zuschuss erhalten, wenn die Immobilie nach der Sanierung auf KfW-Effizienzhaus- Standard 55 ist. Dabei kommen 48.000 Euro über die KfW vom Bund und zusätzlich 12.000 Euro vom Land. Maximal sind es insgesamt also 60.000 Euro.

VF: Das Land stockt also eine KfW-Förderung auf?

Richard Ferlemann: Ja. Das ist ein weiterer Vorteil des hessischen Sonderprogramms für Eigenheime: Wenn man die Förderkriterien der KfW erfüllt und eine Förderzusage erhält, bekommt man auch zusätzlich die Förderung des Landes Hessen. Das erleichtert das Antragsverfahren.

VF: Welche Sanierungsmaßnahmen werden gefördert?

Richard Ferlemann: Die Liste ist lang. Es sind vor allem die klassischen Maßnahmen einer energetischen Sanierung. Dazu zählen beispielsweise der Austausch der Fenster in Kombination mit der Dämmung von Außenwänden, Geschossdecken oder des Dachs, so dass im Ergebnis ein bestimmtes Effizienzhaus-Niveau erreicht wird.

VF: Aber es wird doch immer wärmer. Wer braucht da noch Dämmung auf der Außenwand?

Cigdem Yalcin: Ein klassisches Missverständnis. Wärmedämmung funktioniert in beide Richtungen: Im Winter bleibt die Wärme drinnen, im Sommer die Hitze draußen.

Richard Ferlemann: Wir merken nach den letzten Hitze-Sommern in der Beratung, dass dieser Punkt den Menschen immer wichtiger wird. Dämmung bedeutet auch Wärmeschutz.

VF: Welche Gründe sprechen noch für eine Sanierung?

Cigdem Yalcin: Zunächst spart man natürlich Energiekosten. Und die werden in den nächsten Jahren steigen. Aber jede Sanierung bedeutet auch eine Wertsteigerung der Immobilie. Neben dem Finanziellen zählt vor allem, dass man sich in seiner Immobilie wohlfühlen will. Und eine Sanierung hebt definitiv das Wohnklima.

VF: Für wen eignet sich das Programm besonders?

Richard Ferlemann: Für alle, die mehrere Sanierungsmaßnahmen planen, also für Besitzer von Ein- oder Zweifamilienhäusern aus den 50er bis 70er Jahren. Auch für Wohneigentümergemeinschaften, die ihre gemeinsame Immobilie energetisch in Schuss bringen wollen, können natürlich die Förderung erhalten.

VF: Sie beraten Menschen auf der Suche nach Fördermitteln: Wie sollte man eine Sanierung angehen?

Richard Ferlemann: Wem es zunächst um eine Orientierung geht, sollte unsere Energie-Impulsberatungen in Anspruch nehmen. Die bieten wir in mehr als 40 Städten und Gemeinden in Hessen an. In der Energieberatung geht es darum, welche Maßnahmen Sinn machen könnten. Grundsätzlich empfehlen wir, dass man eine Energieberaterin oder einen Energieberater engagiert. Je nach Modell der Beratung erstellen diese einen Sanierungsplan, stellen Förderanträge, leisten eine Baubegleitung und übernehmen die Kommunikation mit Handwerkern. Man spart sich so nicht nur viel Arbeit und Zeit, sondern kann auch sicher sein, dass die Qualität der Sanierung stimmt. Das Beste: Auch hierfür gibt es Förderprogramme. Man zahlt nur einen Teil der Beratungskosten selbst.

SONDERPROGRAMM FÜR EIGENHEIME: Hessen hat ein neues Förderprogramm für Eigenheimbesitzer aufgelegt – mit bis zu 50% Förderung für eine energetische Sanierung. Ihre Fragen beantwortet die Fördermittelberatung der LEA LandesEnergieAgentur Hessen (LEA Hessen) unter: foerdermittelberatung@lea-hessen.de oder 0611 – 95017 8440.
Alle Infos zum neuen Förderprogramm: www.hessen-macht-50-50.de