Richtiges Lüften im Frühling – Schimmelgefahr reduzieren

Im Frühling ist die Außenluft durch Tauwetter oder länger anhaltende Niederschläge oft sehr feucht. In der Wohnung kann diese Feuchtigkeit schnell zu Schimmelbildung führen. Um das zu verhindern, ist es besonders wichtig, für einen regelmäßigen Luftaustausch zu sorgen.

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Frau öffnet Fenster

Der Frühling steht vor der Tür, die Tage werden wieder länger und die Temperaturen steigen. Mit ihnen steigt aber auch die Luftfeuchtigkeit der Außenluft. Gelangt die Luft in die Wohnung, schlägt sich die Feuchtigkeit an kälteren Oberflächen als Kondensat nieder. Es entstehen feuchte Stellen. Diese sind ein idealer Nährboden für Schimmelpilze, die sich in Flecken auf der Wand zeigen und sich auch mit einem muffigen Geruch bemerkbar machen. Um Feuchtschäden zu vermeiden, ist daher ein regelmäßiger Luftwechsel notwendig. Wer keine teure Lüftungsanlage besitzt, muss selber aktiv werden und die Fenster öffnen. Denn zusätzlich zur Luftqualität, Luftfeuchtigkeit und Wohlfühltemperatur gibt es noch einen rechtlichen Grund für richtiges Lüften: Mieter sind verpflichtet, für einen angemessenen Luftaustausch zu sorgen.

Wie richtig lüften

  • Drei- bis viermal täglich stoßlüften.
    Dabei sind möglichst alle Fenster und Innentüren zu öffnen. Durch das Lüften wird die komplette Raumluft ausgetauscht und die Luftfeuchtigkeit im Inneren reguliert. Die Schimmelgefahr wird dabei deutlich reduziert.
     

  • Maximal fünf bis zehn Minuten die Fenster komplett öffnen. Im Sommer länger.
    Je niedriger die Außentemperaturen sind, desto geringer sollte die Lüftungszeit sein. Denn die Abfuhr des Wasserdampfes funktioniert bei niedrigen Temperaturen besser als bei höheren.
    Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit staffelt die optimalen Lüftungszeiten so:
    * Täglich 5 bis 10 Minuten
    * Im Sommer 20 bis 30 Minuten
     
  • Langes Kippen vermeiden.
    Langes Kippen der Fenster erhöht den Energieverbrauch und die Heizkosten drastisch. Der Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außenluft ist im Winter besonders hoch, im Frühling sinkt die Differenz dagegen. Dadurch kann es zu einem geringeren Luftaustausch und zu einer höheren Luftfeuchtigkeit in der Wohnung kommen. Man sollte daher vor allem im Frühling auf langes Kippen der Fenster verzichten.
     
  • Die Heizkörper beim Lüften abstellen.
    Die Thermostatfühler der Heizkörper sorgen dafür, dass die Temperaturen in den Räumen konstant bleiben. Beim Luftwechsel strömt jedoch kalte Luft in die Wohnung und die Thermostate öffnen sich. Das Resultat: der Energieverbrauch steigt enorm an.

Innovative Lösung

Neben den herkömmlichen Thermostaten gibt es  auch elektronische Thermostate. Die lassen sich über ein Smartphone oder ein Tablet mit einem WLAN verbinden und können bequem angesteuert werden. Damit man beim Stoßlüften nicht jedes Heizkörperventil einzeln zudrehen muss, können über eine App alle Heizkörper gleichzeitig abgeschaltet werden. Dadurch kann man auch von unterwegs die Raumtemperatur überwachen und nachregulieren.

Stand: Juli 2019