Kontrolle der Heizung spart Geld

Jetzt ist es höchste Zeit, an das Heizen im kommenden Winter denken. Denn durch die richtige Technik und Einstellung der Heizungsanlage lässt sich Energie und damit viel Geld sparen. Wie kann ich selber Heizungsrohre dämmen? Wer muss die Wartungskosten in einer Mietswohnung bezahlen?

RS19960_Heizkoerper pixabay.com_.jpg

Heizkörper

Bevor es wieder richtig kalt wird und die Heizung richtig funktionieren muss, lohnt sich ein kritischer Blick auf die Heizungsanlage.

Jährlich die Heizung warten lassen

Auch wenn der Schornsteinfeger bei seiner jährlichen Abgasmessung nichts zu beanstanden hat, kann der Kessel unnötig Energie verlieren. Deshalb ist es vor Beginn der Heizperiode nützlich, einen Heizungsinstallateur mit der Wartung von Kessel und Brenner zu beauftragen. Dabei werden alle Regelungs- und Sicherheitseinrichtungen kontrolliert, Brenner und Kessel gereinigt und die Abgaswerte gemessen. Bei Bedarf werden Verschleißteile ausgetauscht. Denn spätestens in den ersten kühlen Herbsttagen wird die Heizanlage wieder ein- oder auf Heizbetrieb umgeschaltet und dann sollte die Heizung funktionieren.

Eine regelmäßige Wartung der Heizung spart Geld. Wird der Heizkessel nicht jährlich gereinigt, setzt sich Ruß ab. So erhöht eine 1 mm dicke Rußschicht im Brennraum des Heizkessels den Ölverbrauch um etwa 5 Prozent.

Wer regelmäßig eine Funktionsprüfung der Heizung durchführen lässt, erfährt vom Fachmann, wo Energieeinsparpotentiale sind. Werden diese Maßnahmen noch vor dem kommenden Winter umgesetzt, steht man am Ende der nächsten Heizperiode nicht vor einer unverhältnismäßig hohen Heizkostenabrechnung bzw. Öl- oder Gasrechnung.

Was ist zu tun?

Laut Energieeinsparverordnung (EnEV) besteht die gesetzliche Pflicht zur Wartung und Instandhaltung von Heizungsanlagen. Manches kann der Hausbesitzer selber machen, manche Aufgaben muss ein Heizungsinstallateur erledigen.

  • Fachbetrieb beauftragen

    Mit Hilfe der Bedienungsanleitung kann der Hausbesitzer die einwandfreie Funktion der außentemperaturgeführten Steuerung und der Umwälzpumpe kontrollieren. Stellt er Mängel fest, sind diese durch den Wartungsdienst einer Heizungsbaufirma beseitigen zu lassen.

    Wenn Sie einen Heizungsinstallateur mit der Wartung der Heizanlage beauftragen möchten, können Sie die Fachbetriebssuche beim Fachverband Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Hessen nutzen und bundesweit durch Eingabe des Ortes oder der Postleitzahl eine wohnortnahe Heizungsfirma finden.
     
  • Heizkörper überprüfen

    Laut Energiesparverordnung benötigen sämtliche Heizkörper in zentral beheizten Wohngebäuden Thermostatventile. Stellung der Thermostatventile an den Heizkörpern prüfen und in der Übergangszeit kaum genutzte Räume unbeheizt lassen.

    Entlüftung „gluckernder“ Heizkörper:
    Ein „Gluckern“ des Heizkörpers weist darauf hin, dass sich Luft im Heizkörper befindet. Dadurch wird das heiße Wasser, das durchgepumpt wird, nicht mehr optimal verteilt. Die Folge ist, dass auch ein voll aufgedrehter Heizkörper nicht richtig warm wird.

    Das Entlüften eines Heizkörpers lässt sich leicht selbst durchführen: Hierzu wird das Ventil am Heizkörper, das sich meist seitlich befindet, mit einer Zange oder einem Vierkantschlüssel langsam aufgedreht. Halten Sie ein Tuch oder eine kleine Schale für austretendes Spritzwasser darunter. Das Ventil wird wieder zugedreht, sobald keine Luft mehr entweicht und Wasser austritt.
     
  • Kosten senken durch technische Maßnahmen der Heizungsanlage

    Die Einstellung der Zeitschaltuhr der Zirkulationspumpen für das Warmwasser prüfen. Eine Abschaltung für acht Nachtstunden spart beim Einfamilienhaus 30 bis 100 Liter Heizöl pro Jahr.

    Der Austausch der Heizungsumwälzpumpe gegen eine neue Stromsparpumpe senkt die Stromkosten der Heizanlage. Heutige Pumpen haben 5 bis 20 Watt elektrische Leistung statt früher 85 bis 100 Watt.
    Ein Betriebsstundenzähler zeigt die Laufzeit des Brenners an. Er sollte mindestens 1.600 bis 2.000 Stunden im Jahr in Betrieb sein, sonst ist der Kessel zu groß und der Heizbetrieb unwirtschaftlich.

    Im Herbst die Höhe der Vorlauftemperatur soweit senken, wie das Haus noch behaglich beheizt werden kann.
     
  • Heizungs- und Warmwasserrohre dämmen

    Die Wärmedämmung ungedämmter Heizungsrohre bringt schon bei 3 cm dicker Dämmung eine Einsparung von 20 Litern Heizöl pro Meter und Jahr.

    Da die Rohre im Heizungskeller und anschließenden Räumen oft völlig frei liegen, sind sie für Dämmarbeiten gut zugänglich. Die Dämmung der Rohre kann man auch leicht selber machen. Geeignet sind Rohrschalen aus Kunststoff oder Mineralwolle, die es im Baumarkt und Fachgeschäften zu kaufen gibt. Da diese bereits geschlitzt sind, lassen sie sich leicht über die Rohre schieben. Für Bögen und T-Anschlüsse gibt es entsprechende Formstücke, so dass auch hier eine geschlossene Umhüllung möglich ist. Mit Klebeband können dann die einzelnen Teile miteinander verbunden werden.

    Auch durch die Dämmung der Warmwasserleitungen wird Heizöl gespart. Bei einem mittelgroßen Einfamilienhaus sind dies jährlich 60-90 Liter Heizöl.
     
  • Wärme- und Warmwasserbedarf berücksichtigen

    Die Zeiten für die Nachtabsenkung oder -abschaltung überprüfen und evtl. Wochenend-Heizprogramme festlegen.

    Unnötig warmes Heizwasser verursacht in den Rohren Wärmeverluste. Wird die Heiztemperatur nachts abgesenkt oder der Heizkessel außerhalb der Frostperiode nachts ganz abgeschaltet, lassen sich bis zu zehn Prozent Brennstoff sparen.

Wer bezahlt die Wartungskosten in einer Mietwohnung?

Die Kosten der Heizungswartung gehören zu den so genannten Heiznebenkosten. Diese sind auf die einzelnen Mietwohnungen eines Hauses umlagefähig,  sofern es im Mietvertrag vereinbart wurde. Mieter müssen sich also anteilig ihrer Wohnungsfläche an den Wartungskosten beteiligen. Hierzu zählen die normale Wartung, Reinigung und der Austausch von Verschleißteilen (z.B. Öldüse). Reparaturkosten muss der Mieter nicht bezahlen, das ist Sache des Hauseigentümers.

Energiepass Hessen

Beim "Energiepass Hessen“ werden mittels eines Fragebogens die Gebäude- und Heizungsanlagendaten erhoben. Die dafür vom Hauseigentümer aufzubringende Zeit lohnt sich, da durch die Auswertung der Daten ersichtlich ist, wo noch Energiesparmaßnahmen sinnvoll sind.

Der „Energiepass Hessen“ wird von Handwerkern, Architekten und Ingenieuren auf der Grundlage des Fragebogens im Auftrag der „Hessische Energiespar-Aktion“ erstellt.

zum Energiepass Hessen 

Weitere Informationen

Informationen zur „Hessischen Energiespar-Aktion, viele weitere Energiesparinformationen oder die Energieberaterliste erhalten Sie unter www.energiesparaktion.de.

Stand: Juli 2019