Heizen und Lüften in der Übergangszeit

Mit sinkenden Außentemperaturen steigt das Bedürfnis nach wohliger Wärme im Innenbereich. Wie kann umweltfreundlich und kostengünstig in der Übergangszeit geheizt werden, damit keine Energie verschwendet wird? Worauf ist jetzt beim Lüften zu achten? Der Experte der Hessischen Energiespar-Aktion informiert.

Offenes Fenster LeNico - Fotolia.com_.jpg

Ein weit geöffnetes und ein gekipptes Fenster an einem Haus

Fast 70 Prozent der im Haushalt verbrauchten Energie werden immerhin zum Heizen benötigt. Deshalb gilt es gerade in der Übergangszeit mit umweltfreundlichen, aber auch kostengünstigen Maßnahmen für angenehme Wärme zu sorgen. Auch das Lüftungsverhalten sollte sich den geänderten Witterungsbedingungen anpassen.

Acht bis neun Monate im Jahr dauert bei uns die Heizperiode. In der Übergangszeit gilt es, keine Energie durch unüberlegtes Verhalten zu verschwenden. Werner Eicke-Hennig, Leiter der „Hessischen Energiespar-Aktion“, gibt den Verbraucherinnen und Verbrauchern jetzt folgende Ratschläge:

Empfehlungen zum richtigen Heizen und Lüften

  • In Wohn- und Arbeitsräumen reicht eine Temperatur von 20 Grad Celsius aus. Nachts und in ungenutzten Räumen sollte die Temperatur auf etwa 16 Grad Celsius gesenkt werden.
  • Wer die Raumtemperatur nur um 1 Grad Celsius senkt, spart rund sechs Prozent Heizkosten. Hier sollte aber bedacht werden, dass eine zu niedrige Raumtemperatur unter 14 Grad Celsius Schimmelbildung begünstigt.
  • In der Übergangszeit sollte etwas länger gelüftet werden, etwa 10-15 Minuten pro Lüftungsvorgang: Denn je wärmer die Außenluft ist, desto mehr Feuchte enthält sie. Deshalb kann sie nicht so viel von der überschüssigen Luftfeuchte aus den Wohnräumen, insbesondere Küche, Bad und Schlafräumen, aufnehmen.
  • Verzichten Sie auf das Dauerlüften durch das Kippen eines oder mehrerer Fenster! Das ist für den erforderlichen Luftaustausch nutzlos und verschwendet unnötig Energie. Dauerlüften kühlt die Fensterlaibung aus und erhöht dort die Schimmelgefahr. Beim Lüften sollten die Heizkörperventile immer geschlossen sein.
  • Auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent ist zu achten. Dringt permanent kalte Außenluft ein, sinkt auch die Luftfeuchtigkeit. Ein Hygrometer misst die Luftfeuchtigkeit.
  • Bleiben Räume ganz unbeheizt, sollten die Türen zu beheizten Räumen geschlossen werden. Auch unbeheizte Räume sollten gelüftet werden. Thermostatventile an Heizkörpern sollten dann auf die Position “Frostschutz”- auf dem Ventil gekennzeichnet durch ein Eiskristall - eingestellt werden.
  • Zugezogene Vorhänge und Jalousien vor den Fenstern tragen nachts zur Energieeinsparung bei.

Was ist noch zu beachten?

  • Heizkörper sollten nicht durch Möbel oder ähnliches verbaut werden, da die erwärmte Luft sonst nicht zirkulieren kann.
  • Eine nachträgliche Dämmung von Rollladenkästen ist empfehlenswert. Auch Reflexionsplatten zur Dämmung von Heizkörpernischen sind sinnvoll.
  • Heizungscheck: Hessische Heizungsbauer und Schornsteinfeger bieten einen „Heizungscheck“ an. Lassen Sie Ihre Heizanlage auf ungenutzte Energiesparmöglichkeiten prüfen.

Informationen zur „Hessischen Energiespar-Aktion“, zum „Energiepass Hessen“, den Kooperationspartnern, die 14 Energiesparinformationen mit detaillierten Hinweisen zu den wichtigsten Energiespartechniken, viele weitere Fachbeiträge oder die Energieberaterliste erhalten Sie unter www.energiesparaktion.de