Batterien – praktische Stromspender mit schlechter Energiebilanz

Batterien und Akkus sind in unserem Alltag unverzichtbar. Sie liefern auf bequeme Weise Energie, so dass die Taschenlampe, der Akkubohrer oder das Handy mobil und unabhängig vom Stromnetz genutzt werden können. Ausgedient gehören Batterien nicht in den Hausmüll, sondern sind an Sammelstellen abzugeben. Immerhin stecken in Batterien viele wertvolle Stoffe, aber leider auch umweltschädliche Schadstoffe.

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Batterien in verschiedenen Farben

Batterien und Akkus

Mit „Batterien“ werden im allgemeinen Sprachgebrauch Energiespeicher bezeichnet, die nach ihrer Entladung nicht wieder aufgeladen werden. Sie werden auch als Primärbatterien bezeichnet. Akkus sind so genannte Sekundärbatterien, da sie wieder aufladbar sind.

Es gibt drei Arten von Batterien

  • Gerätebatterien
    • Zu den „Gerätebatterien“ gehören Batterien und Akkus, die für übliche Zwecke im Haushalt genutzt werden. Sie sind verkapselt und können problemlos in der Hand gehalten werden.
    • Hierzu gehören Batterien und Akkus der Größen AA und AAA, die auch unter dem Namen Mignon und Micro bekannt sind, sowie Batterien und Akkus für Mobiltelefone, schnurlose Elektrowerkzeuge, Spielzeuge, elektrische Zahnbürste usw.
    • Knopfbatterien gehören auch in diese Kategorie.
  • Industriebatterien
  • Fahrzeugbatterien

Batterien und Akkus enthalten wichtige Stoffe – gute und schlechte

Es gibt viele verschiedene Batterien und Akkus. Je nach Batteriesystem bestehen sie aus wertvollen Stoffen wie Zink, Nickel, Eisen/Stahl, Aluminium, Lithium, Kobalt und Silber. Die Energiespeicher können aber auch Schadstoffe enthalten, vor allem Schwermetalle wie Quecksilber, Cadmium und Blei.

Batterien ohne Schwermetalle müssen aber nicht völlig ungefährlich sein, da in Batterien weitere gesundheitsschädliche Stoffe enthalten sein können, die reizend wirken, Allergien auslösen oder hochreaktiv sind. So ruft Nickel allergische Reaktionen hervor, während Manganoxid, Lithium und Elektrolyte ätzende und umweltgefährdende Stoffe sind.

Wenn Batterien sachgemäß gebraucht werden und intakt sind, sind die schädlichen Stoffe in der Batterie eingekapselt, so dass für Verbraucher von diesen Stoffen keine Gefahr ausgeht.

Gefährliche Schwermetalle: Quecksilber, Cadmium und Blei

Schwermetalle können gesundheitsschädlich auf Menschen, Tiere und Pflanzen wirken und sich in der Nahrungskette und der Umwelt anreichern. Gelangen Schwermetalle in Gewässer und reichern sich in Fischen an, so können sie über den Fischverzehr den menschlichen Organismus schädigen.

Quecksilber ist für den Menschen hochgiftig und führt bei hoher Belastung zu Beeinträchtigungen des Nerven-, Immun- und Fortpflanzungssystems.

Cadmium kann Nieren- und Nervenschäden hervorrufen und steht im Verdacht, krebserregend zu sein.

Blei beeinträchtigt das Nervensystem und führt zu Lern- und Konzentrationsstörungen. Auch die Immunabwehr wird geschwächt.

Umgang mit ausgelaufenen Batterien und Akkus

Nahezu jeder hat schon mal eine ausgelaufene Batterie in einer Schublade oder einem Gerät bemerkt. Ist eine Batterie defekt, ist es in der Regel der Elektrolyt, der ausläuft. Hierbei handelt es sich um Säuren oder Laugen, die auskristallisieren. Sie sind auch gut wasserlöslich.

Hier ist ein umsichtiger Umgang erforderlich, um eine Gesundheitsgefahr zu verhindern

  • Ausgelaufene Batterien möglichst nicht mit bloßen Händen anfassen.
  • Hände gründlich waschen, sofern man mit ausgelaufenen Komponenten in Kontakt gekommen ist.
  • Die Reste des Elektrolyten sind feucht aufzuwischen.
  • Kleidung, die mit dem Elektrolyten in Berührung gekommen ist, ist zu waschen.

Umgang mit Lithium-Batterien und Lithium-Ionen-Akkus

Lithiumhaltige Batterien und Akkus erfordern eine besondere Sorgfalt, denn Lithium ist ein hochreaktives Metall. Bei Kontakt von Lithium mit Wasser oder Luft kann es zu heftigen Reaktionen bis hin zu Bränden oder Explosionen kommen.

Deshalb ist hier wichtig:

  • Lithiumhaltige Batterien und Akkus keiner großen Hitze oder Wasser aussetzen.
  • Lithiumhaltige Batterien und Akkus nicht öffnen.
  • Die Pole von lithiumhaltigen Batterien oder Akkus sind bei längerer Lagerung oder vor der Rückgabe an die Sammelstellen abzukleben.

Schwermetalle in Batterien und Akkus müssen gekennzeichnet sein

Der Gehalt an Schwermetallen ist im Batteriegesetz geregelt und begrenzt. So dürfen Knopfzellen bis zu zwei Prozent (20 Gramm pro Kilogramm) Quecksilber enthalten, alle anderen Batterien nur 0,0005 Prozent (fünf Milligramm pro Kilogramm). In Gerätebatterien ist der Cadmiumgehalt auf 0,002 Prozent (20 Milligramm pro Kilogramm) beschränkt. Manche Batterien sind von der Cadmiumbeschränkung ausgenommen; hierzu gehören solche für schnurlose Elektrowerkzeuge, Not- oder Alarmsysteme, Notbeleuchtung und medizinische Ausrüstung.

Wenn Batterien Schwermetalle oberhalb bestimmter Schwellenwerte enthalten, so muss dies unterhalb des Symbols der durchgestrichenen Mülltonne auf der Batterie beziehungsweise der Verpackung gekennzeichnet werden und zwar mit dem entsprechenden chemischen Symbol (Cadmium: Cd, Blei: Pb, Quecksilber: Hg).

Ausgediente Batterien und Akkus zum Recyceln zur Sammelstelle bringen

Altbatterien und Altakkus sind Sonderabfall und müssen daher getrennt gesammelt werden. Sie dürfen nicht in den Hausmüll geworfen werden, da sie umweltschädliche Stoffe enthalten. Aber auch wegen der vielen Wertstoffe wie Zink, Silber und Nickel, die wiedergewonnen werden können, lohnt sich das Sammeln von Batterien, zumal das Batterienrecycling auf hohem Niveau erfolgt. Dies lässt sich daran erkennen, dass im Jahr 2014 die vorgeschriebene Recyclingeffizienz übertroffen wurde.

Auch wenn allgemein bekannt ist, dass Batterien zu Sammelstellen gebracht werden sollte, werden nicht einmal die Hälfte der Geräte-Altbatterien abgegeben. In Deutschland betrug die Sammelquote im Jahr 2014 44,2 Prozent und ist damit im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen (Jahr 2013: 43,1 Prozent). Da die Quote für Deutschland ab dem Jahr 2016 auf 45 Prozent steigt, muss hierzulande künftig noch besser gesammelt werden.

Jeder Händler oder Verkäufer von Batterien oder Akkus ist verpflichtet, alte Batterien und Akkus zurückzunehmen. Somit können Verbraucher nahezu bei jedem Supermarkt ausgediente Batterien und Akkus abgeben.

Batterien haben eine schlechte Energiebilanz

Die Energiebilanz von Batterien ist relativ schlecht, da Batterien für die eigene Herstellung zwischen 40- und 500-mal mehr Energie benötigen, als sie bei der Nutzung später wieder zur Verfügung stellen.

Die Energie aus Batterien ist auch teuer. Sie kostet mindestens 300-mal so viel wie die Energie aus dem Stromnetz.