Elektroschrott: Handel muss jetzt Altgeräte entsorgen

Nach dem angepassten „Elektroschrottgesetz“ kann bei Kauf eines Elektroherdes oder Trockners das Altgerät nun beim Händler entsorgt werden und zwar kostenlos. Kleine Elektrogeräte können sogar ohne Neukauf und Kassenzettel abgegeben werden. Für Verbraucher ist dies eine praktische Alternative zu den kommunalen Sammelstellen.

Staubsauger Tomas Hajek - fotolia.com_.jpg

Staubsauger auf grünem Teppichboden

Am 24. Oktober ist 2015 ist das geänderte Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) in Kraft getreten. Nun können Verbraucher Elektrogeräte nicht nur bei den kommunalen Sammelstellen abgeben, sondern auch über den Handel. Damit möchte man erreichen, dass mehr Verbraucher ihren Elektroschrott abgeben und damit umweltgerecht entsorgen, denn nur so können die wertvollen Bestandteile recycelt werden.

Welche Geschäfte müssen nach dem neuen Elektroschrottgesetz Altgeräte annehmen?

Die Entsorgungsmöglichkeit eines Altgerätes in einem Geschäft hängt von dessen Verkaufsfläche ab.

  • Verbraucher können in Geschäften, die eine Verkaufsfläche für Elektro- und Elektronikgeräte von mindestens 400 Quadratmetern haben, bei jedem Neukauf ein vergleichbares Altgerät kostenlos abgeben.
  • Das Gesetz gilt auch für den Versandhandel. Hier bezieht sich die Mindestfläche von 400 Quadratmetern auf die gesamte Lager- und Versandfläche.

Kleine Elektrogeräte können einfach abgegeben werden

Wer zu Hause noch kleine defekte oder unbenutzte elektrische Geräte herumliegen hat, kann diese auch über den Handel entsorgen und zwar ohne Neukauf. Nach dem neuen Gesetz können kleine Altgeräte mit einer Kantenlänge von bis zu 25 Zentimeter auch ohne Neukauf kostenlos abgegeben werden und zwar unabhängig davon, wo die Altgeräte gekauft wurden. Hierfür muss auch kein Kassenzettel vorgelegt werden.

Übergangsfrist beachten

Auch wenn das Gesetz Ende Oktober 2015 in Kraft getreten ist, so kann es dennoch sein, dass noch nicht in allen Elektrogeschäften mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern Altgeräte abgegeben werden können. Der Grund hierfür ist die neunmonatige Übergangsfrist. Erst nach Ablauf der Übergangsfrist, nämlich am 24. Juli 2016, ist die Rücknahme für den Händler verpflichtend.

Für Online-Handel wird Rücknahme nicht einfach

Die Rücknahmepflicht für Altgeräte gilt auch für den Onlinehandel. In seiner Pressemitteilung vom 23.10.2015 kritisiert der Bundesverband Onlinehandel das neue Gesetz, da neben der Rücknahmepflicht noch weitere Handlungsverpflichtungen auf den Onlinehandel zukommen, die mit schwerwiegenden Folgen verbunden sind. Er bemängelt, dass sich der Gesetzgeber nicht ernsthaft um die Frage gekümmert hat, wie die Rücknahme im Onlinehandel unter Beachtung aller notwendigen Umwelt- und Transportmaßgaben in der Praxis stattfinden soll.

Für große Onlinehändler wie zum Beispiel Amazon wird die Umsetzung der Rücknahmepflicht nicht so schwierig sein, zumal sie bisher bereits auch schon die Altgeräteentsorgung im Angebot haben. Problematisch ist es eher für die vielen kleineren Händler, die eigene Online-Shops haben oder die Plattform von eBay nutzen. Für viele betroffene Händler ist die praktische Umsetzung noch unklar.

Warum sollten Elektrogeräte richtig entsorgt werden?

In Elektro- und Elektronikgeräten stecken viele wertvolle Rohstoffe wie Aluminium, Kupfer, Gold oder Metalle aus der Gruppe Seltene Erden. Gleichzeitig enthalten manche Altgeräte gesundheitsgefährdende oder umweltschädliche Substanzen (zum Beispiel Quecksilber in Energiesparlampen). Deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele alte Elektrogeräte getrennt gesammelt und umweltgerecht entsorgt werden

Verbraucher haben es nun leichter, alte Elektrogeräte zu entsorgen, da zu den kommunalen Sammelstellen auch der Elektrohandel hinzukommt. Aufgrund der zahlreichen Elektrogeschäfte mit ihrer flächendeckenden Verteilung stehen deutlich mehr Sammelstellen zur Verfügung, die zudem meist durch kürzere Wege und längere Öffnungszeiten erreichbar sind.