Was tun gegen die E-Mail-Flut?

Spam-E-Mails machen mehr als die Hälfte des weltweiten E-Mail-Verkehrs aus. Sie gehen auf die Nerven und können sogar gefährlich werden. Dazu kommt noch, dass auch E-Mails einen ökologischen Fußabdruck haben.

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Smartphone mit Email-Symbolen

Gutscheine, Gewinnspiele, Werbung für Potenzpillen. Unerwünschte E-Mails kennt wohl jeder. Früher oder später landet selbst im Spam-Ordner einer neuen E-Mail-Adresse ungebetene Post. So richtig erklären kann man sich das oft nicht. Sehr oft erhält man dann auch Mails, die gefährlich werden können. Etwa weil sie Daten stehlen oder Schadsoftware auf den Computer schmuggeln sollen. Das allein sollte schon ärgerlich genug sein, wäre da nicht noch der ökologische Fußabdruck von E-Mails.

Spam-E-Mails und CO2

Eine Spam-E-Mail erzeugt ca. 0,3 Gramm CO2. Das klingt erstmal nicht nach viel, bis man sich die Gesamtzahlen ansieht: Täglich werden weltweit ca. 319 Milliarden E-Mails verschickt. Mehr als die Hälfte davon besteht aus Spam. Damit erzeugen 160 Milliarden Spam-Mails pro Tag 48.000 Tonnen CO2. Das entspricht 7,5 Prozent der täglich von Autos in Deutschland verursachten CO2-Emissionen.

Dieser Verbrauch setzt sich aus allen Lebenszyklen einer Spam-EMail zusammen. Vom Sammeln von Adressen für Spam-Kampagnen über den Versand mittels Internet bis hin zum Filtern und Speichern. Für die gesamte Verarbeitung von E-Mails werden Server in Rechenzentren benötigt. Diese verbrauchen zusätzlich zum eigentlichen Stromverbrauch Energie für die Kühlung. Allein das Filtern von Spam beläuft sich auf 16 Prozent des Gesamtverbrauchs. Am eigenen Rechner angekommen hat eine Spam-Mail Strom für den Empfang gekostet. Diese und noch andere Schritte ergeben den genannten CO2-Verbrauch, mit dem täglich 6.000 durchschnittliche PKW die Erde umrunden könnten.

Was man selbst tun kann

Zunächst kann man das Risiko dafür mindern, dass die eigene E-Mail-Adresse in falsche Hände gerät. Die Nutzung neuer Services oder der Zugang zu Webseiten sind oft mit einer Registrierung verbunden. Viele Anbieter außerhalb der EU machen mit den Adressen ihrer Nutzer ein lukratives Geschäft, indem sie die Adressen weiterverkaufen. Ist man sich nicht sicher, ob man Angebote öfter nutzen möchte, lohnen sich unterschiedliche Wegwerf-Adressen. Je seltener eine E-Mail-Adresse im Internet auftaucht, desto besser.

Zusätzlich kann man den Spam-Filter seines Anbieters trainieren, indem man nicht erkannten Spam als solchen markiert und falsch erkannte seriöse E-Mails vom Spam-Label befreit.

Apps und Plattformen im Internet sollte man nach Möglichkeit keinen Zugriff auf die eigenen Kontakte geben. Wird der eigene Account oder die Datenbank des Anbieters gehackt, haben Angreifer Zugriff auf sämtliche Kontakte. Diese werden im Darknet, einem anonymen Bereich des Internets, verkauft und unter anderem für den Versand von Spam genutzt.

Was für Spam-Mails gilt, gilt auch für normale E-Mails

Normale E-Mails verursachen sogar noch mehr Emissionen als Spam. Bedingt durch Anhänge, mehrere Empfänger und mitgeschickte Verläufe kann sich eine geschäftliche E-Mail sogar auf 50g CO2 belaufen. Hier ein paar Tipps, wie man die eigenen E-Mail-Emissionen senken kann:

  • Unnötige Newsletter abbestellen.
  • Anzahl an E-Mails beschränken. Auf ein „Danke schön“ sollte man nicht verzichten. Aber eventuell freut sich ein Empfänger über ein „Danke“ im Voraus sogar mehr, als wenn er zur täglichen Mail-Flut noch eine zusätzliche E-Mail erhält. Gut bekannte Kontaktpersonen kann man im Vorfeld darauf hinweisen.
  • Nicht mehr benötigte E-Mails löschen. So wird Speicherplatz gespart und damit der Stromverbrauch von Servern gesenkt.
  • Keine HTML-Darstellung. Eine E-Mail in einfachem Text ist wesentlich kleiner als eine mit aufwändigen Darstellungen wie Logos. Zudem ist reiner Text für das Auge schneller zu erfassen, wird immer sauber angezeigt und schützt vor versteckten oder gefälschten Links.

Nicht mehr genutzte E-Mail-Adressen löschen lassen. So kommen E-Mails gar nicht erst weit.

Autorin: Anne-Madeleine Ackermann, Informationssicherheitsbeauftragte beim Hessischen Landeslabor